Verkehrsunfälle zum Nachteil von Radfahrenden B54/Abfahrt Rombergpark

11.07.19
Kategorie: Aktuelles, Verkehrspolitik, Sicherheit

Offener Brief zum Verkehrsunfall mit schwerverletztem Radfahrer an der B 54-Abfahrt Rombergpark an die zuständigen Dezernenten der Stadt Dortmund.

 

 

 

ADFC Dortmund e.V.
Graudenzer Str. 11
44225 Dortmund

Dortmund, 10.7.19

 

Offener Brief zum Verkehrsunfall mit schwerverletztem Radfahrer an der B 54-Abfahrt Rombergpark an die zuständigen Dezernenten der Stadt Dortmund.

 

Sehr geehrter Herr Rybicki, sehr geehrter Herr Wilde

am 7.6.2018 hat der ADFC an die Dezernenten Lürwer und Wilde ein Schreiben geschickt, in dem auf die für Fußgänger und Radfahrer äußerst gefährliche Situation an der Abfahrt hingewiesen wurde und sowohl kurz- als auch langfristige Maßnahmen zur Behebung der Gefahren gefordert wurden.

Die damals vom ADFC geforderten Sofortmaßnahmen wurden nicht umgesetzt. Straßen NRW wollte lediglich kurzfristig in der Ausfahrt das Tempo von 100 auf 60 km/h senken, für Autofahrer das Schild Radfahrer kreuzen aufstellen, die Fahrbahnmarkierung mit Akustikfunktion erneuern und zur besseren Sicht die Pflanzen zurück schneiden.

Seitdem ist die Geschwindigkeitsreduzierung des Autoverkehrs auf 60 km/h eingerichtet worden, die Fahrbahnmarkierung im Einmündugnsbereich wurde immer noch nicht umgesetzt und die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr haben sich weiter verschlechtert (siehe beigefügtes Foto). Durch die Büsche, die am Fahrbahnrand wachsen, ist den zu Fuß gehenden und Radfahrenden zusätzlich so weit die Sicht genommen, dass sie nunmehr gar nicht mehr die Vorfahrt beachten können, zumal die Geschwindigkeitsreduzierung auf 60 km/h absolut nicht ausreichend ist. Sobald der Autoverkehr zu erkennen ist, taucht er auch schon im Einmündungsbereich auf. Eine sachgerechte Reaktion der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer ist nicht mehr möglich.

Somit musste es zu weiteren Unfällen zum Nachteil von Radfahrenden kommen. Am Dienstag erlitt ein Radfahrer an der B 54-Abfahrt Rombergpark aus Richtung Stadtmitte dabei schwerste Verletzungen. Weitere schwerste Unfälle sind unter den jetzigen Bedigungen zu erwarten.

Daher wiederholt und verstärkt der ADFC seine Forderungen vom Juni 2018 als Sofortmaßnahmen 

  1. auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Abfahrt auf 30 km/h,
  2. die Reduzierung der Abbiegespuren auf eine Spur,
  3. den Rückbau der Sichthindernisse (hier der überhöhten Leitplanken und des hohen Pflanzenbewuchses am Fahrbahnrand) sowie
  4. weiterer geeigneter Maßnahmen zum Schutz der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer wie Darstellung und Aufpflasterung der Furten sowie
  5. Schutz der Überquerenden durch rotweiße Flexibaken bzw. Poller, die ein „Schnippeln“ der Kurve durch den motorisierten Verkehr erschweren und damit auch zur Geschwindigkeitsreduzierung beitragen.

Langfristig kann es nur die sichere Möglichkeit einer Unter- oder Überführung des Fuß- und Radverkehrs an dieser Stelle geben.Dem verunfallten Radfahrer hat der ADFC Rechtsschutz zugesagt. Die Polizei wird eine Kopie dieses Schreibens mit der Bitte um genaueste Begutachtung des Einmündungsbereiches bekommen.

Mit freundlichem Gruß

Werner Blanke


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