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ADFC fordert eine Überplanung der Baumaßnahme Schwarzer Weg zugunsten des Radverkehrs

25.10.12
Kategorie: Unna (OG), Verkehr

Quelle: Openstreetmap


"So dürfen heutzutage Radverkehrsanlagen nicht mehr gebaut werden", sind sich die Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nach der gestrigen Sitzung des Beirates Fahrrad einig und fordern eine Überplanung der Baumaßnahme mit deutlichen Verbesserungen für den Radverkehr.

Die Unzufriedenheit mit der vorgestellten Planung bezieht sich im Wesentlichen auf folgende Punkte:

Innerhalb von Ortschaften sind heutzutage beidseitige Radwege üblich. Dies wird ausdrücklich in den Empfehlungen für den Bau von Radverkehrsanlagen (ERA 2010) gefordert. Ein einseitiger Radweg auf dem Schwarzen Weg bedeutet Umwege für den Radverkehr und eine Steigerung der Querungen mit dem Autoverkehr, was zusätzliche Gefahren birgt und die Leistungsfähigkeit der Kreisel verringert.

Die Überquerung der Fahrradstraße mit Hilfe eines Brückenbauwerkes wird vom ADFC ausdrücklich begrüßt, da hier Querungsverkehr vermieden wird. In der vorläufigen Planung soll hierzu die Königsborner Straße abgesenkt werden. Die Folge sind Gefälle von 6 %. "Gefälle sind aber auch Steigungen", meint Werner Wülfing, Vorsitzender des ADFC KV Unna. "Der Radverkehr ist steigungsempfindlich. Besonders ältere Personen mit beladenen Rädern würden diesen sonst vorzüglichen Radweg meiden." Der ADFC fordert eine Minimierung dieser Steigungen. Der Radclub ist der Meinung, dass eher dem Autoverkehr Steigungen zumutbar sind.

An beiden Kreiseln soll der Radverkehr außerhalb der Kreisel geführt werden. Die im Beirat genannten Verkehrszahlen begründen diese Planungen aber nur für den Kreisel an der Hansastraße. Für den Kreisel am Afferder Weg wäre nach der ERA, die vom Verkehrsminister für Neuplanungen als verbindlich vorgeschrieben sind, eine Führung innerhalb des Kreisels notwendig. Der ADFC vermutet, dass die äußere Führung des Radverkehrs durch eine erwartete potenzielle Steigerung des Autoverkehrs nach Erstellung der Westtangente im Vorgriff geplant ist. Der ADFC weist an dieser Stelle aber darauf hin, dass die Westtangente aus den Planungen des Landes herausgenommen worden ist.

Schmerzlich ist für die Radaktiven auch die Planung eines gemeinsamen Geh- und Radweges. Ein gemeinsamer Geh- und Radweg birgt Unfallgefahren. Der ADFC bezweifelt, dass die erforderlichen Breiten nicht vorhanden sind. Eine geringfügige Verschiebung des Kreisels Hansastraße nach Westen könnte das Problem lösen.

Im Rahmen der Diskussion über diese vorgestellten Planungen ist es dem Radclub auch wichtig zu betonen, dass die Forderung nach einer Weiterführung der Schutzstreifen entlang der Hansastraße in Richtung Massen eine hohe Priorität hat. Auch muss eine Planung von Radverkehrsanlagen entlang des Afferder Weges ins Auge genommen werden.


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