Uwe Schröter, Wolfgang Hinnendahl und Walter Witte begleiteten Hans-Hermann Göhner (r.) auf der Tour nach Venedig. Die Vier stehen auf einer Brücke, die in der Lagunenstadt über den Canal Grande führt.

Mit dem Rad zum Canal Grande

Hans-Hermann Göhner (62) ist nicht zu bremsen: 1.800 Kilometer bis nach Venedig geradelt

(Quelle : NW vom 30.7.2011)

VON EKKEHARD WIND

 


Enger. Hans-Hermann Göhner zieht’s in europäische Hauptstädte. An seinem PC plant der Engeraner minutiös jedes Jahr eine andere spannende Radtour. Letztes Jahr fuhr er mit einer Gruppe nach Wien. Jetzt war eigentlich Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, das Ziel der Tour. Doch es gab gute Gründe für Hans-Hermann Göhner, die Strecke bis nach Venedig zu verlängern.


Mit 62 Jahren war er der jüngste in der sportlichen Vierer-Gruppe, die sich auf den 1.800 Kilometer langen Weg durch fünf europäische Länder machte. Begleitet wurde er von Wolfgang Hinnendahl (72) aus Enger, Uwe Schröter (68) aus Herford und Walter Witte (64) aus Oerlinghausen.

"Wir sind alle leidenschaftliche Radfahrer", erzählt Göhner. "Extra trainieren mussten wir deshalb nicht." Der Sprecher der Engeraner ADFC-Gruppe ist fast jeden Donnerstag und Samstag auf Radtour durch die heimische Region und holt sich da seine Kondition.

Dennoch: Drei Wochen im Sattel und an jedem Tag im Schnitt 100 Kilometer zu kurbeln, ist eine enorme Leistung. "Wichtig ist, unterwegs viel zu trinken", sagt Göhner. Gerade wenn es sehr warm ist. Ins Schwitzen kamen die vier Radler auf ihrer Tour bereits in Thüringen. "Da gibt’s nur Berge. Das ist hammerhart."

Bei der Planung der Route achtet Göhner darauf, Hauptstraßen zu meiden. "Asphaltierte Wirtschaftswege sind klasse. Da rollt es und man hat keinen Verkehr." Von Deutschland ging es weiter nach Tschechien. Dort sind allerdings einige Wege, die sich die Gruppe ausgesucht hatte, reine Schotterpisten und kaum befahrbar. Deshalb sahen sich die Vier gezwungen, mitunter auf eine Staatsstraße auszuweichen. "Toll dagegen war der Moldau-Radweg", erinnert sich der Engeraner gern.

Am späten Nachmittag, wenn die Gruppe ihr Tagesziel erreicht hatte, stand nach einem erfrischenden Bier eine Kulturtour zu Fuß durch die jeweilige Stadt auf dem Programm. "Zuvor haben wir uns um eine Übernachtungsmöglichkeit in einer Pension oder in einem Hotel gekümmert", berichtet der 62-Jährige.

Am anderen Tag ging’s gleich wieder in den Sattel – 10 bis 12 Kilo Gepäck immer dabei. "Das Wichtigste, was ich dabei hatte, war mein GPS-Gerät", verrät Hans-Hermann Göhner. Das habe die Gruppe tadellos zu den jeweiligen Etappenorten geleitet. Nur einmal führte das Gerät die Radler in die Irre. Göhner: "Da standen wir plötzlich in einem Wald und es ging nicht weiter."

Über Kärnten in Österreich fuhren die Vier weiter nach Slowenien. Eigentlich sollte die Hauptstadt Ljubljana das Endziel der Radtour sein. Aber bei der Planung war Göhner auf ein Problem gestoßen: Es gab dort nach seinen Recherchen keine Möglichkeit, bei der Rückreise nach Deutschland im Zug die Fahrräder mitzunehmen.
Also verlängerte die Gruppe ihre Tour bis nach Venedig. "Wir waren gut im Zeitplan und haben es dann zwischendurch langsamer angehen lassen", berichtet der Engeraner, der immer mit Helm fährt. "Klare Sache – der gehört aus Sicherheitsgründen dazu."

Nach drei Wochen im Sattel erreichten die Radler Venedig. Sie nahmen sich drei Tage Zeit, die Sehenswürdigkeiten der weltberühmten Lagunenstadt zu erkunden. Markusplatz, Rialto-Brücke und der Besuch einer Glasbläserei in Murano gehörten zu den Highlights.

Im überfüllten Nachtzug ging’s von Venedig zurück nach München und von dort in die Heimat. Ausruhen ist aber nicht angesagt. Denn: Die nächste Tour hat Hans-Hermann Göhner schon geplant. Bereits Anfang September tritt er wieder kräftig in die Pedalen: Mit einer zehnköpfigen Gruppen geht es mal kurz nach Amsterdam.

 

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Dokument erstellt am 29.07.2011 um 20:49:42 Uhr
Letzte Änderung am 29.07.2011 um 20:50:36 Uhr

 


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