Eine Radtour die Werra entlang

Die Werra

Eine bevorzugte Route für eine Radtour ist für mich, an Flüssen entlang zu fahren. Bei Gesprächen hörte ich immer mal „ die Werra runter zu fahren ist `ne Wucht“. Also machte ich eine Werra-Tour und zwar alleine wie jedes Jahr. Die obligate Anreise mit der DB war wie sonst auch völlig problemlos. IR bis Eisenach, dann weiter mit einem Regionalzug bis Eisfeld am Fuße des Thüringer Waldes. Die Werra entspringt etwas unterhalb des Rennsteigs, diese Bergetappe habe ich mir aber verkniffen. Also am nächsten Tag Werra abwärts gestartet. Die Strecke führt auf Wirtschaftswegen, links der Werra, wunderschön am Waldrand entlang. An der B89 ist der Radweg wohl noch nicht fertig,aber ein Abstecher zur Klosteranlage Veßra mit seinem Dorfmuseum ist sehr zu empfehlen.

Schmalkladen

In Meiningen habe ich mir dann ein Quartier gesucht. Hinter Meiningen war die Beschilderung nicht mehr ganz so gut wie am Anfang der Tour. Also hieß es „aufpassen!“ Der lang vermißte grauenhafte Plattenweg war auch noch in kleinen Abschnitten vorhanden. Ansonsten auch auf diesem Teil eine angenehme Streckenführung wie schon zu Anfang der Tour. In Wernshausen habe ich mir bereits um 12°° eine Unterkunft gesucht, um mir am Nachmittag noch Schmalkalden anzusehen.

Kloster Veßra und Bad Salzungen

Am nächsten Morgen war ich bereits um vor 9°° auf der Strecke. Das altertümliche Gradierwerk in Bad Salzungen ist einen Besuch wert! Man kommt jetzt in das Gebiet des Kalibergbaus mit seinen Salzhalden und leider auch teilweise geschlossenen Betrieben. In Phillipstal habe ich mich an einem mittäglichen Schnitzel, das fast die Größe eines Toilettendeckels hatte, regelrecht „verhoben“.

Monti Kali

Also kurz danach in Herringen Schluß gemacht und ein Zimmer mit Blick auf den Monte Kali bekommen. Diese schmutzig-weißen Abraumberge bestehen übrigens nicht aus Kalisalz sondern aus Kochsalz (NaCl). Das Museum in Herringen ist recht interessant. Wer sich für den Bergbau interessiert, findet eine gute Übersicht über den Salzbergbau.

Wenn man schon mal in der Gegend ist, sollte man einen Besuch der Stadt Eisenach mit der Wartburg einplanen. Ich habe zwei Übernachtungen gebucht. Die Wartburg, bezogen auf die Besuchermassen, erinnert ein wenig an die Drosselgasse, ist aber auf jeden Fall ein Erlebnis. Auch die Stadt Eisenach ist einen Besuch wert.

Weiter werraabwärts über Mihla, Frankenroda, Treffurt mit kurzem Stadtrundgang weiter nach Eschwege, zwecks Übernachtung. Die vielen kleinen Städtchen mit den meist gut erhaltenen Fachwerkhäusern strömen eine Gemütlichkeit aus, die man bei uns so vermißt. Die Fotokamera läuft da regelrecht heiß. Welch ein Kontrast zu unseren nüchternen Zweckbauten.

Der von den Wetterfröschen angekündigte Regen traf tatsächlich am Nachmittag ein.

Am nächsten Morgen, ein Blick aus dem Fenster – R E G E N -. Also warten, und tatsächlich so gegen 10°° es wurde trocken. Dann weiter über Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen nach (Hann.) Münden. Was soll man über diese fast einmalige Stadt noch sagen, da kann man nur den guten Rat geben –hinfahren-. So viele und gut erhaltene Fachwerkhäuser in einem geschlossenen Stadtbild gibt es so leicht kein zweites Mal.

Die weitere Tour ging dann weserabwärts. In der Nähe von Höxter habe ich ein letztes Mal übernachtet. Am nächsten Tag war ich bereits um 13.30 Uhr in Hameln, 10 Minuten später fuhr ein Zug, in Altenbeken umsteigen, um 18°° war ich wieder zu Hause.

Welches Resümee kann man über die Werra-Route ziehen:

Sie hat m. E. durchaus die Chance, einen „Spitzenplatz“ einzunehmen. Freunde von Fachwerkhäusern in gemütlichen kleinen Orten kommen auf dieser Tour voll auf ihre Kosten. Die Landschaft, teilweise leicht hügelig, ist zum größten Teil wunderschön und sehenswert, auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Wenn man alles genau besichtigen will, dürfen die Tagesstrecken allerdings nicht länger als 30 km sein, das kostet Zeit - und das ist eben der einzige „Nachteil“.

 

Klaus Schröder, ADFC-Erkrath

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