Rügen-Fahrt vom 12.-21.Mai 2005

Als die Rufe nach einer Wiederholung der vor 3 Jahren durchgeführten Rügen-Fahrt immer lauter wurden, machte sich unser Elwin Stach mit einer 12-köpfigen Gruppe nochmals auf den Weg.
Wir fuhren am Donnerstagmorgen ab Düsseldorf mit dem IC bis Stralsund, wo wir erst einmal Station machten, u.zw. in der Pension Hafenblick im Zentrum der Stadt. Nachmittags radelten wir über den Strelasund nach Altefähr, einem idyllischen Fischerort, von dem wir teils per Rad und teils per Fähre zurückkehrten. Am Abend machten wir nach Einkehr in einem alten urigen Fischrest aurant noch einen Altstadtbummel. 

Am Freitag radelten wir nach Barth und fuhren dann per Schiff weiter nach Zingst am Darß, einem wunderschönen Badeort. Die Rückkehr nach Stralsund erfolgte - je nach Kondition bzw. Lust und Laune - per Rad oder Bahn.
Am Pfingstsamstag fuhren wir dann weiter zu unserem Standquartier auf Rügen. Die Fahrt über den Strelasund erwies sich als etwas stressig, herrschte einerseits starker Pfingstverkehr (an dem Tag fand auch eine Fahrrad-Demostration des ADFC gegen den Bau der zweiten Strelasundbrücke statt); zum anderen standen viele Angler mit allem Zubehör auf dem Rad-/Fußweg. Zu dieser Zeit wird für ca. 3 Wochen der Hornfisch, eine Spezialität, geangelt.

Nachdem wir diesen Engpaß ohne Schaden (durch Zurückschnellen der Angeln) überwunden hatten, rollten wir über schöne Wege, teils leicht hügelig und teils auf gut ausgebauten alten Bahntrassen in Richtung Putbus. Mittags kehrten wir in Garz im "Gasthaus zur Post" - Essen wie bei Muttern - ein (empfehlenswert) und erreichten am späten Nachmittag Lancken-Granitz, Blieschow 2 (zwischen den Ostseebädern Binz und Sellin gelegen), wo wir für eine Woche unsere Ferienwohnungen bei der Familie Michalsky (aus Erkrath) bezogen. Hier fühlten wir uns pudelwohl, denn die Wohnungen waren gemütlich und zweckmäßig eingerichtet und Frau Michalsky verwöhnte uns allmorgendlich mit einem Super-Frühstück.

Die Ferienhäuser liegen außerhalb im Naturschutzgebiet Granitz. Morgens sahen wir Rehe vor dem Haus äsen, Feldhasen hoppelten durch die schöne Landschaft und oft wurden wir durch das Fauchen und Pfeifen des "Rasenden Roland" geweckt, der in ca. 300 m Luftlinie Entfernung durch den Buchenwald schnaufte. Unsere Bahnstation "Jagdschloß Granitz" war auch nicht viel weiter entfernt. Für mich gab es nichts Gemütlicheres als mit dem "Roland" durch die herrliche Landschaft zu zuckeln. Die Fahrräder wurden im Güterwaggon befördert.  Die Schmalspur-Dampfeisenbahn fährt zwischen Putbus/Lauterbach und dem Ostseebad Göhren alle 2 Stunden, so dass wir - wenn wir das Radeln leid und zufällig in der Nähe eines Bahnhofs waren, allemal mit dem "Roland" heimfahren konnten.

Wohin jeweils unsere Tagestouren führten, überlegten wir morgens nach dem Frühstück je nach Wetterlage. Diese war etwas unbeständig, aber insgesamt nicht schlecht, nur zu kühl für die Jahreszeit. --Eine Tour führte von Binz nach Saßnitz über Prora, einer 4,5 km(!) langen, im dritten Reich erbauten Ferienanlage, die aber durch den Kriegsbeginn nicht mehr als solche genutzt wurde. Später wurden die Häuserblöcke von der Volksarmee bezogen und heute stehen sie  größtenteils leer (außer einem Museum u.a.) als hässliches Relikt in der schönen Landschaft herum.

Inzwischen soll dem Vernehmen nach ein Schweizer Investor einen Teil gekauft haben, um daraus eine moderne Ferienanlage zu erstellen. - Am nächsten Tag fuhren wir ab Binz an der Küste entlang über Sellin, Baabe, Göhren, Thiessow bis Klein-Zicker, wo wir in einem gemütlichen Restaurant auf einer Anhöhe mit Fernblick bis nach Greifswald-Lubmin einkehrten - allerdings mit "durchschlagendem Erfolg", wie sich später herausstellte! Es war der Heringssalat. Auf dem Rückweg fuhren wir über Middelhagen, Alt Reddewitz und ließen uns bei Moritzdorf mit der schon legendären Ruderfähre übersetzen.

Ein Heidenspaß, den wir uns aber vorher über eine "Marterstrecke" (Sand-, Hohl- und Wiesenwege) erkämpfen mußten. - An einem schönen Tag wanderten oder radelten wir nur bis  Binz, machten einen Schiffsausflug zu den Kreidefelsen und genossen den Rest des Tages an der schönen Strandpromenade in Binz.- Wir hatten auch einen Regentag. Da war Wanderung zum Jagdschloß Granitz mit Besichtigung angesagt.

Eine sehr schöne Tour führte uns von Lancken-Granitz über Stresow am Wasser entlang nach Lauterbach (schöner Yachthafen und Überfahrt-Möglichkeit zur Naturschutzinsel Vilm), dann weiter nach Neuendorf, wo wir im Restaurant "Nautilus" einkehrten. Man fühlt sich dort wie im U-Boot oder Schiff. Alle waren begeistert von dem Ambiente. Nach dem Essen fuhren wir nach Bergen, der Hauptstadt von Rügen. Nachdem wir die von Autos zugestopfte Innenstadt besichtigt hatten, waren wir froh, wieder auf dem Heimweg ins Grüne zu sein. Wir kauften unterwegs noch ein und beendeten den Abend mit einem gemeinsamen Fischessen zu Hause, das wiederum durstig machte! - Die Rückfahrt verlief planmäßig im durchgehenden IC von Binz nach Düsseldorf.

Fazit: Rügen ist immer wieder eine Reise wert!!

 

Gisela Sievers, 21.08.05

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