Spannende Diskussion

14.08.09
Kategorie: Verkehrspolitik, Wuppertal/Solingen

Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal-Institut präsentierte dem Publikum ungewohnte Denkansätze



Die OB-Kandiadtinnen in der Diskussion . Von Links: Lorenz Bahr (Grüne), Dietmar Bell (SPD), Ingrid Pfeiffer (FDP), Christiane Rüffer (Moderation), RME Streuf (WfW), Gerd-Peter Zielezinski (Linke)


Wuppertals Umweltverbände luden ein: OB-Kandidaten zu Umweltthemen befragt.

Die Konkurrenz schien gewaltig. Dass die Umweltverbände die OB-KandidatInnen aller Parteien ausgerechnet während eines WM-Qualifikationsspiels einluden, konnte auch nur bei einer Terminfestlegung zu Beginn der Sommerpause passieren. Als es dann am Nachmittag auch noch wie aus Eimern zu schütten begann, wuchs die Skepsis über eine vernünftige Besucherzahl.

Umso erfreulicher dann, das die Veranstaltung erst mit ein paar Minuten Verspätung beginnen konnte, weil die Aula des Wuppertal-Institus so voll wurde, dass erst noch ein wenig umgebaut und zusatzliche Sitzgelegenheiten herangeschafft werden mussten.

Einleitend referierte Dr. Michael Kopatz, ein Mitarbeiter des Wuppertal-Instituts, zum Thema "Die Wirtschaftskrise als Chance für eine nachhaltige Entwicklung". Er legte vor dem Hintergrund einer von ihm mit erarbeiteten Studie sehr anschaulich und drastisch die Fehlentwicklungen heutiger Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik dar. Besonders deutlich wurde das Problem der Heiligen Kuh "Wachstum" als wichtigstes Wirtschaftsprinzip kritisiert. Jedem global denkenden Menschen muß klar sein, dass gerade in der globalisierten Welt ein weiteres Wachstum, noch dazu in immer mehr Ländern, die als aufstrebende Nationen die Entwicklung der hochentwickelten Industrieländer nachzuahmen versuchen, die Klimakatastrophe zwangsläufig zur Folge hat. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Zufriedenheit der Bevölkerung in den  westlichen Industrieländern seit Ende der 60'er Jahre des letzten Jahrhunderts völlig losgelöst vom Wachstum ist. Unter diesem Blickwinkel wird aber deutlich, dass Politik auch andere Handlungsfelder haben sollte als die rein materielle Bedürfnisbefriedung. Dabei wäre eine Unzufriedenheit nicht unbedingt zu erwarten.

Nach diesem theoretischen Ansatz, der aber oft mit drastischen alltäglichen Beispielen verdeutlicht wurde, war eine gute Grundlage für die konkrete Diskussion spezieller Wuppertaler Themen gelegt. Christiane Rüffer, im Tal bekannt als Moderatorin von Radio Wuppertal, befragte die Kandidatin Ingrid Pfeiffer (FDP) sowie Dietmar Bell (SPD), Lorenz Bahr (Grüne), Gerd-Peter Zielezinski (Die Linke) und R.M.E. Streuf (WfW). Der amtierende OB Peter Jung, der ebenfalls wieder kandidiert, hatte aus terminlichen Gründen bereits im Vorfeld abgesagt.

Wir wollen es auch weiterhin so halten, dass wir keine Wahlempfehlung für einzelne Personen geben. Deutlich wurde aber schon, dass die Wichtigkeit der Umweltpolitik für verschiedene Menschen auf dem Podium ebenso unterschiedlich war wie die eigenen Kentnisse der KandidatInnen. Einen Eindruck der Positionen der BewerberInnen kann man sich auch weiterhin auf der Internetseite www.umweltwahl-wuppertal.de verschaffen.

Insgesamt war es ein gelungener Abend, der uns Umweltverbänden die eigene Leistungsfähigkeit und Einflußmöglichkeiten noch einmal verdeutlicht hat. Wir werden diese neue Kooperation sicher auch nach der Wahl nutzen, um Umweltthemen politisch voran zu bringen.


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