100 Autos auf dem Radweg

Wildes Parken im Johannistal

Von Thorsten Böhm

Seit dem Herbst 2008, also seit über zwei Jahren macht der ADFC Bielefeld das Amt für Verkehr immer wieder auf die Verhältnisse an der Straße Johannistal aufmerksam, die man nach wie vor nur als haarsträubend bezeichnen kann, seit der Landesbetrieb "Straßen.NRW" als verantwortlicher Baulastträger die hölzernen Poller, Planken und die Sträucher zwischen Fahrbahn und Sonderweg entfernt bzw. nicht erneuert hat. 

Bereits an den bisherigen Ausflugswochenenden dieses Jahres stellte sich die Situation nicht anders dar. So etwa war am Nachmittag des 6. März 2011 der rund 600 m lange Abschnitt des Rad-/Gehweges ab Bus-Haltestelle Uhlandstraße in Richtung Nordwesten bis zum Beginn der übrig gebliebenen (und teils schon abgängigen) Poller- und Sträucherreihe von etwa 100 Pkw lückenlos beparkt. Von dem Weg blieb nur ein schmaler Streifen übrig, der - um es vorsichtig auszudrücken - den Anforderungen an einen Zweirichtungs-Rad-und-Fußweg nicht mehr genügte.

Foto: Thorsten Böhm
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Der ADFC Bielefeld hat das Amt daran erinnert, dass im Vorfeld des Rad-/Gehwegbaus die Benutzungspflicht in beiden Richtungen im städtischen Arbeitskreis Radverkehr kontrovers diskutiert worden war. Das Amt für Verkehr/Straßenverkehrsbehörde hat sich dabei für einen in beiden Richtungen benutzungspflichtigen Zweirichtungs-Radweg eingesetzt. Der ADFC erwartet daher vom Amt für Verkehr, dass es diesen Weg seiner Bestimmung gemäß in einem benutzbaren Zustand hält.

Der Landesbetrieb "Straßen.NRW" hat bisher keine Bereitschaft erkennen lassen, das Parken baulich zu unterbinden. Er sehe hierfür keine Notwendigkeit, ließ er über das Amt für Verkehr mitteilen. Der ADFC Bielefeld hat das Amt für Verkehr gebeten, hier noch einmal mit allem Nachdruck tätig zu werden. 

Kurzfristig solle - so der ADFC - das schon vorhandene, aber nicht respektierte absolute Haltverbot auf dem Fuß-/Radweg durch Verkehrszeichen verdeutlicht und auch konsequent durchgesetzt werden, bis die erforderlichen baulichen Maßnahmen umgesetzt seien. Bisher waren wegen der Kraftfahrzeuge auf dem Fuß-/Radweg keine Kräfte des Ordnungsamtes vor Ort - Auto fahrende Sonntagsausflügler sollen wohl nicht mit Bußgeldern behelligt werden, Rad fahrenden Sonntagsausflüglern wird zugemutet, dass der Radweg rücksichtslos und ordnungswidrig zugeparkt wird. Und das, obwohl diese Zustände seit langem bekannt sind, und obwohl das Amt für Verkehr im Arbeitskreis Radverkehr bereits vor einiger Zeit eine ordnungsrechtliche Überwachung zugesagt hatte. 

Im Übrigen diente die vormals vorhandene Sträucherreihe auch dazu, links fahrende Radfahrer vor der Blendwirkung der Scheinwerfer entgegenkommender Autos zu schützen.

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