Reisen für Alle - Barrierefreie "Römer-Lippe-Route" kommt gut an

11.10.19
Kategorie: Aktuelles, Tourismus, Rad in den Medien

Wie Erhebungen zeigen, wird die - durch ein EU-Förderprojekt ins Leben gerufene - Römer-Lippe-Route von vielen Radfahrenden genutzt. Auf den Spuren der Römer geht es barrierefrei von Xanten nach Detmold.

Barrierefreiheit spielt heutzutage - insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels - eine immer bedeutendere Rolle. Das gilt auch für touristische Produkte, denn sowohl Menschen mit Behinderungen als auch Senioren oder Familien mit kleinen Kindern sind in Urlaub und Freizeit auf entsprechende Angebote angewiesen. Für Radfernwege mit ihrer komplexen Rahmenbedingungen aus Wegeinfrastruktur, Beschilderung, Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben sowie Radserviceangeboten stellen sich bezüglich der Bedürfnisse der genannten Zielgruppen nochmals spezielle Anforderungen. Der Römer-Lippe-Route ist es erfolgreich gelungen, diese Anforderungen zu erfüllen, wie eine Auswertung nun zeigt.

Auf der Römer-Lippe-Route ist einiges in Bewegung – die Auswertung der Radsaison 2019 sowie der Abschlussbericht zu dem vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten und von der Ruhr Tourismus GmbH (RTG) konzipierten und umgesetzten Projekt „Barrierefreier Radtourismus an der Römer-Lippe-Route“ untermauern die positive Entwicklung des Fernradwegs.

Zur Qualitätssicherung wurden von Frühjahr bis August 2019 vier Zählgeräte eingesetzt und knapp 815 Radfahrer befragt um die 295 km lange Hauptroute sowie die zwölf Themenschleifen zu evaluieren. So konnten 190.000 Tagesausflügler gezählt werden, die mit durchschnittlichen Tages-Ausgaben von 19,50 € insgesamt 3,7 Millionen € rund um die Römer-Lippe-Route investierten. Addiert man die Ausgaben der Radreisenden dazu, ergibt sich so ein Gesamt-Bruttoumsatz von 8,5 Millionen € in 2019 (2014: 5,2 Millionen €). Die rund um den Fernradweg generierte Wertschöpfung liegt bei 4,5 Millionen €. Unter Berücksichtigung der jährlichen Ausgaben von 240.000 €, die in die Route fließen, ergibt sich in Relation zu den Einnahmen aus dem Radtourismus, ein enorm positives Umsatz-Kosten-Verhältnis von 1:35 bezogen auf den Bruttoumsatz.

Neben der Evaluation 2019 wurde ebenfalls nun der Abschlussbericht zum EFRE-Projekt „Barrierefreier Radtourismus an der Römer-Lippe-Route“veröffentlicht. Im Rahmen des Projekts zur Barrierefreiheit wurde die Strecke von Herbst 2016 bis zum 30. September 2019 speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie von Senioren und Familien mit kleinen Kindernangepasst und somit barrierefreies Radfahren in Nordrhein-Westfalen etabliert. „Neben praktischen Vorgaben zu Barriereabbau und -freiheit sowie der Förderung einer nachhaltigen Teilhabe aller Menschen am Radtourismus, ist es uns gelungen enorme Wertschöpfungs- und Imageeffekte zu erzielen. Eine erfolgreiche Entwicklung die durch den Abschlussbericht und die Evaluation belegt wird“, resümiert Axel Biermann, Geschäftsführer der RTG.

Als krönenden Abschluss dieses Projekts kann die urkundliche „Reisen für Alle“-Zertifizierung, welche die Römer-Lippe-Route als erster deutscher Fernradweg vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. erhielt, verstanden werden. Und auch hier sind gedanklich bereits weitere Schritte geplant: „Das Projekt war nur der erste Schritt im Bereich des barrierefreien Radtourismus. Das Thema wird bei zukünftigen Maßnahmen stets mitberücksichtigt um ein nachhaltige Weiterentwicklung zu gewährleisten“, so Projektleiter Pascal Tönnissen.

Weitere Informationen unter:
www.roemerlipperoute.de/barrierefrei-erfahren/


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