"Ride of Silence"- Mehrere Hundert Radfahrer trafen sich zu stillen Gedenkfahrten in NRW

14.05.18
Kategorie: Verkehr, Aktuelles

ADFC Köln/Paul Hense


Trotz Regen und Wind kamen gestern viele Radfahrer zusammen, um an die Radverkehrstoten in ihren Städten zu erinnern. Zum traditionellen "Ride of Silence" fuhren sie weiß gekleidet und schweigend durch die Innenstädte in Köln, Dortmund, Essen, Aachen und Bonn und stellten Blumen und Kerzen an den Unfallorten auf.

 

"Ride of Silence"- Köln
In Köln nahmen rund 250 Radler an der stillen Gedenkfahrt teil. Trotz Regen rollten sie schweigend durch die Stadt zu der Stelle, wo im vergangenen Monat eine 56jährige Radfahrerin von einem abbiegenden LKW getötet wurde. Das Ghost Bike, ein weißes Geisterfahrrad, welches gestern im Rahmen des "Ride of Silence" aufgestellt wurde, erinnert an den Unfall an der Mülheimer Brücke und mahnt ab jetzt täglich zu Vorsicht. Aus Sicherheitsgründen musste der Ride of Silence in Köln wegen des schlechten Wetters vorzeitig abgebrochen werden.

Die WDR-Reporterin Manuela Klein war für die Lokalzeit Köln bei der stillen Gedenkfahrt vor Ort und berichtet über Forderungen des ADFC zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Köln und in NRW. Hier geht es zur Sendung 

Einen ausführlichen Blog-Artikel des ADFC Köln zum "Ride of Silence" gibt es auch. Hier nachlesen


Weitere Gedenkfahrten fanden in Dortmund, Aachen, Essen und Bonn statt

Auch in Dortmund, Aachen, Essen und Bonn haben Fahrradfahrer am Abend in stillen Gedenkfahrten durch die Innenstädte an die Radfahrer erinnert, die durch Auto- oder LKW-Unfälle ums Leben gekommen sind. Mehrere Hundert Radfahrer stellten Kerzen und Blumen an den Unfallorten auf, damit die Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig mahnten sie, die Bedingungen für Radfahrer dringend zu verbessern.     

Häufigste Unfallursache sind abbiegende Lkw und Pkw
Im vergangenen Jahr sind bundesweit 383 Radfahrer ums Leben gekommen, darunter 15 Kinder. 50 Menschen kamen aus NRW. Die häufigste Ursache für schwerwiegenden Unfälle sind abbiegende Lkw und Pkw. Anders als die Gesamtzahl der Verkehrstoten, nimmt die Zahl der getöteten Radfahrenden seit Jahren nicht substanziell ab.

Der ADFC fordert die Städte auf, dem Fahrrad mehr Platz einzuräumen und Kreuzungen nach niederländischem Vorbild für Radfahrer sicherer umzubauen. Außerdem müssen Radfahrer und Fußgänger durch aktive Bordelektronik in Lkw und Pkw besser geschützt werden.

 

 

 

 


© 2018 ADFC NRW e. V.