Der Fahrradständer vor dem evangelischen Gemeindehaus in Enger sieht wenig vertrauenswürdig aus. Hier stellen nicht nur Konfirmanden ihr Zweirad ab, hier könnten auch Museumsbesucher ihr Gefährt "parken", denkt Hans-Hermann Göhner. Foto - Karin Wessler/NW


         - Felgenkiller ersetzen-

Clubmitglieder in Enger wünschen sich eine fahrradfreundlichere Stadt

VON KARIN WESSLER (Quelle NW v.9.3.12)

 "Wenn die Stadt mal wieder Geld hat, kann sie mal etwas für die Fahrradfahrer tun", sagt Hans-Hermann Göhner mit einem Lachen. Seit vielen Jahren ist er im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Enger aktiv. Sein Wunsch: Die Stadt für Radtouristen und heimische Radfahrer attraktiver zu machen. Zuerst würde er die alten Fahrradständer in der Innenstadt ersetzen - sowohl die städtischen als auch diejenigen, die vor Geschäften platziert sind. Auch mehr durch weiße Strichelung abgetrennte Radstreifen auf den Straßen wünscht er sich.

Göhner betont: "Enger darf die Zukunft nicht verschlafen. Wer für eine Energiewende ist, muss auch für eine Verkehrswende stimmen - das heißt: mehr Raum für Fahrrad und Öffentlichen Personennahverkehr schaffen". Dazu gehöre auch, (bepackte) Zweiräder, schwerere E-Bikes oder Pedelecs sicher abstellen zu können, etwa während eines Museumsbesuches oder Stadtrundganges.
Im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) bestehe so die Möglichkeit, führt Göhner aus, auch Enger für Radtouristen attraktiver zu machen. Nach Auffassung der ADFC-Ortsgruppe könnten Fahrrad-Bügel-Ständer zum Beispiel an den Museen, der Stiftskirche oder auf dem Barmeierplatz platziert werden. Göhner: "Dies wäre ein Anfang in Richtung fahrradfreundliche Stadt."

An mehreren Stellen in der Innenstadt sind unterschiedliche Fahrradständer vor Banken und Geschäften, am Rathaus oder am Bustreff zu finden - die meisten von höchst zweifelhafter Güte. "Fast alle sind echte Felgenkiller", weiß der Zweirad-Experte, der mit dem Velo schon in etlichen Ländern unterwegs war. "Für Fahrräder mit Stahlfelge und Rücktritt mögen sie ja noch taugen. Aber für Räder mit Alu-Felge sind sie absolut untauglich." Da stellen Radler ihren Drahtesel lieber gleich neben dem Ständer ab, wie Göhner am Rathaus beobachtete. "Normalerweise reicht ja ein gut eingestellter Ständer am Fahrrad aus. Mit Gepäck oder bei Wind wird es da schon kritischer", weiß er aus eigener Erfahrung.

Besonders gut sind knapp ein Meter hohe, bügelartige Fahrradständer, wie sie an der neuen Stadtbücherei in Spenge oder am Alten Markt in Herford stehen. "Die sind schlicht und ohne Schnickschnack , aber man kann bedenkenlos ein bepacktes Fahrrad hier abstellen und es auch am Rahmen anketten". Bei den niedrigen Fahrradständern aus Eisenrohr ("die sind kein Schmuck für die Stadt") ist nur das Vorderrad anzuketten. "Wer ein teureres Rad besitzt, möchte es mit einem Bügelschloss so abschließen können, dass er bei seiner Rückkehr noch das komplette Rad vorfindet - und nicht nur den Vorderreifen."

Die Zahl der Zweiradfahrer werde immer größer. "Die Stadt sollte ein Konzept finden, das Enger vorwärts bringt und fit macht für die Fahrradtouristen". Nachbarstädte wie Bünde hätten seit Jahren Fahrradbeauftragte und seien in dieser Frage weiter. "Man muss es aber wollen", so Göhner.

Der ADFC Enger hatte der Stadtverwaltung und allen Fraktionsvorsitzenden schriftlich seine Ideen und Wünsche unterbreitet. Auch müssten die Geschäftsleute sensibilisiert werden, in diese Richtung für ihre Kunden zu investieren, so Göhner. Fachbereichsleiter Wilhelm Freese: "Das ist ein guter Ansatz und positiv zu bewerten. Diese Idee kann in den unterschiedlichen Fachgremien diskutiert werden", so sein Wunsch. "Vielleicht gibt es ja auch Programme, so etwas finanziell zu fördern."

 

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Dokument erstellt am 08.03.2012 um 18:16:20 Uhr
Letzte Änderung am 08.03.2012 um 20:59:53 Uhr

 

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