Diebstahlschutz - Fahrradschlösser

Man hat in einem Restaurant gemütlich zu Abend gespeist, noch ein wenig geplaudert und will anschließend mit seinem Fahrrad nach Hause fahren. Schon aus einiger Entfernung ist zu erkennen: Das Fahrrad ist weg. Von gemeinen Dieben wurde das Schloss geknackt, und der treue Drahtesel ist verschwunden.
Wem dann nicht die Galle ins Blut steigt, der ist noch nicht geboren worden.
Der erste Gedanke betrifft den materiellen Schaden. Die Versicherungen kassieren zwar gerne Beiträge, aber bei Zahlungen sind sie häufig seltsam zurückhaltend. Dazu kommt die Frage: War ich überhaupt versichert oder kommt die Hausratversicherung für den Schaden auf? Eine spezielle Fahrradversicherung ist nicht gerade billig. Manchmal wird dann auch die Frage gestellt, war ein stabiles Schloss eingesetzt oder eine Billigausführung, die dem Dieb vor Lachen die Tränen in die Augen getrieben hat?
Nachstehend wollen wir die einzelnen Schlosstypen kurz auflisten.
Kabelschlösser:
In diesem Bereich gibt es das größte Angebot, leider aber auch den größten Murks. Die Billigausführungen vom Wühltisch, teilweise Marke "Namenlos", setzen Aufbruchbemühungen den geringsten Widerstand entgegen. Die dünnen Stahlseile mit den simplen Schlössern werden mit kleinen Bolzenschneidern leicht "geöffnet".
Spiralschlösser haben den großen Vorteil, dass durch die Länge des Schlosses die Laufräder mit erfasst werden können und das Ganze auch noch um einen Pfahl oder ähnliches geschlungen werden kann. Dazu muss der Vorteil der leichten und praktischen Unterbringung am Fahrrad erwähnt werden. Wenn das Seil nicht allzu dünn und der Schließzylinder nicht allzu simpel ist, kann man von einer gewissen Sicherheit ausgehen. Es gibt Varianten, bei denen Stahlhülsen über das Seil gezogen werden. In diesen Fällen ist der Durchmesser so groß, dass ein kompakter Bolzenschneider nicht angesetzt werden kann. Also, eine recht sichere Angelegenheit.

Bügelschloss

Bügelschlösser:
Diese sind lieferbar bis in höchste Preisregionen. Bei teuren und aufwändigen Ausführungen werden die Bügel aus hochwertigem und gehärtetem Stahl gefertigt. So etwas setzt einem Bolzenschneider erheblichen Widerstand entgegen. Bei Bügelstärken im Bereich von 14mm und mehr werden die meisten Fahrraddiebe kapitulieren. Nachteilig bei diesen Schlössern ist das Gewicht. Ein Bügelschloss mit einem 16mm starken Bügel eines amerikanischen Herstellers gilt als fast unzerstörbar, wiegt allerdings ca. 1,5 kg. Für den, der ein hochwertiges, besonders leichtes und damit sehr teures Rad erwirbt, ist ein so schweres Schloss natürlich ein Horror. Wenn die Bügel etwas klein geraten sind, ist das sehr empfehlenswerte Anschließen des Rades an eine Laterne oder einen Pfahl teilweise nicht möglich. Was nützt das beste Schloss, wenn ein Dieb das Fahrrad einfach wegträgt. Also, hier sind Kompromisse und vor Allem Phantasie angesagt. Alles in allem: Bügelschlösser bieten die größte Sicherheit gegenüber anderen Systemen.

Faltschlösser:

Bügelschlösser sind sperrig; die Unterbringung im Rahmendreieck kann manchmal die Anbringung einer Trinkflasche behindern. Fast so stabil wie Bügelschlösser, genau so kompakt wie Kabelschlösser, sind die sog. Faltschlösser. Das Auseinanderfalten ist zwar manchmal ein wenig fummelig, aber die massiven Bügel sind durchaus mit denen der normalen Bügelschlösser vergleichbar. Durch eine gewisse "Nachgiebigkeit" der Gelenke ist bei Anwendung von Stangen kein Ansatzpunkt für einen Aufbruch möglich.

Fahrrad codieren:

Man kann sein Fahrrad mit einer Codierung versehen lassen. In ein Rahmenrohr, meistens in das Sattelrohr wird eine Buchstaben- Zahlenkombination gefräst. Beim Auffinden des Rades lässt sich daraus später der Eigentümer wieder ermitteln. Bei Dieben ist diese Maßnahme äußerst unbeliebt. Man kann den Diebstahl damit nicht verhindern, aber eine Aufklärung des Diebstahls wird sehr erleichtert. So etwas schreckt ab.

Laufräder und Sättel
Es sieht lustig aus wenn man ein einzelnes Vorderrad, einsam und verlassen, solide angekettet, an einem Baum stehen sieht. In diesem Fall wurde meistens der Schnellspanner gelöst und das restliche Fahrrad hatte einen neuen Besitzer. Es gibt auch den Fall, dass ein anderer ein neues Laufrad benötigte, und durch öffnen des erwähnten Schnellspanners ein Laufrad mitgehen ließ. Bei den Sattelstützen gilt die gleiche Situation. Diese, bei der Rennradtechnik so belebten und auch guten und soliden Befestigungen machen den Diebstahl leider sehr leicht. Was kann man dagegen unternehmen? Es gibt Sonderschrauben mit einem INNEN-FÜNF-KANT. Wer hat schon so etwas, bzw. stellt den Unterschied in der Dunkelheit fest? Oder Einsatz eines Sonderschraubenkopfes mit einem Schlüssel in einem codierten "Sondervielfachprofil". Also, auch hier ist dem Kampf gegen die Klauerei keine Grenze gesetzt.
Fazit:
Also, was tun? Die absolute Sicherheit wird es nicht geben. Ein Kellerraum kann aufgebrochen werden und das Fahrrad jedes Mal mit in die Wohnung schleppen, werden wohl die Wenigsten durchhalten. Alle Maßnahmen sollten darauf zielen, den Dieben das Leben möglichst zu erschweren, das bedeutet, er muss viel Zeit für sein schändliches Tun aufwenden. Aber Zeit hat er im Allgemeinen nicht! Dunkle, schwer einsehbare Ecken, erfreuen den Dieb, hier kann er sich, ohne Aufsehen zu erregen mit Zeit und Muße dem Schloss widmen. Das Gegenteil ist günstiger. Stellen, mit vielen Fußgängern werden gemieden, da er mit aufmerksamen Zeitgenossen rechnen muss. Klaus Schröder

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