Radfahren in der dunklen Jahreszeit

17.10.08
Kategorie: Aktuelles, Unna

Radfahren im Herbst und Winter bringt Herz und Kreislauf in Schwung, baut Stress ab, macht Spaß und steigert die Abwehrkräfte. Das wissen die aktiven Mitglieder des ADFC Unna und daher fahren sie ihre Sonntagstouren auch in der kalten Jahreszeit jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 10.30 Uhr ab dem Umweltberatungszentrum.

Nässe, Laub und Schnee erfordern vom Fahrer ein angepasstes Verhalten. Nässe an sich íst dabei nicht das Problem. Aquaplaning wie etwa bei abgefahrenen Autoreifen kann beim Radfahren aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten und der schmaleren Reifen nicht passieren. Nässe in Verbindung mit Laub hat jedoch die Hafteigenschaft von Schmierseife. Also: Tempo rausnehmen und vorausschauend fahren. Maßvoll bremsen und bitte! keine hektischen Lenkbewegungen.

Autofahrer sollten einen großzügigen Abstand (1,50 m) zu dem auf der Straße fahrenden Fahrradfahrer lassen. Laubberge, Äste oder Schneereste am Straßenrand können dazu führen, dass Radfahrer unversehens einen kleinen Bogen zur Straßenmitte fahren.

Frische Schneedecken im Winter sind gut befahrbar. Überfrorener Schnee und Glatteisflächen erfordern jedoch dasselbe defensive Fahrverhalten wie auf nassem Laub.

An dieser Stelle hat der ADFC Unna eine Forderung an die Stadtreinigung, die Reinigung der Radwege in Herbst- und Winterzeiten zu intensivieren. Besonders Schulradwege und das ausgeschilderte Radverkehrsnetz NRW sollten im Herbst und Winter die gleichen Reinigungszyklen wie Hauptstraßen erhalten.

Auch das Rad selbst muss in dieser Zeit häufiger gepflegt werden. Ketten, Schaltung und die beweglichen Teile leiden sehr unter Nässe und Salz. Schwergängigkeit bis zur Unbeweglichkeit sind oft die Folge. Ketten und Schaltung müssen geschmiert und imprägniert werden. Eine Vielzahl unterschiedlicher Pflegeprodukte sind im Fachhandel erhältlich.

Die Beleuchtung ist in den letzten Jahren viel solider geworden. Die Bauform der Nabendynamos stellt sicher, dass auch bei Schnee und Matsch genügend Strom zu den Lampen fließt, da er nicht wie der Seitenläufer zum "Durchrutschen" neigt.  Lampen mit Standlichtfunktion werden von vielen Radlern als Segen empfunden, weil man nicht bei jedem Halt an der Ampel im Dunkeln steht. Ein während der Fahrt aufgeladener Kondensator hat genügend Energie gespeichert, um eine Lichtemissionsdiode für den kurzen Zwischenstopp zu erhellen.

Muskeln erzeugen die Vorwärtsbewegung des Radlers. Als Abfallprodukt liefern sie Wärme. Dies ist in der kalten Jahreszeit geradezu erwünscht. Die optimale Bekleidung für den im Winter fahrenden Radfahrer ist daher dünn, atmungsfähig, winddicht und wasserabweisend. Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip. Mehrere dünne Schichten übereinander sind besser als eine dicke Schicht.
Dunkle Kleidung fängt Licht ein und gibt sie als Wärmestrahlung ab. Einerseits praktisch für den Wärmehaushalt, andererseit schlecht, da der Mensch in der Dunkelheit zum schwarzen Loch mutiert. Helle, in die Kleidung eingenähte Reflexstreifen sind ein idealer Kompromiss bei der Kleiderwahl.

Gerade ein guter Helm ist so konstruiert, dass er in Sommerzeiten ein übergroßes Transpirieren des Kopfes durch gute Luftzirkulation verhindert. Im Winter wird dies zum schmerzhaften Nachteil. Sehr empfehlenswert sind dünne Mützen unter dem Radhelm.  Es gibt auch regen- und windabweisende Überzüge für den Helm.Handschuhe und Schuhgamaschen schützen die besonders bei Frauen empfindlichen Extremitäten. Handschuhe sollten allerdings nicht zu rutschig sein und ein einwandfreies Schalten und Bremsen ermöglichen.Haben Sie Beleuchtungsprobleme oder weitere Fragen? Tipps und Tricks zum Radfahren in der dunklen Jahreszeit erhalten Sie zu den Fahrradberatungszeiten jeden Dienstag in der Zeit von 17.00 Uhr - 18.30 Uhr im Umweltberatungszentrum an der Ostseite des Unnaer Rathauses.


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