Die Antworten der teilnehmenden Fraktionen in der Reihenfolge des Eingangs

 

1) Sichere Rad- bzw. Fußwege vs. Parkplätze im öffentlichen Raum, wie lösen Sie diesen häufig empfundenen Widerspruch?

 

SPD (Rainer Mansel)

Der in der Frage beschriebene Konflikt tritt lediglich in den Ortskernen unserer Dörfer auf und kann aufgrund der örtlichen Gegebenheiten meist nicht durch bauliche Maßnahmen behoben werden. Wir versuchen daher, zumindest die touristischen Radwege um die Ortskerne herumzuführen.


 

Fraktion Unabhängige Bürger (Roger Schröder)

Anders als in Großstädten ist die Thematik von zugeparkten Radwegen in einer ländlichen Region wie der Gemeinde Gangelt von untergeordneter Bedeutung, da es in den Ortsteilen überwiegend keine separaten Radwege gibt.

 

 

2) Der Unterschied zwischen Tempo 30 und Tempo 50 kann bei einem Unfall den Unterschied zwischen Unversehrtheit und schweren Verletzungen ausmachen. Wie stehen Sie dazu, zur Sicherung der Radfahrer und Fußgänger innerorts flächendeckend Tempo 30 einzuführen?

 

SPD (Rainer Mansel)

Die SPD-Fraktion setzt sich schon lange dafür ein, dem niederländischen Modell zu folgen, wonach für alle innerörtlichen Straßen, die nicht dem überörtlichen Durchgangsverkehr dienen, Tempo 30 gilt.


Fraktion Unabhängige Bürger (Roger Schröder)

 

In der Gemeinde Gangelt wurden in den vergangenen Jahren zu bestimmten Straßen, wo eine mögliche Gefährdung gesehen wurde, Diskussionen zur Einführung einer Tempo 30 Zone bzw. zur baulichen Umgestaltung geführt und umgesetzt. Ich persönlich halte eine flächendeckende innerörtliche Einführung von Tempo 30 in der Gemeinde Gangelt nicht für erforderlich. Vielmehr sollte im Straßenverkehr unter den Verkehrsteilnehmer das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme beachtet werden. Hierzu zählt auch der Mindestabstand von 1,5m beim Überholen von Radfahrern, was aus eigener Erfahrung sehr viele Autofahrer nicht wissen oder einschätzen können.

 

 

3) Ein Radwegenetz muss geplant, gebaut und unterhalten werden. Das kostet Geld und Personal! Welchen Betrag in Euro pro Einwohner würden Sie im Haushalt für diese Aufgaben ansetzen?

 

SPD (Rainer Mansel)

Die Gemeinde Gangelt verfügt über ein sehr dichtes und gut ausgebautes Radwegenetz. Sobald auf diesen Wegen Mängel auftreten, werden sie behoben, entweder durch den gemeindeeigenen Bauhof oder durch Fremdfirmen. Hierfür einen festen Haushaltstitel einzusetzen ist nicht zielführend.


Fraktion Unabhängige Bürger (Roger Schröder)

 

Nach meinem Kenntnisstand verfügt die Gemeinde Gangelt als Straßenbaulastträgerin nicht über sehr viele Radwege. Die meisten Radwege verlaufen entlang der Kreis-, Landes- und Bundestraßen und werden daher von diesen Straßenbaulastträgern unterhalten. Da viele Radwanderstrecken (sog. Knotenpunktsystem) in der Gemeinde Gangelt auch über Wirtschaftswege verlaufen, wird bei der jährlichen Haushaltsplanung ein bedarfsorientierter Ansatz für die Unterhaltung dieser Wege berücksichtigt.

 

 

4) In der öffentlichen Wahrnehmung wird das Fahrrad noch häufig als Freizeit- oder Sportgerät angesehen und als Verkehrsmittel unterschätzt. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie in der Öffentlichkeit für das Fahrrad als Verkehrsmittel werben?

 

SPD (Rainer Mansel)

 

Nach unserer Auffassung wird das Fahrrad sehr wohl auch als Verkehrsmittel und nicht nur als Freizeit- oder Sportgerät angesehen. Ein Grund hierfür ist u.a. die schlechte ÖPNV-Versorgung in der Gemeinde Gangelt.


Fraktion Unabhängige Bürger (Roger Schröder)

 

In einer ländlichen Region, wie der Gemeinde Gangelt wird durch die vorhandenen Radwanderstrecken viel Fahrrad gefahren. Wegen des begrenzten Angebots im ÖPNV und der Entfernungen zwischen Dorf und Arbeitsplatz in benachbarte Kommunen dürfte das Auto wohl das wichtigste Verkehrsmittel sein. Die gestiegenen Absatzzahlen bei den Fahrradkäufen während der Corana Pandemie lassen jedoch hoffen, dass das Fahrrad auch im Hinblick auf Energiewende, Klimawandel und gesunder Fortbewegung einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft bekommen könnte. Gezielte Werbemaßnahmen sind derzeit nicht vorgesehen.

 

 

5) Ein steigendes Problem ist das Aufkommen von so genannten Elterntaxis vor Schulen und Kindergärten. Wie stehen Sie zu diesem Thema und wie lösen Sie dieses Problem?

 

SPD (Rainer Mansel)

 

Elterntaxis vor Schulen oder Kindergärten haben sich in der Gemeinde Gangelt noch nicht als Problem dargestellt.


Fraktion Unabhängige Bürger (Roger Schröder)

 

Die Kinder sollten frühzeitig und altersangemessen an den Verkehr herangeführt werden und den Schulweg selbständig zurücklegen (zu Fuß, per Fahrrad oder Schulbus). Ob es mit den Elterntaxis bei den beiden Grundschulen und der Gesamtschule in der Gemeinde Gangelt Probleme gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls wurde darüber in den vergangenen Jahren nie in den Ausschüssen diskutiert.

 

 

6) Wie zufrieden sind Sie mit der Fahrradinfrastruktur in der Gemeinde Gangelt? Was ist gut? Was muss noch dringend verbessert werden?

 

SPD (Rainer Mansel)

 

Die Fahrradinfrastruktur in Gangelt ist so gut, dass ein Großteil der Übernachtungsgäste hierherkommt, um Fahrradtouren zu unternehmen. Wie unter Frage 1 gesagt, sind lediglich die Ortsdurchfahrten verbesserungsbedürftig. Nach erfolgter Fertigstellung der Gangelter Ortsumgehung besteht jetzt die Möglichkeit, den Gangelter Ortskern fahrradfreundlich zu gestalten.


Fraktion Unabhängige Bürger (Roger Schröder)

 

Im Vergleich zu anderen Kommunen und auch zu anderen Bundesländern gibt es in der Gemeinde Gangelt eine gute Fahrradinfrastruktur mit sehr vielen Radwanderstrecken, die in einem guten befahrbaren Zustand sind. Auch die Anbindung an die benachbarten Länder (Niederlande und Belgien) ist für ausgedehnte Radtouren zu empfehlen. Es sollten mehr Kontrollen auf den Wirtschaftswegen stattfinden, die von vielen PKW-Fahrer verbotenerweise befahren werden.

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