Radthemen in den Medien

Münster startet (zweite) Lastenradförderung zum April 2020

02.04.20
Kategorie: Mobilität, Rad in den Medien

Cargobike in Coronazeiten (Foto: Traix Cycles)



Zeichen für umweltfreundliche Mobilität in Münster: Radverkehrsplaner Phillip Oeinck (r.) gratuliert Familie Yamini stellvertretend für alle frisch (geförderten) Lastenrad-Fahrerïnnen (Foto: April 2019, Stadt Münster)



Anlage Ratsvorlage Stadt Münster: Geplante Lastenradstellplätze in Münster



Drei freie Lastenradparkplätze am Anfang der "Fahrradstraße" Schillerstraße (Bild: Andreas K. Bittner)



Ein Lastenradparkplatz – wenige Meter von der ADFC Geschäftststelle im Hansaviertel, Münster (Bild: Andreas K. Bittner)



"Gönn Dir"-Postkarte der ersten Lastenradförderung (2019). Womit überrascht das Lastenleezenteam diesmal? (Foto: Stadt Münster)



Lastenradfreund (anonymisiert) mit einem der ersten geförderten Cargobikes in Münster (Montage: Andreas K. Bittner)



Kompaktes familienfreundliches Lastenrad (in Münster-Hiltrup); vor Bestellung auch einen Blick in die Förderbedingungen werfen (Foto: Andreas K. Bittner)


Nach der – erfolgreichen – Premiere im Vorjahr sind mit Start des diesjährigen Förderprogramms am 1. April tatsächlich bereits zahlreiche Anträge eingegangen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Münster. Insgesamt sind dieses Jahr 250.000 Euro im Fördertopf – wegen „Corona“ sollten Antragstellerïnnen mit zeitverzögerte Zusagen rechnen. Ein Überblick.

 

Münsteranerïnnen – entscheidend ist der Hauptwohnsitz – können die Anträge für das 250.000 Euro umfassende Förderprogramm schriftlich oder per E-Mail beim Amt für Mobilität und Tiefbau stellen. Wegen der derzeitigen "Corona-Lage" erfolgen die Förderzusagen allerdings zeitverzögert. Alle Antragsstellenden werden um Geduld gebeten, da der Kauf von förderfähigen Lastenrädern bzw. -anhängern erst nach erteilter Förderzusage erfolgen darf.

Die Anträge werden entsprechend der Reihenfolge ihres Eingangs erfasst und schon jetzt geprüft. Die Förderzusagen folgen, sobald sich die Lage entspannt hat und die Antragstellenden sich umfassend bei bestmöglicher Auswahl im stationären Handel oder online informieren können.  Jeder Antragsstellerïnnen wird von der Stadt Münster entsprechend benachrichtigt. Hier die wichtigsten Informationen, kurz zusammengestellt:

Antragsberechtigte / Antragsinhalte / Kaufnachweise:

Antragsberechtigt sind ausschließlich volljährige Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Münster, die das Lastenrad oder den Lastenanhänger zum privaten Gebrauch erwerben. Der Erwerb kann auch gemeinschaftlich durch mehrere volljährige Privatpersonen (Nutzergemeinschaft) erfolgen; die Förderung wird jedoch in einer Summe an eine von der Käufergemeinschaft zu bestimmende Person ausgezahlt. Diese Person muss auch den Antrag stellen.

Angaben und erforderliche Nachweise

  • Angaben zum Antragsstellenden (Name, Anschrift, Geburtsdatum, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Kontoverbindung)
  • Angaben zum Fördergegenstand (Lastenrad oder Lastenanhänger)
  • Bestätigung, dass das Lastenrad/der Lastenanhänger nur vom Käufer/von der Käuferin oder im Haushalt lebenden Familienmitgliedern bzw. den gemeinschaftlich an dem Kauf beteiligten Dritten für mindestens 36 Monate genutzt und nicht dauerhaft an Dritte weitergegeben oder verkauft wird. Bei gemeinschaftlicher Nutzung sind die anderen Nutzungsberechtigten mit Namen, Anschrift, Geburtsdatum und deren Unterschrift auf dem Antrag anzugeben.
  • Bestätigung, dass keine Doppelförderung vorliegt bzw. vorliegen wird (d. h. keine weitere Förderung z. B. von Landes- oder Bundesseite wird in Anspruch genommen).
  • Wohnortnachweis mittels Personalausweiskopie (Zur Identifizierung nicht benötigte Ausweisdaten können und sollen geschwärzt werden. Das gilt insbesondere für die auf dem Ausweis aufgedruckte Zugangsnummer sowie die Seriennummer).

Nach der Förderzusage

Nach Förderzusage sind binnen 12 Wochen folgende erforderlichen Kaufnachweise einzureichen:

  • Rechnungskopie. Diese muss den Verkäufer/die Verkäuferin, den Empfänger/die Empfängerin und die genaue Bezeichnung des Kaufgegenstandes enthalten
  • Die Rahmennummer des Lastenrades, entfällt bei Lastenanhängern
  • Nachweis der Nutzlast (= zulässiges Gesamtgewicht - Eigengewicht des Fahrzeugs) von mindestens 150 Kilogramm (z. B. Händlerbeleg oder Kopie der technischen Ausstattungsmerkmale, Produktblatt), entfällt beim Lastenanhänger

(Stand: 2. April 2020; Quelle: Amt für Mobilität und Tiefbau, Münster, Angaben ohne Gewähr)

Konkrete Rückfragen zur Lastenradförderung können telefonisch unter 02 51 - 4 92-65 82 oder per E-Mail an lastenleeze(..at..)stadt-muenster.de  gestellt werden. Die Stadt bittet alle Interessenten für eine Lastenleeze um Verständnis.

Lastenrad wird Alltagsnormalität

Im Jahr 2019 stellte Münster insgesamt 200.000 Euro die Stadt für die Förderung von Lastenrädern zur Verfügung. Dabei konnte Käuferïnnen bis zu 1000 Euro des Preises erstattet bekommen. Es dauerte jedoch nur sieben Wochen, bis die Gelder aufgebraucht waren. Im letzten Jahr startete die Förderung am 1. März – nach rund sechs Wochen, am 18. April, war der Top dann leer. Mit den Fördermitteln konnten 204 Lastenräder sowie 212 Anhänger angeschafft werden.

Der ADFC im Münsterland begrüßt, dass die Stadt Münster mit dem Förderprogramm (erneut) Impulse für eine stadtverträgliche und nachhaltige Mobilität setzt. Erinnert aber zugleich daran, dass Lastenräder entsprechend mehr Platz im öffentlich Raum beanspruchen, was sich vor allem nicht zu Lasten von Fußgehenden darf. Erste homöopathische Schritte wurden – mit einem Ratsbeschluss  „Lastenradförderung: Kaufprämie und Abstellanlagen“ (V/0015/2020) – bereits u.a. an der Schillerstraße und am Domplatz eingeleitet. Selbstverständlich müssen Lastenradparkplätze geschaffen werden und – wenn sie ihre enkeltaugliche Wirkung entfalten sollen – selbstverständlich auf Kosten von Kfz-Parkplätzen.

Spätestens seit Frühjahr 2019 gehören Lastenräder – ob für den Kinder- oder Warentransport, ob auf dem Weg zum Picknick oder bei der Schokofahrt – in Münster zum Alltagsbild. Da wirkt das (künstliches?) Pro und Contra in den Westfälischen Nachrichten vom Februar 2019 schon fast putzig. Vor allem wenn mensch sich die Situation rund um den PKW in der Innenstadt vor Augen führt.

Mit jedem neuen Lastenfahrrad wird sich die Situation weiter verschärfen. Schon jetzt kann man beobachten, wie die elektrisierten Ungetüme mit Turbogeschwindigkeit über die Promenade rasen, so gerade noch zwischen die Räder rechts von ihnen und den Gegenverkehr passen. Unfälle zwischen Rad und Elektrorad sind schon schlimm genug, zwischen Rad und Elektrolastenfahrrad können sie fatal enden. (Contra von Martin Kalitschke)

 

 


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