Die Bahntrasse von Königsborn nach Welver muss asphaltiert werden

14.11.13

Auf Hammer Gebiet ist der Radweg schon Realität


Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Kreisverband Unna (ADFC) begrüßt den vom Kreis Unna am 6.11.2013 vorgelegten Beschlussvorschlag, den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse von Königsborn nach Welver mit einer Asphaltdecke zu versehen. Die Radfahrer in Unna brauchen komfortable, sichere und schnelle Radwege, die ganzjährig nutzbar sind.

"Wenn wir das Fahrrad lediglich als ein Vehikel für Schönwetterradler ansehen, werden wir der Bedeutung des Fahrrades für den Klimaschutz nicht gerecht," meint Werner Wülfing, der dem ADFC Kreisverband vorsteht. "Die Infrastruktur muss so ausgestaltet werden, dass das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel zu jeder Tages- und Jahreszeit mit Freunde genutzt wird," fügt Wülfing an.

Die Bahntrasse Unna-Welver ist nicht nur von kommunaler (A4, U3, U4), sondern auch von überregionaler Bedeutung, denn auf ihr verläuft der Rundkurs Ruhrgebiet, der über den Radroutenplaner NRW routebar und auf weiteren touristischen Portalen dargestellt ist. Die Bahntrasse ist eine ausgeschilderte Verbindung zwischen Hamm und Unna.

Das Fahrrad wird in Zukunft eine viel größere Bedeutung haben als heute. Ein steigendes Umweltbewußtsein im Zeichen des Klimawandels, ein vermehrtes Streben nach Gesundheitvorsorge, ökonomische Vorteile aber auch technische Entwicklungen wie die elektrische Tretunterstützung lassen die Fahrradnutzung in der Quantität, der Geschwindigkeit und der Reichweite zunehmen. Der von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Radverkehrsplan 2020 spricht von Steigerungsraten im städtischen Bereich von über 40 %.

Unsere Radwege müssen für diese Zukunft ausgerichtet werden. Die Landesregierung fördert aus diesen Gründen den Radschnellweg 1, der auf der Klöcknerbahntrasse auch durch den Kreis Unna verlaufen soll. Sie setzt mit dem RS1 Standards in Breite, Belag und Kreuzungsfreiheit - Standards, die in anderen Ländern längst Normalität sind. Das Alleenradwegeprogramm, das als Fördertopf für den Ausbau der Radtrasse Königsborn-Welver dient, soll alte Bahntrassen als Infrastruktur sichern und dem Radverkehr qualitativ hochwertige neue Wege ermöglichen.

Um eine ganzjährige Befahrbarkeit zu ermöglichen, ist im Herbst eine Reinigung der Wege vom Laub, sowie ein Winterdienst notwendig. Diese Reinigungsarbeiten mit Maschineneinsatz sind auf wassergebundenen Decken nicht möglich.

Der Rollwiderstand und somit der Energieaufwand steigert sich auf wassergebundenen Decken für den Radfahrer spürbar um 50 - 100%. Splittwege sind rutschig, oft wellig, und in trockenen Wetterperioden  stets staubig. Kinder in Fahrradanhängern werden durch die Aufwirbelung mit Steinen und Staub besonders stark beeinträchtigt. Bei Regentagen wird Schlamm hochgeschleudert. Wassergebundene Decken wachsen schnell von den Seiten zu. Die geringere Festigkeit der Oberfläche führt zu schnellen Auswaschungen, wie sie regelmäßig auf den Radwegen entlang des Massener Baches zu erleben sind. Zwar ist die Herstellung einer Asphaltdecke etwas teurer als die wassergebundene Decke, dieser Vorteil wird allerdings durch den erheblich höheren jährlichen Unterhaltungsaufwand zunichte gemacht, wie der Kreis Unna in seiner Vorlage vorrechnet.

Bahntrassen sind hochverdichtet, daher dürfen diese selbst in Schutzgebieten asphaltiert werden. Da Radwege nicht an die Kanalisation angeschlossen sind, steht das Wasser für die Grundwasserneubildung zur Verfügung. Diesbezüglich unterscheiden sich die Asphaltdecken nicht von den wassergebundenen Decken. Die stärkere Aufheizung von Asphaltdecken ist bei dem geplanten Radweg nicht zu befürchten, da die Trasse insgesamt abgeschattet ist.

Dem ADFC ist bekannt, dass diese Trasse auch ein beliebter Wanderweg ist. Daher ist verständlich und ehrenhaft, dass der SGV sich für bestehende Wege stark macht. Durch einen Ausbau wird der Weg für weitere Nutzergruppen erschlossen. Durch eine Asphaltierung erhalten Nutzer von Rollatoren einen neuen Weg in die Natur. Konflikte zwischen Radfahrern und Wanderern werden durch einen Ausbau eher verringert, da die nutzbare Breite größer wird.

Werner Wülfing

© 2020 ADFC Kreisverband Unna e. V.