Pedal the Pandemic beendet

27.06.20
Kategorie: Kreisverbände, Aktionen, Aktuelles, Unna, Mobilität

Alternative zum Stadtradeln brachte schönste Touren und Entdeckungen

Stadtradeln fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus! Diese Nachricht vom März war fast zu erwarten, diesmal starb die Hoffnung zuletzt. Was tun? Alle geführten Radtouren des ADFC fielen ebenfalls aus, alle Radlertreffen, alle Drahteselmärkte abgesagt. Die meisten verbrachten viel Zeit zu Hause und das Internet gewann weiter an Bedeutung.

Zum Glück gab es nie eine Ausgangssperre, so dass Radfahren alleine, zu zweit oder als Wohngemeinschaft immer erlaubt war. Stark befahre Routen und viel besuchte Sehenswürdigkeiten sollten gemieden werden. Doch da gibt es ja noch viel mehr im Kreis Unna. Warum nicht mal die vielen, wenig oder gar nicht beworbenen Kleinode im Kreisgebiet in den Mittelpunkt stellen? Gedacht, getan: Das Mittel der Wahl war ein offener Blog, in dem jede*r mitmachen und ihre oder seine Touren und Entdeckungen präsentieren kann. Um den Aufwand für die Teilnehmer*innen möglichst gering zu halten, war nur eine E-Mail-Adresse und ein Pseudonym für die Anmeldung notwendig. Und um einen Anreiz zum Mitmachen zu setzen, sind Gewinne immer ein gutes Mittel. Ein paar geschäftstüchtige Sponsoren waren bald gefunden. Da wir keine „besten“ Blogbeiträge küren wollten, war eine Verlosung unter allen eingegangenen Artikeln die naheliegende Lösung. Möglichst viele Teilnehmer*innen mit möglichst vielen Radfahrgeschichten war unser Ziel, kein Literaturwettbewerb. Die Dauer der Aktion setzen wir genau in jenen Zeitraum, der für das abgesagte kreisweite Stadtradeln vorgesehen war - drei Wochen „Pedal the Pandemic“.
Anfangs hatten wir die Befürchtung, das kaum jemand mitmachen würde. Ist ein solches Format attraktiv? Erreichen wir die Leute mit dem bißchen Werbung in den Zeitungen und unseren sozialen Medien? Müssen wir am Ende die meisten Beiträge selber schreiben, damit es nach was aussieht? Die Fragen wurden eindeutig beantwortet. Am Ende hatten sich 78 Menschen angemeldet und 215 Blogbeiträge wurden hochgeladen. Tolle Geschichten und Fotos waren dabei, die Themen unerwartet vielfältig. Selbst wir, die wir den Kreis Unna schon kreuz und quer durchradelt haben, haben Unbekanntes kennen gelernt.


Natürlich gab es auch Kritik. Zwei Zeitgenossen missfiel, dass der Titel auf englisch war. Sie nahmen dies zum Anlass, nicht teilzunehmen. Wir haben den Titel gewählt, weil er ein interessantes Wortspiel darstellt und sich leicht merken lässt. Ein adäquates deutsches Pendant ist uns nicht eingefallen. Wir sind aber mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dies zukünftig zu ändern, wenn eine akzeptable Alternative gefunden wird. Gerade die ältere Generation konnte vielfach in jungen Jahren keine Fremdsprache lernen und ist in Teilen an der Stelle offensichtlich empfindlich. Wem ein passender deutscher Titel einfällt – wir sind offen für Vorschläge. Ein weiterer Kritikpunkt war die Beschränkung, nur alle 24 Stunden einen Beitrag hochladen zu können. Dies hatte den Zweck, Chancengleichheit herzustellen. Maximal 21 Artikel, und damit 21 „Lose“ im Topf, konnten so während der drei Wochen hochgeladen werden. Die Lösung ist nicht optimal, weil je nach dem Zeitpunkt des Hochladens der verbleibende Gesamtzeitraum unterschiedlich schnell schrumpft und mitunter am Ende weniger als 21 Artikel hochgeladen werden konnten. Besser wäre eine Steuerung über das aktuelle Datum. Wir arbeiten daran.

Die ermittelten Gewinnerinnen und Gewinner sind inzwischen veröffentlicht und die Preise übergeben. Aufgrund der positiven Reaktionen und des problemlosen Ablaufs während der drei Aktionswochen haben wir uns entschieden, den Blog auch außerhalb des Wettbewerbszeitraums zur Verfügung zu stellen. Auch die bisherigen Artikel bleiben online, solange der Speicherplatz es zulässt. Die zeitliche Einschränkung „Ein Beitrag pro 24 Stunden“ ist aufgehoben – es kann weiter und jederzeit gebloggt werden. Im nächsten Jahr ist daran gedacht, erneut eine Verlosung zu starten, allerdings mit einigem zeitlichen Abstand zum hoffentlich wieder stattfindenden Stadtradeln. 
Großer Dank an alle, die ihre Radlergeschichten geteilt und die Aktion mit Leben gefüllt haben!

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