Handarbeit:Mit der dicken schwarzen Kurbel (Vordergrund Bildmitte) mussten sich die Radler selbst über den Fluss kurbeln. Zur Nässe von unten kam an diesem Tag auch Nässe von oben.

 

Die Heimat ganz neu erfahren

ADFC Enger radelt nach Amsterdam / Doris Brinkmann ganz neu dabei
(Quelle : NW vom 11.09.2011)

VON MARTINA CHUDZICKI

Die eigene Heimat sieht sie mit ganz anderen Augen, seitdem sie das Auto immer häufiger mit dem Fahrrad tauscht. Da huschen die Landschaften nicht mehr an der Windschutzscheibe vorbei, sondern entfalten sich langsam mit immer wieder überraschenden neuen Eindrücken. Seit Doris Brinkmann in die Pedale tritt, hat sie schon so einige Ecken in und um ihre Heimatstadt Spenge neu entdeckt. Dabei ist sie gar nicht mal so langsam unterwegs, denn die Spengerin ist der jüngste Neuzugang im ADFC Enger. Und der betreibt das Radfahren durchaus sportlich.


Rund 40 bis 50 Kilometer legen die Mitglieder des Fahrradclubs allein auf ihren Nachmittagsfahrten zurück. Und die werden immerhin zweimal in der Woche - donnerstags und samstags - angeboten. Dazu kommen immer wieder Tagesfahrten, die nicht selten 100 und mehr Kilometer lang sind. Mittlerweile kann Doris Brinkmann mit den "alten Hasen" der Radlergruppe mithalten. "Aber es hat doch einiges an Training gebraucht," sagt sie.


Besonders stolz ist sie darauf, dass sie jetzt an ihrer ersten Mehrtagesfahrt teilnehmen konnte. Zusammen mit neun weiteren Radlern und Radlerinnen ging es in der vergangenen Woche nach Amsterdam. Immerhin 375 Kilometer waren bis ins Herz der holländischen Metropole zurückzulegen.

Das Tagespensum pendelte zwischen 60 und 120 Kilometern. Im Schnitt fuhr der Trupp aus Enger rund 16 bis 18 Kilometer pro Stunde. Trotzdem waren am Abend alle immer noch fit genug, sich in den Etappenzielen umzusehen. In Münster stand eine Stadtführung auf dem Programm, in Rees am Rhein saß man bei Superwetter noch lange auf der Terrasse des kleinen Landhotels zusammen, in Amersfoort feierten die heimischen Radler beim Sommerfest auf dem Marktplatz mit.

Dazwischen lagen viele schöne Erlebnisse: so mussten die Radler einmal mit einer Minifähre übersetzen, die sie mit einer großen Kurbel selbst antreiben mussten, in Coesfeld gerieten sie mitten in den turbulenten Markttag, in Holland standen sie auf einmal mitten in der Heide zwischen vielen Schafen. Und immer wieder, so schwärmt Doris Brinkmann, fuhren die Radler durch wunderschöne Alleen und auf landwirtschaftlichen Wegen durch nahezu unberührte Natur. "Das war eine tolle Strecke, die Hans-Hermann Göhner da ausgesucht hatte," sagt sie.

Klar, dass sie beim nächsten Mal wieder dabei sein wird. Möglichkeiten stehen genügend zur Auswahl, denn der ADFC Enger gehört dem ADFC im Kreis Herford mit mehreren Ortsverbänden an. "Jeder kann grundsätzlich an allen Angeboten dieser Ortsgruppen teilnehmen," betont Hans-Hermann Göhner. Und auch Gäste sind auf allen Touren willkommen, allerdings sollte man schon ein wenig trainiert sein und ein gutes Fahrrad haben. "Denn wir fahren ja überall, auf Schotter, Waldboden oder Asphalt."

Sorge macht den Radlern im ADFC lediglich der Nachwuchs. Doris Brinkmann ist nicht nur der jüngste Neuzugang, sondern mit ihren 58 Jahren auch eine der jüngsten im Club. "Schade", meint sie. "Gerade junge Leute könnten hier so viel erleben und von der Gemeinschaft profitieren."

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Dokumenten Information
Copyright © Neue Westfälische 2011
Dokument erstellt am 09.09.2011 um 17:08:54 Uhr
Letzte Änderung am 10.09.2011 um 10:11:35 Uhr


URL: http://www.nw-news.de/lokale_news/enger_spenge/enger_spenge/?em_cnt=4956739&em_loc=157

 

 

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