Sachstand zum RS1 in Bochum

04.06.15
Kategorie: Verkehrsplanung, Bochum

RS1 Varianten Bochum Innenstadt


Am Dienstag, 16.6.2015, legte die Verwaltung im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität einen Sachstandsbericht zum RS1 vor.

Die Vorlage 20150755 mit Lageplänen ist im Bürgerinformationssystem abrufbar.

Eines ist daran neu:

Unter dem Punkt 6 "Trassenführung und Varianten in Bochum" erwähnt der Bericht erstmals die vom ADFC Bochum vorgeschlagene Führung des RS1:

"Im Abschnitt Mitte gibt es eine vom ADFC-Bochum vorgeschlagene Variante, die im Bereich Marbach einen Brückendurchlass nutzt, entlag des Marbaches bis zur Galenfeldstraße führt, am Rande des Westparks die Alleestraße in Richtung Stahlhause unterquert und über die Baarestraße die Bessemer Str. erreicht. Diese Variante wird derzeit in der Verwaltung geprüft."

Im Lageplan Mitte ist diese Variante eingezeichnet.

Die Verwaltung erwähnt lieber nicht, dass auch die übrige Wegführung in der Innenstadt vom ADFC Bochum erarbeitet und von der Verwaltung stillschweigend übernommen wurde, nachdem sich die eigenen Vorarbeiten der Verwaltung als komplett untauglich erwiesen hatten.

„Abschnitt Mitte“:

"Über Bessemer Str. mit einem Teilstück der „Friederika-Bahn“ (aufgel. Trasse südlich der DB-S-Bahngleise) mit Querung Königsallee, zur Herrmannshöhe, über Ferdinandstraße (Hauptbahnhof), Akademiestr. und Anschluss an die Springorm-Bahn. Weiter parallel zur DB-Strecke über Buselohstr. und Brelohstraße bis zur ehem. Zentraldeponie."


Nur das völlig untaugliche Konzept, die Erzbahntrasse ohne jede bauliche Veränderung kurzerhand zu Radschnellweg zu erklären, ist eine Idee der Verwaltung. Wie dabei "überdurchschnittlich hohe, auf Landesebene entwickelte Ausbau- und Qualitätsstandards bzgl. Breite, Oberfläche, Geradlinigkeit, weitgehende Kreuzungsfreiheit, Beleuchtung usw. realisiert werden" sollen, kann sich nur die Bochumer Verwaltung vorstellen, sonst niemand. Die Trennung von Fußgänger- und Fahrradverkehr ist nach diesen Qualitätsstandards Grundvoraussetzung für einen Radschnellweg.

Die Erzbahntrasse ist kein Radschnellweg

Auf der Erzbahntrasse ist diese Trennung nicht möglich. Die ersten drei Brücken der Erzbahntrasse inklusive der Erzbahnschwinge müssten komplett neu gebaut werden, um die geforderten 4 + 2 Meter Wegbreite für Radfahrer und Fußgänger zu ermöglichen. Und der Westpark eignet sich auch nicht als Radschnellweg.

Wie die weiter erforderliche Brücke vom Westpark über die Alleestraße in die Bessemer Straße aussehen sollte, entzieht sich jeder Vorstellung.

Richtung Dortmund soll sich der RS1 ab Höhe Zentraldeponie an der vorhandenen Bahntrasse orientieren und auf der nördlichen Seite geführt werden. Im Lageplan Ost erkennt man einen weiteren gravierenden Planungsfehler:

Aus Richtung Dortmund fehlt die Anbindung der Ruhr-Universität und des Universitätscampus.

Diese Anbindung muss über Ümminger Straße und Universitätsstraße hergestellt werden. Die Weiterführung der Radfahrstreifen auf der Universitätsstraße von Uni West bis zur Wittener Straße ist ein unverzichtbares Element der Planungen zum RS1. Die bereits im Zusammenhang mit der Ertellung des integrierten Verkehrskonzepts Campus Bochum deutlich gewordene Verweigerungshaltung der Bochumer Verwaltung ist unerträglich. Viel mehr muss der in der AGFS-Bewerbung der Stadt Bochum ursprünglich enthaltene "Radschnellweg Universitätsstraße" zeitgleich mit dem RS1 realisiert werden.

Alle Unterlagen sind im Bürgerinformationssystem abrufbar:

Übersicht:
session.bochum.de/bi/vo0050.php
Beschlussvorlage:
session.bochum.de/bi/getfile.php
Lageplan Mitte:
session.bochum.de/bi/getfile.php

KK

Weitere Informationen

Weitere Seiten zum Thema:
 Vom Rad-Schiebe-Weg zum Rad-Schleich-Weg - 17.09.2014

© 2020 ADFC NRW e. V.