Rücksicht nehmen - 1,5 m Abstand halten

13.09.18
Kategorie: Aktuelles, Verkehr

Logo der Kampagne: Liebe braucht Abstand © AGFS NRW e.V. (www.liebe-braucht-abstand.de)


Die Poolnudel auf dem Fahrrad ist der virale Trend der Woche. Was lustig aussieht, hat aber einen ernsten Hintergrund. Zu geringer Abstand gilt als eine der häufigsten Ursachen für Unfälle im Straßenverkehr.

Dabei gibt es klare Regeln: Vorgaben zur Orientierung in Sachen Abstand gibt die Straßenverkehrsordnung. Hier heißt es, dass Kraftfahrzeuge innerorts mindestens anderthalb Meter Abstand zu Radfahrenden halten müssen. Zwei Meter Abstand gelten beim Überholen von Kindern oder Eltern mit Kindern und generell für Lkw und Busse. Ist eine Straße zu eng für den Mindestabstand, darf ein Auto, Lkw oder Bus nicht überholen.

Pool-Noodle-Aktion - Radfahrer in Toronto fürchten zu nah auffahrende Autos

Radfahrer in Toronto wehren sich gegen rücksichtslose Autofahrer mit einer ungewöhnlichen Aktion, die in den sozialen Netzen für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat: Sie klemmen sich Poolnudeln, die eigentlich im Schwimmbad zum Einsatz kommen, auf den Gepäckträger, um Autos dazu zu zwingen, genügend Abstand zu halten. ADFC NRW Geschäftsführer Daniel Wegerich erläuerte im WDR-Interview, warum Radfahrer manchmal zu ungewöhnlichen Aktionen greifen müssen, um mit der Forderung nach besseren Radwegen gehört zu werden. Zu geringer Abstand gilt als eine der häufigsten Ursachen für Unfälle im Straßenverkehr. (ADFC NRW im WDR Bericht "Fahrradsicherheit mit Pool-Noodle")

Damit das Thema des ausreichenden Seitenabstands beim Überholen von Radfahrenden bei den Verkehrsteilnehmern ankommt, hatte der ADFC Köln eine gemeinsame Aktion mit der Polizei gestartet. Aufkleber mit einem Hinweis auf den Mindestabstand befinden sich seitdem auf dem Heck der Kölner Streifenwagen. Zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen haben seitdem Interesse an der Aktion bekundet. Aufkleber können vor Ort beim ADFC Köln abgeholt werden.

Verkehrsministerium wirbt mit Kampagne für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr
Auch das Verkehrsministerium widmet sich diesem Problem. Die neue Kampagne "Liebe braucht Abstand" - inspiriert von einem Leitsatz aus der Paartherapie - will Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam machen, auf der Straße ausreichend Sicherheitsabstand zu halten. Die Aktion soll mit einem Kurzfilm und weiteren Maßnahmen zu Distanz, Zurückhaltung und Respekt aufrufen. Dabei geht es nicht nur um den Abstand, den Autofahrer untereinander zu halten haben. Beim Überholen von Radfahrern, beim Parken von Pkw, Motorrädern und Fahrrädern, beim Radeln über Wege, die auch Fußgänger nutzen – überall bringt ein bisschen mehr Abstand und Rücksicht zusätzliche Sicherheit.

Verkehrssicherheitskampagne in fünf Städten in NRW
Die Kampagne "Liebe braucht Abstand" ist Anfang September in Dortmund, Brühl und drei weiteren NRW-Pilotstädten gestartet. Die Aktion wird in drei Stufen durchgeführt: Zunächst erarbeiten Vertretern aller Verkehrsteilnehmergruppen einen lokalspezifischen Verhaltenskodex. Anschließend soll die Kampagne mit Großflächenplakaten, Broschüren und einem Kampagnenfilm in der jeweiligen Stadt bekannt gemacht. Ein Aktionstag rundet das Projekt ab. Die Verkehrssicherheitskampagne ist ein Kooperationsprojekt der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS), Gemeinden und Kreise in NRW, des Zukunftsnetzes Mobilität NRW und der Landesverkehrswacht NRW. Finanziert und begleitet wird sie durch das NRW-Verkehrsministerium.
Infos: www.liebe-braucht-abstand.de

 

 


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