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Kinder können nicht mehr Rad fahren...

14.12.09
Kategorie: Erkrath, Rad in den Medien, Verkehr
Geschicklichkeitsübung für Kinder ADFC Erkrath 2009

Radsammlung


so schreibt die Rheinische Post am 11. Dez. 2009 und gibt dabei Einblicke in die tägliche Arbeit von Verkehrssicherheitsberatern während des Radtrainings.

 

Wer den Artikel verpasst hat, hier ist er als PDF-Datei zum Herunterladen. In der Onlineausgabe der RP gab es gleich einige Kommentare.

Für den ADFC Erkrath schreibt Sabine Habel folgenden Leserbrief.

 

 

Leserbrief zum Artikel „Kinder können nicht mehr Fahrrad fahren“  der Rheinischen Post vom 11. 12. 2009 Seite 3

 

Die Erkenntnis, dass immer mehr Kinder Defizite im Hinblick auf ihre motorischen Fähigkeiten aufweisen ist nichts Neues. Dass sich dies auch auf radelnde Kinder auswirkt, ist zwangsläufig.
Den Fokus bei der Ursachenbekämpfung dabei allein auf die Verkehrserziehungsarbeit zu legen halte ich für zu kurz gefasst und den Eltern, Schulen und anderen Einrichtungen nicht gerecht werdend.
Eltern werden bei der motorischen Erziehung ihrer Kinder immer mehr Steine in den Weg gelegt.
Zum Beispiel ist ihnen nicht erlaubt ihre Kinder mit dem Fahrrad auf dem Gehweg zu begleiten. Eine Kommunikation über parkende Autos, Grünstreifen etc. hinweg ist kaum möglich.
Die neue StVO hat daran nichts geändert.
Die ersten Schritte zu einer eigenständigen Mobilität machen Kinder im direkten Wohnumfeld. Motorische Fähigkeiten werden automatisch beim freien Spielen außer Haus entwickelt. Die Möglichkeiten dazu fehlen meistens in den Großstädten.
Leider ist es so, das der Lebensraum Stadt zunehmend zu einem Verkehrsraum für den motorisierten Individualverkehr verkommen ist. Sichere öffentliche Wege und Aufenthaltsräume für Fußgänger, Radfahrer und auch für spielende Kinder wurden und werden zu Gunsten eines fließenden Verkehrs reduziert.

Wie kürzlich in ihrer Zeitung zu lesen war, wird ein großer Teil der neuen Parkplätze in Düsseldorf auf Gehwegen geschaffen. Die Aufenthaltsfunktion so mancher Spielstraße dient mehr dem ruhenden Verkehr als den spielenden Kindern. Schrittgeschwindigkeit wird dort in den seltensten Fällen gefahren.

Wer geht noch vom Gaspedal und ist bremsbereit, wenn sich Kinder am Straßenrand aufhalten.
Oft werden sie gar nicht wahrgenommen, weil die Wahrnehmungsfähigkeit vieler Fahrer durch die heutigen Verkehrsverhältnisse überfordert und durch die Konstruktion der Kraftfahrzeuge eingeschränkt wird.
Kein Wunder, dass die Unfallzahlen bei Kindern für Düsseldorf im Vergleich zu anderen Städten so hoch sind und der Hol- und Bringdienst der Eltern mit dem Auto vor den Schulen zunimmt.
Verkehrssicherheit wird nicht nur durch Verkehrserziehung und Verkehrskontrolle, sondern ebenso durch bauliche und verkehrsregelnde Maßnahmen erreicht.
Verkehrs- und Städteplaner sind hier gefordert, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und dabei die Betroffenen mit ins Boot zu holen. In einer fahrrad- und familienfreundlichen Stadt können Eltern ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Rad mit ruhigem Gewissen ziehen lassen.

 

Sabine Habel
ADFC Erkrath


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