Schildbürgerstreich: Neugestaltung des Bahnübergangs Kuhlendahler Straße / Haus Stemberg

16.09.18
Kategorie: Velbert, Aktuelles

Bahnübergang Haus Stemberg mit Umlaufsperre und Abwasserrinne.




Die Deutsche Bahn hat den Bahnübergang bei Haus Stemberg neugestaltet. Leider stellt das Ergebnis eher ein Hindernis als eine Querungshilfe dar. Wie so etwas in Zeiten von EFA, ERA und DIN passieren kann, ist unklar. Auch die Technischen Betriebe Velbert sind ratlos.

 

Der Bahnübergang bei Haus Stemberg wurde umgebaut. Im Ergebnis gibt es nun eine Umlaufsperre, die für Radfahrer nur sehr schwierig zu passieren ist und eine Abwasserrinne für Oberflächenwasser, die parallel zu den Gleisen verläuft. Diese Abwasserrinne verläuft ebenfalls genau durch die Umlaufsperre. Es besteht die Gefahr, dass die großen Öffnungen der Abwasserrinne zu Stürzen führen können.

Im Ergebnis stellt der Bahnübergang nach dem Umbau also eine Gefahr dar, die man eigentlich vermeiden wollte.

Anwohner und TBV werden auf Problem aufmerksam

Bereits Anfang August wendete sich ein Anwohner an den ADFC Bundesverband, um auf das Problem an der Kuhlendahler Str. (L 107) hinzuweisen und bat um Rat, wie man mit einer solchen Umlaufsperre als Radfahrer umzugehen hat und insbesondere auch, ob die verwendete Abwasserrinne zulässig ist.

Parallel dazu ist man auch bei den Technischen Betrieben auf die Neuerungen aufmerksam gemacht worden und die erste Besichtigung folgte zeitnah.

Ortstermin mit TBV, Bahn und Straßen.NRW

Am 27. August fand dann ein Ortstermin zwischen TBV, Bahn und Straßen.NRW statt, bei dem, durch die TBV, auf die einschlägigen Regelwerke hingewiesen wurde. Die TBV sind jedoch als so genannter kommunaler Baulastträger bei der Kreuzung von Landstraße und Schienen gar nicht zuständig.

Nach Aussage der Deutschen Bahn ist sie wohl verpflichtet eine Lösung mit Umlaufsperre zu wählen, wenn die Schrankentechnik nicht vollständig ist. In diesem Fall gibt es für den Geh- und Radweg keine Schranke. Dass die Umsetzung an dieser Stelle aber ungenügend ist, ist allen Beteiligten klar. Auch die Bahn hat signalisiert hier kurzfristig Nachzubessern, um eine zufriedenstellende Lösung anzubieten. Die kann u. U. Umbauten am Bahnübergang mit sich ziehen.

Nach Aussage des Anwohners wurden auch am Bahnübergang Kuhlendahl dieselben Umlaufsperren mit denselben Nachteilen eingebaut. Es bleibt zu hoffen, dass auch an diesem Bahnübergang eine Nachbesserung erfolgt.

Was kann ich als Radfahrer an dieser Stelle nun tun?

Grundsätzlich bleiben dem Radfahrer hier zwei Möglichkeiten, wenn man die Umlaufsperre nicht fahrend passieren kann/möchte:

  1. Das Rad durch die Umlaufsperre schieben, wenn es die Größe des Rades zulässt
  2. Die Umlaufsperre über die Straße umfahren. Auch wenn der Radweg benutzungspflichtig ist, so ist es rechtlich unbedenklich auf die Straße auszuweichen, wenn zum einen der Zustand des Radweges eine sichere Benutzung ausschließt oder wenn zum anderen der Radweg aufgrund der Größe des Rades nicht sicher benutzt werden kann (z.B. Bei Lastenräder, Liegerädern oder Rädern mit Anhängern). Dies kann auch bei einem regulären Fahrrad der Fall sein und wurde auch noch mal durch den Rechtsreferenten des ADFC Bundesverbandes, Roland Huhn, bestätigt. 

In diesem Kontext wurde auch erneut dargestellt, dass es keine Vorgabe gibt, bei einem Bahnübergang grundsätzlich absteigen zu müssen. Auch ein möglicherweise angebrachtes Zusatzschild „Radfahrer absteigen“ ändert daran nichts, da dies kein Ge- oder Verbotszeichen darstellt, sondern eine Empfehlung bzw. Warnung.


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