Radverkehr für alle

Wir wollen zügiges, sicheres und komfortables Radfahren ermöglichen. Dafür brauchen wir eine fahrrad- und menschengerechte Infrastruktur. Sie muss den Ansprüchen aller Radverkehre und unterschiedlicher Fahrradtypen Rechnung tragen.

Wir verpflichten uns, in unserer Arbeit für den Radverkehr auch denen eine Stimme zu geben, die im Besonderen eine Lobby brauchen: Kinder, ältere Menschen, Familien mit Kindern, Migrantinnen und Migranten. Wir vertreten als Verband alle Radfahrenden, damit die verschiedenen Bedürfnisse aller Radfahrenden ernst genommen werden und Rad fahren sicher und komfortabel für alle möglich ist.

Durchgängiges Radroutennetz für den Alltagsverkehr

Die Bezirke sowie wichtige Alltagsziele (z.B. Schulen und Bahnhöfe) müssen durch ein Netz von sicheren, schnellen und komfortablen Radhauptrouten miteinander verbunden werden. Mit den Rad-Vorrang-Routen legt die Stadt Aachen derzeit den Grundstein für ein derart gestaltetes Netz. Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) nennen ein Ziel, an dem sich das Radnetz später einmal messen lassen muss: 90 Prozent der Menschen müssen innerhalb von 200 Metern Zugang zum Hauptradnetz haben.

Fahrradstraßen sind ein zentraler Bestandteil von attraktiven Radrouten in der Stadt. Diese verlaufen abseits von Hauptverkehrsstraßen und sollen vorrangig dem Radverkehr zur Verfügung stehen. Der Kfz-Durchgangsverkehr muss durch wirksame Maßnahmen über andere Straßen geleitet werden, sodass die Fahrradstraßen ausschließlich von Anliegern mit dem Auto befahren werden. Auf Fahrradstraßen und Radwegen dient roter Asphalt als klar erkennbares Merkmal von Radinfrastruktur.

Der ADFC Aachen hat im Mai 2018 gemeinsam mit dem VCD Aachen-Düren eine Stellungnahme zur Gestaltung von Fahrradstraßen verfasst, in der die aus unserer Sicht wichtigsten Elemente von gut funktionierenden Fahrradstraßen erläutert werden.

Einladend gestaltete Fahrradstraße in Haarlem (NL). Foto: Fietsberaad, Lizenz: CC-BY-ND

Radschnellwege für den Pendlerverkehr

Radschnellwege bieten eine attraktive, sichere und schnelle Anbindung an die Nachbarstädte. Sie sind stress- und staufreie Wege für den Pendlerverkehr zur Arbeit, zur Schule oder zur Universität. Mit einer ausreichenden Breite ermöglichen sie das Nebeneinanderfahren und Überholen. Fuß- und Radverkehr werden auf Radschnellwegen grundsätzlich getrennt geführt.

Der ADFC Aachen begrüßt die Planungen zum Radschnellweg Aachen-Herzogenrath und unterstützt die Initiative Pro Radschnellweg Aachen-Herzogenrath.

Die Nordbahntrasse in Wuppertal wird von vielen Menschen rege genutzt. Foto: Ulrich Skaruppe / ADFC, Lizenz: CC-BY-SA

Sicheres Radfahren an Hauptverkehrsstraßen

An allen Hauptverkehrsstraßen müssen Radwege eingerichtet werden, die sowohl vom Fuß- als auch vom Kfz-Verkehr baulich getrennt sind. An den Kreuzungen ist auf gute Sichtbeziehungen zu achten. Die Sicht darf nicht durch parkende Fahrzeuge oder Werbetafeln eingeschränkt werden. Wenn sich Verkehrswege, zum Beispiel von rechts abbiegenden Kfz und dem geradeaus fahrenden Radverkehr, kreuzen, so benötigen diese getrennte Ampelschaltungen. Außerdem sollten an Kreuzungen das freie Rechtsabbiegen für den Radverkehr eingerichtet werden. Dabei können Radfahrende bereits vor der Ampel im geschützten Raum rechts abbiegen. Nur zum Geradeausfahren und Linksabbiegen müssen Radfahrende eine Haltelinie überfahren und dafür auf grünes Licht warten.

So könnte ein sicherer Radweg am Hansemannplatz aussehen.

Gute Radwege brauchen keine Benutzungspflicht

Die Radwegbenutzungspflicht zwingt Radfahrende vielfach auf Radverkehrsanlagen, die den modernen Anforderungen an Verkehrssicherheit und Komfort nicht entsprechen. Deshalb verlangen wir prinzipiell die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Führungen. Gute Radverkehrsanlagen brauchen keine Benutzungspflicht. Wir fordern deshalb die Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht.

Im März 2018 haben wir für die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Herzogenrath eine Stellungnahme zur Radwegebenutzungspflicht erarbeitet, die unsere Bestrebungen sowohl auf Bundes- als auch auf kommunaler Ebene beschreibt.

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