Sehen und gesehen werden - Tipps zur richtigen Fahrradbeleuchtung

24.10.17
Kategorie: Presse, Aktuelles

Warnwesten helfen gesehen zu werden


Strizken hat vor einigen Tagen darauf hingewiesen und der ADFC schließt sich seinem guten Rat an.

Die Tage werden kürzer und spätestens mit der Zeitumstellung am 29. Oktober gilt: Wer auf dem Rad gut sehen und gesehen werden möchte, muss für funktionsfähiges und gut eingestelltes Licht am Fahrrad sorgen.

Im Sommer wurden nämlich die Vorschriften zu den „Lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern“ in der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) aktualisiert, wie es im Paragraphendeutsch heißt.
Erstmalig geregelt wurde auch die Beleuchtung an Fahrradanhängern.

Gesetzlich vorgeschrieben sind jetzt:
    Weiterhin ein Frontscheinwerfer mit weißem Reflektor,
    ein Rücklicht und ein roter Rückstrahler
    umlaufende Reflexstreifen an Vorder- und Hinterreifen, gelbe Reflektoren in den Speichen oder  reflektierende Speichensticks in allen Speichen sowie
    je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen.

Für Radanhänger, die ab 2018 verkauft werden, gelten folgende Regelungen:
    Anhänger ab 600 Millimeter Breite müssen mit zwei weißen Reflektoren nach vorne sowie einer roten Schlussleuchte und zwei roten Reflektoren auf der Rückseite ausgestattet sein.
    Anhänger mit mehr als 1.000 Millimeter Breite benötigen zusätzlich eine weiße Frontleuchte. Unabhängig von der Breite dürfen ein weiteres Rücklicht sowie weitere Reflektoren verbaut sein.
    Das Anbringen von Blinkern zum Richtungswechsel ist zukünftig bei mehrspurigen Fahrzeugen erlaubt. Bisher gibt es aber nur die recht teure Version eines Liegeradherstellers.

Batteriebetriebene Lichtanlagen dürfen inzwischen an allen Fahrrädern verwendet werden. Alle am Rad angebrachten Leuchtmittel benötigen aber das amtliche Prüfzeichen.
Das besteht aus einer Wellenlinie, dem Buchstaben „K“ und einer Ziffernfolge. Alles, was dieses Prüfzeichen nicht trägt, darf weder als Fahrradbeleuchtung verkauft noch am Rad verbaut werden.
Das gilt besonders für die beliebten Blinklichter, die generell am Rad nicht erlaubt sind.
Für Zusatzleuchten, die am Körper getragen werden, gibt es keine Einschränkungen, solange sie andere Verkehrsteilnehmer nicht beeinträchtigen.
Helle Stirnlampen sind daher im Verkehr nicht zulässig, da sie entgegenkommende Verkehrsteilnehmer in gefährlicher Weise blenden.

Allen Alltagsradlern rät der ADFC NRW zu nahezu wartungsfreier und ausfallsicherer Lichttechnik mit Nabendynamo und LED-Leuchten.
Ein LED-Rücklicht mit Standlicht und eventuell mit Bremslichtfunktion sowie der ausfallsichere LED-Frontscheinwerfer sorgen dafür, dass Radfahrer kaum zu übersehen sind.
Mit guten LED-Frontleuchten wird die Fahrbahn fast taghell ausgeleuchtet, Hindernisse erkennt man frühzeitig.

Und hier noch einmal der Hinweis, dass solche Hochleistungsscheinwerfer richtig eingestellt werden müssen. Etwa zehn Meter vor dem Rad sollte die hellste Stelle des Scheinwerfers die Fahrbahn erreichen.
An einer weißen Wand kann man dies selber kontrollieren. Ist die Leuchte zu hoch eingestellt, werden entgegenkommende Radler, Fußgänger und sogar Kraftfahrzeuge gefährlich geblendet.
Denken sie daran, dass das Lüdinghauser Kopfsteinpflaster durch Rütteln und Schütteln die Leuchten gern mal während der Fahrt verstellt.

Wer die Beleuchtung an seinem Fahrrad nicht selbst warten oder überprüfen möchte, sollte sich an ein Fachgeschäft wenden.
Viele Fahrradhändler bieten zum Winter eine preiswerte Inspektion in ihrer Werkstatt an.

Herbert Baur

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