Radstation startet mit Qualitätsoffensive in die Saison

20.04.13

Schon vor dem Drahteselmarkt am 4. Mai lädt die Radstation am Unnaer Bahnhof ein: Neue Kunden können eine Woche lang den Service und den Komfort der Station kostenlos testen. Ein Schnellcheck der Drahtesel zum Saisonstart ist inklusive. Und: Auf der Grundlage einer finanziellen Beteiligung des Kreises Unna und der Kreisstadt kann die Station auch erstmals wieder ein festes Kompetenzteam für die Kunden bieten: Radstationsleiter Waldemar Mai und sein Servicekollege Dennis Brunke stehen neben zwei Bürgerarbeitern als Ansprechpartner für die Kunden bereit. „Ob Informationen, Tourentipps, Radparken oder Reparaturen – wir helfen gerne“, sagt Waldemar Mai.

Kurzfristig reagiert die Radstation jetzt auch auf Wünsche des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs und engagierten ortsansässigen Radlern: Künftig haben nicht nur Stammkunden an sieben Wochentagen rund um die Uhr mit einem Chip Zugang zur videoüberwachten Station. Auch Gelegenheitsparker können außerhalb der Servicezeiten (erst mal 9 bis 18 Uhr) die geschützte Parkmöglichkeit für 24 Stunden am Tag nutzen. Das Angebot der Radstation: Für ein Pfand von 30 Euro holen sie sich einen Chip, am Monatsende wird je nach Nutzung abgerechnet. Das Zugangssystem erfasst jeden Eintritt. „Wir nehmen diesen Zusatzaufwand auf uns, um möglichst viele Kundinnen und Kunden zufrieden zu stellen“, sagt Stefan Rose, Betriebsleiter der DasDies Service GmbH als Betreiber der Radstation. „Wir arbeiten allerdings daran, das Zugangssystem etwa mit Prepaid-Chips noch komfortabler zu machen.“

Die Parkpreise in der Radstation bleiben moderat: Ein Euro pro Tag (Schüler 0,50 €), zehn Euro im Monat (5,00 € für Schüler) und 100 Euro im Jahr (Schüler 50,00 €) zahlen die Kunden. Dazu bietet die Radstation als Serviceknoten kostenlose Informationen zu allen Radthemen, zu Touren und Unnaer Attraktionen. Ein breites Angebot an Leihrädern wartet auf Kunden. Unter Regie des Zweiradmechaniker-Meisters Stefan Rose erledigt das Team auch Reparaturen nach dem Motto „morgens gebracht, abends gemacht.“

Wie berichtet stand der Betrieb der Radstationen kreisweit aufgrund der massiven Kürzungen der Arbeitsmarktfördermittel auf der Kippe. Das Integrationsunternehmen DasDies hatte früher über 80 geförderte Arbeitskräfte, um 12 Radstationen mit langen Öffnungs- und Servicezeiten an den Bahnhöfen in Unna, Kamen, Methler, Lünen, Brambauer, Selm, Bönen und Schwerte sowie Lünen City und Werne-Roggenmarkt zu betreiben. Nach den Kürzungen blieben gerade mal zwölf Ein-Euro-Jobber übrig. Mit einer kommunalen Gemeinschaftsinitiative will jetzt der Kreis Unna zusammen mit dem Betreiber der Radstationen, der AWO-Tochter DasDies Service, das Angebot dauerhaft sichern und qualitativ aufwerten. Der Kreis Unna und die Kommunen, in denen die Radstationen mit ÖPNV-verkehrspolitischer Bedeutung bestehen, sichern in diesem Jahr die Festanstellung von Stammpersonal in den Kern-Radstationen, damit diese unabhängig von den Arbeitsmarktfördermitteln arbeiten können. Jeweils zur Hälfte übernehmen der Kreis Unna und die entsprechenden Kommunen die Abdeckung des Defizites. "Wir gehen davon aus, dass durch diese Absicherung verbunden mit optimierter Kundenbindung und nachhaltiger Kundenorientierung auch die Qualität der Arbeit, die Zufriedenheit der Kunden und damit auch die Einnahmen steigen", meinen Klaus-Peter Dürholt, Verkehrsplaner des Kreises Unna, und Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies.


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