Unnas Umlaufsperren fallen

16.05.08
Kategorie: Aktuelles, Unna

Kinderradanhänger und Behindertenräder haben endlich freie Fahrt. ADFC feiert den Abbau der ersten Umlaufsperre.

Am Freitag, den 16. Mai 2008 trafen sich Mitglieder der Ortsgruppe Unna des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) an der Umlaufsperre "Am Freizeitbad" in Massen, um den Abbau der Umlaufsperre zu feiern.

"Das ist ein kleiner Schnitt für die Flex, aber ein riesiger Fortschritt für die Unnaer Radfahrer", lobt Wilfried Prenger vom Unnaer Radclub die angekündigten Umbaupläne. Ein im Jahr 2005 vom ADFC Unna gestellter Bürgerantrag findet nun einen positiven Abschluss. Besonders die Sperren am Massener Freizeitbad hatten den Unmut der Fahrradlobby auf sich gezogen, da dieser Weg zum landesweit ausgeschilderten Radverkehrsnetz NRW gehört. Begründet hatte der ADFC Unna damals seinen Antrag auf Überprüfung der Sperranlagen u. a. mit den modernen Bauformen der Räder. Räder mit Kinderanhängern blieben regelmäßig an den Sperren hängen. Behindertenräder und breiten Kinderwagen wurde der Weg vollends versperrt. Ein Durchqueren der Anlagen mit großen Radgruppen war zur Tort(o)ur.

Laut Information des Fahrradbeauftragten der Stadt Unna, Wilfried Appel, sollen in den kommenden Monaten alle Hindernisse auf den Radwegen der Stadt Unna entweder beseitigt oder fahrradfreundlich umgebaut werden. Nach einer Aufstellung der Verwaltung befinden sich im Radnetz unserer Stadt 26 Drängelgitter und 7 Sperrpfosten.

Nach Beratungen mit dem Ordnungsamt und dem ADFC wurden 15 Umlaufsperren für entbehrlich geachtet. Sie sollen teilweise durch Pfosten mit einer ausreichenden Durchfahrtsbreite ersetzt werden. Vier der aufgelisteten Sperren gehören nicht zum Unnaer Stadtgebiet.  Hier werden die angrenzenden Kommunen Holzwickede (Sperre Provinzialstraße) und Kamen (Sperre Gießerstraße) vom ADFC in einem Anschreiben aufgefordert werden, dem positiven Beispiel der Unnaer Verwaltung zu folgen. Fünf weitere Gitter sollen fahrradfreundlich umgebaut werden. Durch Schrägstellung der Gitter und unter Einhaltung einer Mindestdurchfahrtsbreite von 1,50 m erlauben diese Sperren ein komfortables Durchfahren bei Beibehaltung der hier notwendigen Sperrfunktion.

Möglich wurden die "Fällaktionen" durch die neuen "Empfehlungen für die Anlage von Umlaufsperren im Kreis Unna" aus dem Jahr 2006. Unter Zuhilfenahme eines Positionspapieres des ADFC Bundesverbandes und Erfahrungen aus anderen Städten arbeiteten die Radverkehrsbeauftragten der Kreiskommunen zusammen mit einem Vertreter der Emschergenossenschaft an diesen Empfehlungen.

 

"Wir danken besonders dem Unnaer Radwegeplaner Wilfried Appel", meint Gaby Jöhnk. "Er hat die wesentliche Arbeit geleistet, die zu diesem Erfolg geführt hat." Der Erfolg motiviert hoffentlich die Verantwortlichen der Nachbarkommunen zur Nachahmung. Entsprechende Anträge sind jedenfalls vom Kreisverband des ADFC Unna gestellt worden.


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