Wahlprüfsteine lassen einige Parteien im Unnaer Kreistag stolpern Enttäuschung über die Ergebnisse beim ADFC Kreisverband

Der ADFC Kreis Unna wollte wissen, was die Parteien vor der Kreistagswahl am 13. September zur radverkehrlichen Situation im Kreis Unna denken und welche Handlungsziele und -wege sie für die kommende Wahlperiode im Blick haben.  Dazu haben wir sieben Fragen als Wahlprüfsteine an die politischen Fraktionen m Kreistag gestellt.

Für die Mehrheit der angeschriebenen Parteien waren unsere Prüfsteine wohl zu große Brocken. Von FDP, Linke, GFL-UWG und den Piraten erhielten wir keine Antworten. Von der CDU erhielten wir nur ein sehr rudimentäres Schreiben. Das wirft Fragen auf. Wird der Radverkehr als unwichtig angesehen? Wird die Fahrradlobby nicht ernst genommen? Haben Parteien in der Mehrheit keine Konzepte und Ideen zur Verkehrsentwicklung?

Die Rückmeldungen fielen in Umfang und Qualtität sehr unterschiedlich aus. Es ist schwer, einen leicht lesbaren Vergleich zu verfassen; trotzdem haben wir es versucht. Wir haben Aussagen zu anderen Verkehrsträgern weggelassen und nur Statements bezüglich des Radverkehrs gelistet. Daher ist das Lesen der kompletten Ausführungen sehr interessant und empfehlenswert. 


Antwortschreiben der SPD

Antwortschreiben der CDU

Antwortschreiben von Bündnis 90/Grüne

Übersicht

Wahlprüfsteine SPD CDU GRÜNE
Wie soll die Mobilität im Kreis Unna in 5 und 10 Jahren aussehen? 

Welchen Modal Split streben Sie an? Bezahlbare, sichere, barrierefrei und komfortable Mobiliität


20% Bedarfsgerechte, diskriminierungsfreie Mobilität


keine Angabe keine Angabe
Welchen Modal Split streben Sie an? 20 % keine Angabe 25 % - 30 %
Welche konkreten Maßnahmen werden Sie anstoßen, um Ihre verkehrspolitischen Ziele zu erreichen? Verknüpfung der Kreiskommunen durch ein neues Radverkehrskonzept für Alltagsradverkehr Anbindung der Kommunen an den RS1 Ausbau der Mobilstationen Radwege mit ausreichender Breite an allen Kreisstraßen App-basiertes Flächendeckendes Leihradsystem Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts
 Radverkehrskonzept Getrennte Radwege an allen Kreisstraßen Ausbau der Mobilitätsstationen Zügiger Ausbau des RS1 Sanierungsprogramm für Radwege
Wie hoch sollten die finanziellen Mittel sein, die der Kreis Unna für die Radverkehrsförderung aufwendet und wie können diese aufgebracht werden? keine Angabe
 Nutzung von Fördermöglichkeiten von Land und Bund keine Angabe keine Angabe
 Umschichtung der vorhandenen Mittel zugunsten des Radverkehrs Förderprogramme
Laut Unfallstatistik der Kreispolizeibehörde sind Radfahrende im Kreis Unna verglichen mit dem Autoverkehr überproportional gefährdet. Mit welchen Maßnahmen werden Sie die Sicherheit im Radverkehr im Kreis Unna erhöhen? Sicherheit als Thema einer Mobilitätskonferenz Verkehrssicherheitskonzept Abbiegeassistenten keine Angabe Abbiegeassistenten für alle Fahrzeuge des Kreises Sichere Kreuzungen und Querungen Erweiterte Aufstellflächen an Ampeln Umverteilung des Straßenraumes an Stellen, wo kein Radweg gebaut werden kann.
Welche zusätzlichen personellen Ressourcen bedarf der Kreis Unna, um den Radverkehr nach Ihrer Zielsetzung zu fördern? Mehr Personal im Bereich Planung und Bauen keine Angabe Bedarf für ein bis zwei weitere Verkehrsplaner Einbindung von ADFC und VCD
Ein Problem der Radverkehrsförderung liegt in den unterschiedlichen Zuständigkeiten im Kreis, im Land und in den Kommunen. Welche Schritte werden Sie gehen, um an dieser Stelle effektiver zu werden? Zentrales Thema als „Chefsache“ Ständiger Austausch mit Straßen-NRW und den Kommunen Mehr Planungen aus einer Hand Erhöhung der Zusammenarbeit aller Player

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