Sehen und gesehen werden

10.10.17
Kategorie: Aktuelles, Presse, Technik, Service

Quelle: pdf.de


Die Tage werden kürzer und spätestens mit der Zeitumstellung am 29. Oktober gilt: Wer auf dem Rad gut gesehen und als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden möchte, muss für funktionsfähiges Licht am Fahrrad sorgen. Im Sommer wurde der Paragraph zu den „Lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern“ in der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) aktualisiert. Erstmalig geregelt wurde die Beleuchtung an Fahrradanhängern.

Gesetzlich vorgeschrieben sind jetzt:

  • Weiterhin ein Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor,
  • ein Rücklicht und ein roter Rückstrahler, der zweite rote Reflektor wurde gestrichen,
  • umlaufende Reflexstreifen an Vorder- und Hinterreifen, gelbe Reflektoren in den Speichen oder reflektierende Speichensticks in allen Speichen sowie
  • je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen.

Für Radanhänger, die ab 2018 verkauft werden, gelten folgende Regelungen:

  • Anhänger ab 600 Millimeter Breite müssen mit zwei weißen Reflektoren nach vorne sowie einer roten Schlussleuchte und zwei roten Reflektoren auf der Rückseite ausgestattet sein.
  • Anhänger mit mehr als 1.000 Millimeter Breite benötigen zusätzlich eine weiße Frontleuchte. Unabhängig von der Breite dürfen ein weiteres Rücklicht sowie weitere Reflektoren verbaut sein.
  • Das Anbringen von Blinkern zum Richtungswechsel ist zukünftig bei mehrspurigen Fahrzeugen erlaubt. Bisher gibt es nur die recht teure Version eines Liegeradherstellers.

Batteriebetriebene Lichtanlagen dürfen inzwischen an allen Fahrrädern verwendet werden. Alle am Rad angebrachten Leuchtmittel benötigen das amtliche Prüfzeichen, bestehend aus einer Wellenlinie, dem Buchstaben „K“ und einer Ziffernfolge. Alles, was das Prüfzeichen nicht trägt, darf weder als Fahrradbeleuchtung verkauft noch am Rad verbaut werden. Das gilt auch für die beliebten Blinklichter, die generell am Rad nicht erlaubt sind. Für Zusatzleuchten, die am Körper getragen werden, gibt es keine Einschränkungen, solange sie andere Verkehrsteilnehmer nicht beeinträchtigen. Helle Stirnlampen sind daher im Verkehr nicht zulässig, da sie entgegenkommende Verkehrsteilnehmer in gefährlicher Weise blenden.

Allen Alltagsradlern rät der ADFC NRW zu nahezu wartungsfreier und ausfallsicherer Lichttechnik mit Nabendynamo und LED-Leuchten. Der Generator in der Vorderradnabe ist im Gegensatz zum antiquierten Seitenläufer leise und leichtgängig und liefert auch bei Regen und Schnee zuverlässig Strom; die LED-Leuchten sind langlebig und vertragen auch Schlaglöcher und Rüttelpisten. Frontleuchten mit Fernlichtfunktion sind jetzt zugelassen.

Ein LED-Rücklicht mit Standlicht und eventuell mit Bremslichtfunktion sowie der ausfallsichere LED-Frontscheinwerfer sorgen dafür, dass Radfahrer kaum zu übersehen sind. Mit guten LED-Frontleuchten wird die Fahrbahn fast taghell ausgeleuchtet, Hindernisse erkennt man frühzeitig. Es ist sehr wichtig, dass solche Hochleistungsscheinwerfer richtig eingestellt werden. Etwa zehn Meter vor dem Rad sollte die hellste Stelle des Scheinwerfers die Fahrbahn erreichen. An einer weißen Wand kann man dies selber kontrollieren. Ist die Lampe zu hoch eingestellt, werden entgegenkommende Radler, Fußgänger und sogar Kraftfahrzeuge gefährlich geblendet.

Wer die Beleuchtung an seinem Fahrrad nicht selbst warten oder überprüfen möchte, sollte sich an ein Fachgeschäft wenden. Viele Fahrradhändler bieten zum Winter eine preiswerte Inspektion in ihrer Werkstatt an.


© 2017 ADFC NRW e. V.