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Fahrradstraßen in Münster – und überhaupt

10.01.18
Kategorie: Kreisverbände, Verkehr, Verkehrspolitik, StVO

Der Standard: Autos und Motorräder frei



Gemeint: Autos und Motorräder geduldet



Wie die Niederländer es sagen: Zu Gast!


Fahrradstraßen sind gut für Radfahrende, denn hier haben sie endlich mal das Sagen. Gerade wurde in Münster der Lindberghweg/ Lütkenbeckerweg neu zur Fahrradstraße erklärt. Gut so! Doch was bedeutet dies?

In der Regel wissen Radfahrende, dass sie dort in Ruhe fahren können, ohne von den motorisierten Verkehrsteilnehmenden an den Rand gedrängt zu werden. Nicht so die Autofahrenden. Denn fast immer deuten sie die ergänzende Information „Autos und Motorräder frei“: Für Autos und Motorräder ist die Straße frei, sie können sich hier frei bewegen und haben somit ein Recht, die Radfahrenden wieder an den Rand zu drängen.

Nein – so ist es aber nicht gemeint! Denn Autofahrende und Motorräder werden nur geduldet. Vorrang haben Radfahrende, die nebeneinander fahren dürfen, um sich zu unterhalten; die auch damit das Überholen durch KfZ verhindern können, wenn die Straße zu schmal ist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle 30 km/h, wobei Motorisierte ggf. auch langsamer fahren müssen.

Deshalb sollte der Zusatz  zum Schild „Fahrradstraße“ an einer entscheidenden Stelle neu formuliert werden. Statt „Autos und Motorräder frei“ sollte es heißen: „Autos und Motorräder geduldet“. Oder wie die Niederländer sagen: „Autos zu Gast“.

Text und Bilder: Udo Puteanus. Zuerst erschienen im Leezenkurier Nr. 122

 


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