Antworten der Hückelhovener Parteien in der Reihenfolge des Rücklaufes

1. Sichere Rad- bzw. Fußwege vs. Parkplätze im öffentlichen Raum, wie lösen Sie diesen häufig empfundenen Widerspruch?

CDU

Jansen: Die größte Herausforderung in unserer Stadt besteht da, wo es eng ist und viel Verkehr herrscht. (Fahrräder, Fußgänger, Autos und ÖPNV) Das ist in Hückelhoven die Parkhofstraße als Haupteinkaufsstraße. Als diese vor 13 Jahren neugestaltet und zur Einbahnstraße wurde, haben wir mit Unterstützung eines Büros für Verkehrsplanung alle Beteiligten gleichgesetzt. Die Höchstgeschwindigkeit im Abschnitt der Einbahnstraße beträgt 20 km/h. Fahrräder dürfen beidseitig die Straße befahren. Hauptlaufrichtungen der Fußgänger sind im Straßenbereich gesondert gekennzeichnet. – Mit Erfolg: Die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer führt bis zum heutigen Tag dazu, dass in diesem Bereich zu keinen größeren Vorfällen gekommen ist. Für alle anderen Bereiche der Stadt finden zweimal jährlich Sicherheitskonferenzen mit der Kreispolizeibehörde, dem Ordnungsamt der Stadt sowie mir als Bürgermeister statt. Dort wird auf Erkenntnissen der Unfallkommission und auf Hinweisen aus der Politik und der Bevölkerung (in sensiblen Bereichen) an Gefahrenstellen oder Unfallschwerpunkten gemeinsam nach der besten Lösung gesucht. 

Die Linke

Der große Bedarf an Parkplätzen ergibt sich aus dem massiven Individualverkehr, den wir durch einen mit Bürgertickets finanzierten ÖPNV abbauen wollen. Weniger Autos, weniger Parkplätze. Mehr Sicherheit.

 

2. Der Unterschied zwischen Tempo 30 und Tempo 50 kann bei einem Unfall den Unterschied zwischen Unversehrtheit und schweren Verletzungen ausmachen. Wie stehen Sie dazu, zur Sicherung der Radfahrer und Fußgänger innerorts flächendeckend Tempo 30 einzuführen?

CDU

Jansen: Ich unterstütze ein flächendeckendes Tempo 30 innerorts. Hierzu hat die Stadt Hückelhoven bereits in den 1990er-Jahren bei allen Nebenstraßen Tempo 30 und eine Rechts-vor-Links-Regelung eingeführt. Bei Land- und Kreisstraßen ist dies nur eingeschränkt möglich. Ich lege mich regelmäßig mit den übergeordneten Behörden bezüglich Temporeduzierungen in den Ortslagen an. Im Ortsteil Hilfarth, wo die L 364 zudem auch noch Schulweg für die Grundschule ist, wurde mir die Abnahme der Tempo-30-Schilder angeordnet. 

Die Linke

Ein Tempolimit von 30 Km/h, das sich nicht durch die konkrete Situation vor Ort begründen lässt, sondern einfach nur aus Prinzip gelten soll, lehnen wir ab.

 

3. Ein Radwegenetz muss geplant, gebaut und unterhalten werden. Das kostet Geld und Personal! Welchen Beitrag pro Einwohner würden Sie im Haushalt für diese Aufgaben ansetzen?

CDU

Jansen: Das kann nicht pauschal festgelegt werden, sondern hängt vielmehr von der Fläche, Topographie und den besonderen Gegebenheiten einer Kommune ab. Für Hückelhoven sind in den nächsten Jahren zwei Fahrradbrücken über die Rur, ein Fahrradschnellweg quer durch die Stadt von Baal nach Ratheim (7 km) sowie für die Renovierung des Ruruferradwegs und den Neubau bzw. die Unterhaltung von Fahrradwegen rund 5 Millionen Euro kalkuliert. Für Hückelhoven bedeutet das bei 40.000 Einwohnern pro Jahr circa eine Million Euro. Das ergibt eine Pro-Kopf-Pauschale in Höhe von 25 Euro pro Jahr.

Die Linke

DIE LINKE. Hückelhoven setzt sich dafür ein, dass das Radwegenetz der Stadt voll ausfinanziert wird. Ein fester Betrag pro Kopf (Radwegesteuer?) ergibt unserer Ansicht nach jedoch keinen Sinn.

 

4. In der öffentlichen Wahrnehmung wird das Fahrrad noch häufig als Freizeit- oder Sportgerät angesehen und als Verkehrsmittel unterschätzt. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie in der Öffentlichkeit für das Fahrrad als Verkehrsmittel werben?

CDU

Jansen: Dafür bietet sich öffentliches Aufklären bei fahrradbezogenen Veranstaltungen an, wie z. B. das Stadtradeln/dem Radwandertag, dem City Fest, den Unternehmertreffs. Seit circa zehn Jahren beziehen wir bei den Automobilausstellungen das Fahrrad mit ein. Weitere Anreize können Arbeitgeber bieten, z. B. mit hochwertigen Abstellplätzen am Rathaus oder Zurverfügungstellung von E-Bikes für die Mitarbeiter. Der Aufnahmeantrag der Stadt Hückelhoven beim ADFC läuft. 

Die Linke

Die Mitnahme von Fahrrädern in Bussen und Bahnen soll nicht nur erlaubt sein, sondern aktiv gefördert werden. An allen Haltestellen müssen Fahrradständer vorhanden sein. In der Innenstadt sowie an Treffpunkten und Bahnhöfen sind Mieträder anzubieten. – Die Nutzung der Mieträder soll im Bürgerticket mitinbegriffen sein.

 

5. Ein steigendes Problem ist das Aufkommen von so genannten Elterntaxis vor Schulen und Kindergärten. Wie stehen Sie zu diesem Thema und wie würden Sie dieses Problem lösen?

CDU

Jansen: Ich bin ein absoluter Gegner von „Kiss & Drive“ vor Schulen und Kindergärten. Wichtig ist die Unterstützung der Aufklärungsarbeit von Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern in Zusammenarbeit mit der Verkehrserziehung der Polizei. 

Die Linke

Das Aufkommen der „Elterntaxis“ ist eine Folge der Vereinzelung unserer Gesellschaft, die sich auch im Trend zu 1-Kind-Familien wiederspiegelt. Sog. „Helikoptereltern“ halten den Schulweg zu Fuß, per Bus oder Fahrrad für zu gefährlich – auch dann, wenn es dafür keine rationalen Gründe gibt. Die eigentliche Ursache des Problems lässt sich daher ohne einen umfangreichen Wandel der Gesellschaft nicht aufheben. Die Ausbildung älterer Kinder zu Schülerlotsen, aktive Werbung für das Fahrradfahren sowie Begleiter in Bussen können jedoch helfen, seine Auswirkungen wenigsten abzumildern. 

 

6. Wie zufrieden sind Sie mit der Fahrradinfrastruktur in der Gemeinde Hückelhoven? Was ist gut? Was muss noch dringend verbessert werden.

CDU

Jansen: Ich bin davon überzeugt, dass die Benutzung von Fahrrädern als Verkehrsmittel weiterhin an Bedeutung gewinnen wird. Die Älteren werden vermehrt E-Bikes nutzen. Die Jüngeren bevorzugen alleine aus Kostengründen immer mehr das Fahrrad. In Hückelhoven ist die Fahrradinfrastruktur ausreichend, aber nicht gut. Die Planungen der CDU sehen vor, dem Fahrradverkehr in Hückelhoven einen größeren Stellenwert zu geben sowie das Fahrradwegenetz ständig zu verbessern und auszubauen. 

Die Linke

Das Radwegesystem in der Stadt Hückelhoven ist nicht schlecht, kann aber verbessert werden. Erforderlich ist die Erreichbarkeit aller Schulen und jedes Ortsmittelpunktes (häufig die kath. Kirche) ohne den Radweg verlassen zu müssen. Das ist nicht überall der Fall.

 

 

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