Mozart Radweg 3.- 9. Sept. 2006

Sonntag 03. September - Anfahrt: Düsseldorf - Wasserburg

Das Dream Team

Was machen Flachlandtiroler, wenn sie mal ein Abenteuer erleben wollen?

Genau, sie fahren in die Berge. Für ein bisschen Abenteuer reicht es auch die Berge nur zu sehen.

Um dem Ganzen dann noch ein Hauch von Kultur zu geben, drängt sich der Mozart Radweg geradezu auf.Unerlässlich, ein gutes Team. Sportlich, mutig, geschickt in allen Lebenslagen müssen die Teilnehmer sein. Es läuft also alles auf ein reines Frauenteam hinaus. Worauf sonst.7:30 Uhr Treffen am Neuenhausplatz in Erkrath. Wir radeln zum Düsseldorfer Bahnhof, um noch etwas Bewegung für den Tag zu bekommen. Heute geht es bis Wasserburg. Das macht inklusive Umsteigen knapp zehn Stunden Zugfahrt. Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel.

Erste Etappe: Wasserburg - Tafang

Blick auf Wasserburg

Montag 04. September

Zunächst wollen wir etwas von Wasserburg sehen. Wir laufen durch den Ort und erklimmen dann den kleinen Berg gegenüber des Brucktores, um die schöne Aussicht über die Stadt zu genießen.

Aber nun wollen wir auch endlich radeln und die Berge sehen. Unser erster Tag soll ja bis Tafang (Gemeinde Ebbs) gehen. Ja es heißt Tafang und nicht Talfang.

Der ausgeschilderte Mozart Radweg ist schnell gefunden. Höhfelden liegt hinter Wasserburg. Hier springen wir von den Rädern, weil am Horizont die ersten Berge auftauchen. Was für ein Anblick, klick und noch ein Foto, klick.

Der Inn Radweg

Tja und dann kommt der erste Berg und schon schieben wir.
Was mir von diesem Tag besonders in Erinnerung bleibt ist die Fahrt entlang des Inns und Neubeuern.
Der Inn, mit seiner grün-weiße Farbe, wird von einem gemütlichen Radweg begleitet. Breit und einfach zu fahren, hat dieses Teilstück mit seinem Panorama schon fast etwas Meditatives.

Lüftelmalerei in Neubeuern

Ja und in Neubeuern legen wir eine längere Rast ein. Dafür verlassen wir den Radweg und müssen steil hoch (schieben, schieben) aber der Ausflug lohnt sich. Neubeuern hat mal einen Preis als schönster Ort von ich weiß nicht wem alles bekommen und ich glaube, den hat es sich auch verdient.

Die Häuser schmücken sich mit schönen Lüftelmalereien und die Aussicht vom Schloss oben ist für unsereins auch nicht alltäglich.

Weiter geht es, die Berge sind nun schon ziemlich nah, bestimmen schon das Panorama.

Der Radweg ist komfortabel, gut ausgeschildert. Kurz hinter Nußdorf verlassen wir ihn, da er sonst zu nah an der Autobahn entlang führen würde.

Mit etwas Fragen und Suchen finden wir unsere Unterkunft, gehen abends noch schön Essen und können uns dann wohlverdient ins Bett fallen lassen.

Zweite Etappe: Tafang - Lofer

Der Walchsee

Dienstag 05. September

Unseren zweiten Tag beginnen wir mit der Aufstockung unseres Reiseproviants und dann geht es Richtung Walchsee.

Bis zum See fahren wir entlang einer Bundesstraße, wobei der Radweg nicht immer ganz klar ist und auch schon mal gerne die Straßenseite wechselt. Tut das Not?

 Im Ort Walchsee angekommen werden die Straßenverhältnisse dann richtig nervig. Ich weiß nicht, ob das Tal zu schmal ist oder die Hotels zu nah an die Fahrbahn kommen, jedenfalls ist es für alle sehr eng.

Egal, wir schlagen uns bis zum Walchsee durch und machen dort eine schöne längere Rast an der abgelegeneren Uferseite.

Dann geht es witer über Waidach und Schwendt durch das Kohlental.

Man sollte für dieses Teilstück eine gute Karte haben, damit man den richtigen Radwegen folgt und nicht zu lange vom Autoverkehr bedrängt wird. Merkwürdigerweise hat man sich sogar eine eigene Beschilderung ausgedacht. Wenn man sich da vertut folgt man aus Versehen der Landstrasse und wird von LKWs, Bussen und Autos gejagt.

Heute haben wir deutlich mehr und auch steilere Bergetappen. Da es obendrein sehr heiß ist, müssen wir immer mal wieder ein Päuschen einlegen. Im Kohlental ist der Verkehr ruhiger.

Ich weiß zwar noch nicht zwischen welchen Bergrücken wir radeln, ist es schon der wilde Kaiser oder kommt der erst später, aber ich bin beeindruckt von dieser Kulisse.

Als wir abends in Lofer ankommen, ist es schon fast dunkel. Und wieder haben wir Glück mit einem wunderbaren Abendessen.

Dritte Etappe: Lofer - Berchtesgaden

Lofer am Morgen

Mittwoch 06. September

Heute wollen wir über Bad Reichenhall bis Berchtesgaden fahren. Als Wegbegleiter haben wir lange den Loferbach und später die Saalach. Auch wenn diese Gebirgsbäche nun Niedrigwasser führen haben sie doch viel Sinn für spektakuläre Szenen und Geräusche.

Der Radweg fordert heute alles von uns. Offenbar braucht ein Wildbach auch eine wilde Wegbegleitung. Wir träumen von rasanten Mountainbikes und wagemutigen Abfahrten und werden von den Gepäcktaschen in die Wirklichkeit zurückgeholt.

Dieser Abschnitt ist gut ausgebaut und beschildert. Er ist durch die Geografie aber nicht wirklich kindertauglich und auch wir als erfahrene Radler schieben schon mal ein steileres Wegstück abwärts. Wir sind eben Tourenradler und keine Bergziegen.

Das alles ist aber völlig egal, da die Umgebung einfach zu schön ist.

Das letzte Stück nach Berchtesgaden geht es dann noch einmal bergauf. Was macht es da, dass auch die Quartiere im oberen Stadtteil liegen. Man ist ja hart im nehmen.

Die Almbachklamm

Der Wilde Kaiser

Donnerstag 07. September

 

Nach der gestrigen Anstrengung wollen wir uns heute mal einen Ruhetag gönnen.

Direkt bei unserer Unterbringung startet ein Wanderweg zur Almbachklamm. Ein würdiges Ziel, nicht zu anstrengend und eine Klamm habe ich ja noch nie gesehen.

Der Eingang zur Klamm

Schon der Weg dorthin ist schön.
Sozusagen Panorama überall, wenn man nicht genau weiß, wie man Bergwiesen, Felsenwände und Wanderwege an einem strahlenden Spätsommertag beschreiben soll. Über allem thront der Watzmann.
Die Klamm gibt alles, um uns zu beeindrucken. Nun sind wir ja im Spätsommer und nicht zur Schneeschmelze hier. Der niedrige Wasserstand lässt daher den Blick frei auf schön ausgehöhlten Kessel unterhalb von Wasserfällen. Riesige Gesteinsbrocken, mitten im Flusslauf. Also hier ist viel Wasser im Einsatz und wenn man nach oben schaut, auch schon eine ganze Weile.

Ja und eine Klamm heißt wahrscheinlich Klamm, weil man sich besser an die Halteseile in der Bergwand klammert. Mir ist jedenfalls an einigen Stellen schon etwas mulmig und nur mit Schläppchen an den Füßen, würde ich da nie durch wollen.
Während des Wanderns ist Jede mal woanders stehen geblieben und so sehen wir erst am Schluss, dass Rita mit aufgeschürftem Knie und Macke am Auge auf taucht. Ein Fotomotiv hat sie wohl zu nah an den Hang gelockt, so dass sie sich gerade noch an dem Halteseil festhalten konnte. Schluck.
Unten angekommen, gibt es an der Marmormühle eine Stärkung.

Salzburg

Stadtbummel

Freitag 08. September

Vergangene Nacht hat es geregnet und nun wissen wir nicht, ob die dunklen Wolken abziehen oder nur auf uns warten.

Fahrradfahren wäre dann ja nicht so doll.

Egal, fahren wir eben nach Salzburg. Soll ja ne tolle Stadt sein und wenn wir schon hier sind...

Also ich mag das nicht, zu viele Touristen, zu viele Geschäfte mit Permaostern und-weihnachten. Aber wenn man es gesehen haben muss...

Rückreise

Ein letztes Strahlen

Samstag 09. September

Wegen Bauarbeiten zwischen Berchtesgaden und Bad Reichenhall werden Busse eingesetzt und die Räder kommen in einen Anhänger.

Der Halt in Heidelberg bietet dann noch eine nette Überraschung.

Eine zweite Gruppe Radfahrer steigt zu. Professionell und zügig werden Räder und Gepäck eingeladen und die Plätze belegt. Klarer Fall, so reisen nur Erkrather ADFCler.

Es war die Gruppe um Elwin Stach, die hier ihre Neckar Tour beendet hat. Aber dass ist eine andere Geschichte.

Resümee

Unser Diplömchen

Heute ist November. Es regnet, was sonst.

Da kann ich doch froh sein, das ich den September so gut genutzt habe. Berge machen wohl leicht süchtig. Schon mal was vom Tauernradweg gehört?

Ach ja, habe ich schon von dem Reisegrüppchen erzählt? Es hat alles gestimmt und Chapeau für unsere beiden Oldies. Mit Ruhe und Erfahrung kommt man offenbar immer an.

 

Fotos: Sabine Habel, Rita Ziegner, Bettina Kemper

Text: Bettina Kemper

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