Die Salzquellen am Hellweg

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Beschreibung

Salz am Hellweg

Der mittlere Hellweg kennt eine Reihe von Orten, an denen Salzquellen fließen oder früher einmal flossen. Genannt seien nur Königsborn, Bad Sassendorf und Salzkotten. Das mittteldeutsche "Hell" oder "Hall" bedeutet Salz. Eine mögliche Erklärung ist, dass der "Hellweg" die Bezeichnung für einen Handelsweg war, auf dem das Salz ein bedeutendes Handelsgut war. Eine weitere Deutung des Namens Hellweg ist "breiter lichter Weg".
Die Geschichte der Salzgewinnung in Unna reicht bis ins 14. Jahrhundert. In dieser Zeit erhielt die Stadt Unna das Privileg zur Salzgewinnung.

(1) Königsborn nannte man ursprünglich einen im Jahre 1774 niedergebrachten Brunnen. Der Brunnen hatte eine Teufe von 7,85 m. Benannt ist er wahrscheinlich nach dem preußischen König Friedrich Wilhelm I.. Der Name des Brunnens ging später auf das Salzwerk und erst dann auf den gesamten Ortsteil über, der früher Brockhausen genannt wurde.

(2) Die Sole des Brunnen Friedrichsborn wurde mit Windkraft auf das daneben gelegene Gradierwerk "Friedrichsbau" gepumpt. Erst im 18. Jahrhundert baute man sogenannte Gradierwerke, um durch Verdunstung auf einer großen Oberfläche (Reisig aus Schwarzdorn), den Salzgehalt der Sole zu vergrößern und somit Energiekosten zu sparen. Leider gab es bald in einem größeren Umkreis keine Schwarzdornbüsche mehr. Insgesamt gab es in Königsborn fünf große Gradierwerke mit einer Länge von mehr als drei Kilometern. Die "Seeluft" in der Nähe der Gradierwerke führte zum Kurbetrieb, der Königsborn im Jahr 1818 zum Heilbad machte, bis im zweiten Weltkrieg (1941) die Soleproduktion eingestellt wurde.

(3) Im Quellgebiet von Mühlhausen tritt Grundwasser des Haarstrangs zutage.

(4) Kurpark Werl
Das längste Gradierwerk Werls, das zur Saline Neuwerk gehörte, muss nördlich von Werks Innenstadt gestanden haben. Es lag in Nord-Süd-Richtung und war mehrere hundert Meter lang. Den zweiten Weltkrieg überstand es nur mit erheblichen Beschädigungen. Das Niederreißen des letzten großen Wahrzeichens der Salzproduktion empfand man als eine Kulturschande. Um 1200 entwickelte sich Werl zur Stadt. Seit dem 10. Jahrhundert ist die Salzgewinnung aus salzhaltigen Quellen bezeugt. Die Salzsieder schlossen sich im 13. Jahrhundert zu einer mächtigen, von patrizianischem Standesbewußtsein erfüllten Genossenschaft der Erbsälzer zusammen. Ihr Schutzpatron ist der heilige Michael. An seinem Fest sollen im Jahre 1395 die Hauptsalzquellen wieder zu fließen begonnen haben, nachdem sie kurze Zeit versiegt waren. Noch heute beginnt alljährlich in Werl mit dem Michaelstag die Michaeliswoche. Die Werler besinnen sich auf ihre Geschichte. Im Werler Kurpark ist 1999 ein Gradierwerk erstellt worden.

(5) Im Heimatmuseum Haus Rykenberg, einem mittelalterlichen Steinbau aus dem 14. Jahrhundert, sind einige Dokumente aus dieser Zeit zu sehen.

(6) In der Fußgängerzone von Werl steht ein Denkmal für die Salzsieder (Sälzer).

(7) Das Haus Lohe ist ein ehemaliger Sitz eines bekannten Werler Erbsälzergeschlechts.

(8) Auch in Soest ist die älteste "Industrie" die Salzgewinnung, die für einen frühen Wohlstand sorgte. 1130 erhielt Soest als erste deutsche Stadt ein eigenen Stadtrecht, das Später von anderen Städten übernommen wurde. Durch die günstige Lage am Hellweg nahm die Hansestadt seit dem 11. Jahrhundert einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Handelsbeziehungen erstreckten sich über ganz Europa. Im hohen Mittelalter mußte jedoch die Salzgewinnung wegen Aussüßung der Solequellen aufgegeben werden.

(9) Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten ist im Osthofentor, dem einzig erhaltenen Stadttor, das Museum für Stadtgeschichte zu empfehlen. Noch heute sind die Quellen im Großen Teich salzhaltig, sodass er auch im Winter nicht zufriert.

(10) Bad Sassendorf
Eine Urkunde aus dem Jahr 1175 bezeugt die Schenkung eines "domum salinam (Salzhaus) in sassendorp" an das Kloster St. Walburgis in Soest. Seit 1852 gibt es in dem anerkannten Heil- und Kurbad ein Solebad. Der Kurbetrieb wurde hier im Gegensatz zu Königsborn und Werl unter hohem Aufwand in den 50er Jahren aufrechterhalten, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen für den vom Kurbetrieb notwendigen Sole wird nicht mehr aus natürlichen Solequellen, sondern aus Tierfbohrungen gewonnen. Im Kurpark von Bad Sassendorf ist ein Stück eines Gradierwerks erhalten worden. Bad Sassendorf lohnt sich aber nicht nur wegen des Gradierwerkes. Anfang Mai ist der Besuch des Kurparkes besonders lohnenswert, da hier der Rhododendron in voller Blüte steht. Im Zentrum von Sassendorf ist ein wunderbübscher Bronzebrunnen zu bestaunen, der Salz zum Thema hat. Das Spannende an diesem Brunnen ist, dass alle Figuren mit beweglichen Gelenken ausgestattet sind.

Toureigenschaften

Routenlänge:
88 km

Zuständiger Verein

Stand: 04.06.2016, 17:11 Uhr

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