Rad- und Fußweg am Mühlengraben

09.10.19
Kategorie: Verkehrspolitik

Offener Brief des ADFC Leverkusen e.V. zur Sanierung des Rad- und Fußweg am Mühlengraben

Offener Brief des ADFC Leverkusen an die Mitglieder der Bezirksvertretung II, an die CDU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, Opladen Plus

in Kopie zur Information an: Herrn Oberbürgermeister Richrath, die Beigeordneten Frau Deppe und Herrn Lünenbach, die lokale Presse Leverkusener Anzeiger und Rheinische Post.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

der ADFC akzeptiert die politische Entscheidung der Bezirksvertretung II zur Sanierung des Rad- und Fußweg am Mühlengraben, kann diese Entscheidung aber sachlich nicht nachvollziehen und ist über das Abstimmungsergebnis enttäuscht.

Es gab am 04. Juni 2019 in der Sitzung der Bezirksvertretung II unter TO 14 „Ausbau Rad-/Gehweg Mühlengraben“ keine Einigung, aber der ausdrückliche Wunsch einer Ortsbegehung. Dem wurde stattgegeben.

Der Ortstermin fand am 2. Juli auf dem Rad- und Fußweg Mühlengraben, unweit des Tierheimes, statt. Dort hat die Stadtverwaltung die Rahmenbedingungen für die Asphaltierung und für die wassergebundene Oberfläche detailliert und umfassend dargestellt. Allein aufgrund der von der Stadtverwaltung geschilderten Tatsachen sollte es jedem Anwesenden klar gewesen sein, dass es nur eine wassergebundene Oberfläche geben kann. Eine Asphaltierung verursacht nicht nur Kosten in Millionenhöhe, sondern auch enorme Folgekosten (u. a. regelmäßige Reinigungen). Wir denken, dass die Mitglieder der Bezirksvertretung sich über die Nachfolgekosten keine Gedanken gemacht haben.

Einzelne Bezirksvertreter geben sogar vor, mit ihrer Entscheidung pro Asphalt, den Radverkehr in dieser Stadt gestärkt zu haben. Das ist nicht der Fall. Der Weg am Mühlengraben wird zurzeit überwiegend als Ausweichroute von Opladen nach Wiesdorf genutzt, weil es für die Radpendler keine andere sichere Route gibt. Sobald die RadPendlerRoute von Leverkusen-Opladen nach Leverkusen-Mitte erstellt ist, können die Radpendler auf kürzesten Weg von Opladen nach Wiesdorf fahren. Und diese RadPendlerRoute kann nur über die Bahnallee/Humboldtstraße/Robert-Koch Straße/Robert-Blum Straße/Kölnerstraße/Hardenbergstraße führen. So ist die Forderung des ADFC.

Seltsamerweise haben die Mitglieder der Bezirksvertretung vor ihrer Entscheidung den Kontakt zum ADFC nicht gesucht. Der ADFC in Leverkusen ist nun einmal die einzige Lobby der Radlerinnen und der Radler und hat in seinen Reihen Fachleute, die Auskunft über die optimale Beschaffenheit von Radwegen geben können.

Leider kam es am 24. September 2019 unter dem TO 4 Ausbau Rad-/Gehweg Mühlengraben - Planungsbeschluss zu diesem verhängnisvollen Beschluss. Zumal die Bezirksvertreter sogar einer „abgespeckten Form der Asphaltierung“ mehrheitlich, mit neun zu vier, zugestimmt haben. Also, ohne Gewässerschutz und dazu noch eine streckenweise unterbrochene Asphaltierung. Man nennt so etwas auch Flickschusterei. Am Ende aber waren es neun zu vier Stimmen für die „abgespeckte Form“ eines asphaltierten Radweges. Kann man bei dieser „nicht Fleisch - nicht Fisch“ Zustimmung noch von „Vernunft“ und „Verantwortung“ reden? Der ADFC ist ganz klar für eine wassergebundene Oberfläche und gegen eine Asphaltierung. Weiter hofft der ADFC darauf, dass die Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung Köln diesen Beschluss nicht akzeptiert.

Der ADFC Leverkusen steht weiter zu seiner Verantwortung, den Radverkehr in Leverkusen zu fördern und die Politik und die Verwaltung dabei zu unterstützen.

Mit freundlichen Radlergrüßen

Kurt Krefft
ADFC Leverkusen
Verkehrspolitischer Sprecher
Mobil 017653921614
eMail: kurt.krefft(..at..)adfc-lev.de

Kurt Krefft

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