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Baustellen in Aachen - das Dauer-Ärgernis für Radfahrende

13.09.19

Baustellen sind für unsere Verbandsarbeit zur Verkehrssicherheit ein echter Dauerbrenner. Hier am Beispiel der Lochnerstraße zeigt sich, wie sehr der Radverkehr ignoriert wird. Wir haben die Mail nicht nur an die Straßenverkehrsbehörde, sondern auch an den WDR und die AN/AZ geschickt.

E-Mail an die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Aachen

Baustelle Lochnerstraße

Sehr geehrt [Anrede und Name entfernt],

ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es sich bei der Lochnerstraße um eine wichtige Strecke für den Radverkehr handelt und den Anschluss eines Großteils des westlichen Stadtgebietes erbringt.

Der Weg ist schlicht Teil des NRW Radverkehrsnetzes, zu dem ihr Kollege Herr Beckers erst neulich über die lokalen Zeitungen verlautbaren ließ:

„Die Stadt empfiehlt ausdrücklich trotz der neuen Schutzstreifen „die Radrouten der Stadt Aachen auf verkehrsärmeren Straßen, die man sich sehr gut im Radroutenplaner des Landes NRW anzeigen lassen kann“.“

Dieser Verhaltensempfehlung kann nun niemand nachkommen, dem Charakter als NRW Radroute wird nicht Rechnung getragen. Die Verbindung von Aachen nach Vaals/in Richtung Niederlande ist an dieser Stelle unterbrochen - gerade für Ortsfremde ohne vollständige Umleitung schwierig. Die Beschilderung endet an der Kreuzung Mauerstraße/Vaalser Straße und lässt ab dort Radfahrende allein. Dies berichtete [xyz] auch gestern bei der Sitzung des Mobilitätssausschusses. Ferner ist die Umleitung für Radfahrende nicht zumutbar: aus rund 100 m gesperrter Strecke werden 600 m Umfahrung, die im Falle der Junkerstraße dann sogar auf einer Hauptverkehrsstraße ohne Radverkehrsanlage liegt.

Wir verlangen nicht, den Fahrzeugverkehr ganz aus der Lochnerstraße zu nehmen, lediglich den Kraftfahrzeugverkehr und auch nur, wenn dies die Freigabe in beide Richtungen für der Radverkehr verhindert.

Der KFZ-Verkehr kann ohne Problem über die nördlich gelegene Königsstraße und die südlich gelegenen Vaalser Straße und Deliusstraße geführt werden. Die Lochnerstraße als Wohngebietsstraße sollte ohnehin nicht derart viel Verkehr verursachen, dass es zu einem relevanten Rückstau (für die Zeit einer Baustelle) kommen kann.

Wir halten die Freigabe für Fahrräder angesichts der Bedeutung der Straße für den Radverkehr für notwendig und angesichts der fehlenden Einordnung der Lochnerstraße als Teil des Hauptverkehrsstraßennetzes für KFZ für gerechtfertigt.

Ferner ist uns unklar, wie genau Zufußgehende "ohne Einsicht" die Straße kreuzen können. Durch geeignete Maßnahmen ließe sich dies durchaus sicher gestalten, ganz besonders in einer Tempo-30-Zone.

Im Hinblick auf die gestern im Mobilitätsausschuss getroffene Entscheidung, dass die Lochnerstraße Teil des Radvorrangnetzes ist, fordern wir die Befahrbarkeit in beide Richtungen für den Radverkehr – auch gerade für die verbleibende Zeit der Baustelle.

Mit freundlichen Grüßen
[xyz]

Foto: ADFC Aachen


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