RS1 darf keine Hängepartie werden

05.12.17

Foto: Verkehrsministerium NRW


Bei den Informationsveranstaltungen der Stadt Essen und dem Landesbetrieb Straßen.NRW zum Weiterbau des Radschnellwegs Ruhr RS1 in Essen ist deutlich geworden, dass es zu erheblichen Verzögerungen kommen wird.

Die Stadt Essen favorisiert in einer Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Eltingviertels die Variante 3, bei der der RS1 auf Dächern und durch Gebäude im Eltingviertel verlaufen soll. Dafür ist es allerdings notwendig, dass der jeweilige Investor nicht nur die Baukosten für den Radschnellweg trägt, sondern auch die Unterhaltungskosten beispielsweise für die Reinigung und den Winterdienst.

Prestigeverlust für die Grüne Hauptstadt Essen

„Wir sind skeptisch, dass es hier zeitnah zu einer Zusage kommt, auch wenn es nach Aussage der Stadt mehrere Interessenten geben soll. Wir fürchten, dass aus dem Weiterbau des Radschnellwegs eine Hängepartie wird und dass für die Radfahrer auf dem RS1 noch mehrere Jahre eine Lücke in der Essener Innenstadt klaffen wird. Für die Stadt Essen wäre es außerdem ein erheblicher Prestigeverlust, wenn ausgerechnet ein Pilotprojet der Grünen Hauptstadt durch örtliche Planungen um Jahre verzögert würde“, so Thomas Semmelmann, Landesvorsitzender des ADFC NRW. Erstaunt ist der ADFC NRW auch darüber, dass als weiterer Grund für die Verzögerungen die Umwidmung des noch unter Eisenbahnrecht befindlichen Bahndamms genannt wird. Semmelmann: „Diese Tatsache ist bereits seit der Erstellung der Machbarkeitsstudie zum RS1 bekannt.“

RS1 provisorisch in Richtung Osten weiterbauen

Der ADFC NRW favorisiert nach wie vor die Variante 1, bei der die Strecke des RS1 über den Bahndamm geführt wird. Bei dieser Variante wären Bau und Finanzierung durch Straßen.NRW und damit durch das Land NRW sichergestellt. „Sollte es aber zu der von der Stadt Essen favorisierten Variante 3 kommen, dann plädieren wir für eine Übergangslösung, bei der der RS1 zunächst provisorisch in Richtung Osten weitergebaut würde. Dies ist wichtig, damit die einzig noch fehlende Brücke über die Gladbecker Straße möglichst bald gebaut werden kann. Diese ist als Andockpunkt an die Trasse im Eltingviertel laut Machbarkeitsstudie in allen drei Varianten gleich und würde in jedem Fall gebaut werden müssen“, erklärt Semmelmann. Somit hätten Radfahrer in Essen trotz Investorensuche freie Fahrt und könnten ihren Beitrag zur Emissionsverringerung in der Grünen Hauptstadt Essen leisten.

Zur Machbarkeitsstudie https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/61/dokumente_7/aktionen/bebauungsplanverfahren/eltingviertel_viehofer_platz/Eltingviertel_Viehofer_Platz_Machbarkeitsstudie.pdfELTINGVIERTEL/VIEHOFER PLATZ


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