Finanzielle Absicherung von Radstationen im Kreistag beschlossen

27.02.13
Kategorie: Aktuelles, Unna, Presse

Radstation Kamen, Foto: Peter Heinrichsmaier



Eröffnung Radstation Unna



Farbenspiel Radstation Unna


Das Plädoyer von Landrat Michael Makiolla in der Kreistagssitzung am Dienstag, den 26.2.2013 war eindeutig: "Die Radstationen sind für den Radverkehr und als Bindeglieder zu Schiene und Bus unverzichtbar. Wir sollten uns bemühen, das im Kreis vorhandene, bundesweit einmalige Netz dieser Stationen zu erhalten." Das sahen auch die im Kreistag vertretenen Fraktionen so und beschlossen einstimmig die Finanzierungsbeteiligung des Kreises an den Betriebskosten von sechs Radstationen mit besonderer Bedeutung für den ÖPNV.

Derzeit verfügt der Kreis Unna über 13 Radstationen, die neben dem bewachten Parken auch viele Serviceleistungen bieten. Weil die Arbeitsmarktfördermittel als wichtige Voraussetzung für den Betrieb der Radstationen stark gekürzt wurden, können die Stationen im Kreis derzeit nicht mehr kostendeckend arbeiten. Mit einer kommunalen Gemeinschaftsinitiative will der Kreis nun zusammen mit dem Betreiber der Radstationen, der AWO-Tochter DasDies Service GmbH, das Angebot an zentralen Standorten dauerhaft sichern und qualitativ aufwerten. Das Konzept sieht zudem vor, dass Standorte mit sehr geringer Nachfrage und nicht vorhandener ÖPNV-politischer Bedeutung nicht mehr als aufwändig besetzte Radstation weitergeführt werden. Über eine entsprechende Umstrukturierung dieser Stationen entscheidet die DasDies Service GmbH als Betreiber.

Im Kreistag beschlossen wurde eine Finanzierungsbeteiligung des Kreises an den Betriebskosten der zentralen Radstationen an den Bahnhöfen in Kamen, Unna, Schwerte, Bönen und Lünen sowie in der Lüner Innenstadt in Höhe von insgesamt 60.000 Euro. Die Mittel stammen aus Fördermitteln des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Ruhr-Lippe (ZRL). Der Betrag wird entsprechend der prognostizierten Defizitbeträge der einzelnen Radstationen aufgeteilt; finanziert wird für jede Station die Hälfte des Betriebskostendefizits. Nach diesem Schlüssel ergeben sich für die einzelnen Radstationen Fördersummen des Kreises zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

Voraussetzung für die Auszahlung der Mittel ist, dass sich die jeweiligen Kommunen ebenfalls verbindlich zur Finanzierung der anderen Hälfte des Defizits verpflichten. In Lünen und Schwerte wurden bereits entsprechende Ratsbeschlüsse gefasst, auch die Stadt Kamen hat ihre Zustimmung signalisiert. In Bönen und Unna wird derzeit noch beraten. Gibt es in den Städten grünes Licht, werden die zentralen Radstationen in Lünen, Kamen, Unna, Schwerte und Bönen gestärkt. Durchgehend sollen hier technisch gestützte Öffnungszeiten (Chip-Zugang) rund um die Uhr und Servicezeiten mit Fachpersonal montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr angeboten werden. Mit der Förderung ist die Festanstellung von Stammpersonal zunächst gesichert. "Wir gehen davon aus, dass durch diese Absicherung auch die Qualität der Arbeit, die Zufriedenheit der Kunden und damit auch die Einnahmen steigen", unterstreicht Sabine Leiße, Leiterin der Stabsstelle Planung und Mobilität beim Kreis. Trotzdem hofft der Kreis mittelfristig auf eine Finanzierungsbeteiligung des Landes und damit auf eine generelle Absicherung und Aufwertung der Radstationen.


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