Projekte aus NRW beim Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet

14.05.19
Kategorie: Aktuelles

Der Deutsche Fahrradpreis geht in diesem Jahr an erfolgreiche Projekte aus NRW. Der ADFC Köln gewinnt mit dem Aktionsbündnis #RingFrei den ersten Platz in der Kategorie Kommunikation. Herzlichen Glückwunsch!

Beim Nationalen Radverkehrskongress in Dresden wurde am 14.05.2019 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) der Deutsche Fahrradpreis 2019 in drei Kategorien vergeben. Der mit insgesamt 18.000 Euro dotierte Preis wird vom Bundesverkehrsministerium und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) verliehen. Erfolgreich durchsetzen, konnten sich in diesem Jahr drei Projekte aus Nordrhein-Westfalen.

In der Kategorie Kommunikation wurden der ADFC Köln und die Initiative #RingFrei mit dem 1. Platz für ihre unermüdlichen Bemühungen für die fußgänger- und fahrradfreundliche Umgestaltung der Kölner Ringe ausgezeichnet. Den Preis nahmen die stv. ADFC-Vorsitzende Carolin Ohlwein, #RingFrei-Initiator Reinhold Goss und Handelskümmerer Hans-Günter Grawe in Dresden entgegen.

Der ADFC KÖln beschreibt die Idee zum Projekt: "Nachdem wir im Oktober 2015 aufgrund einer beispiellosen Serie zahlreicher Abbiegeunfälle mit einer Demo auf die Straße gingen, haben wir gemeinsam mit vielen Radfahrerinnen und Radfahrern in der ADFC-Geschäftsstelle den auch von den Gewerbetreibenden unterstützten 10-Punkte-Plan für die Kölner Ringe erstellt. Diesen konnten wir durch kontinuierlichen Druck in großen Teilen durchsetzen. Auf einer Pilotstrecke wurde bereits eine Fahrspur zu einem breiten Radfahrstreifen umgewandelt und der Parkraum dem Lieferverkehr zur Verfügung gestellt. So wurde deutlich mehr Platz für den Radverkehr geschaffen. In der letzten Woche hat die Bezirksvertretung Innenstadt fast einstimmig eine fußgänger- und fahrradfreundliche Ausweitung des #RingFrei-Konzepts auf die gesamten Ringe beschlossen. Die endgültige Entscheidung durch den Verkehrsausschuss für das nun ausgezeichnete Projekt erwarten wir am 18. Juni."

Das Projekt "Freie Lastenräder" von wielebenwir e.V. aus Ehrenfeld wurde in der Kategorie Service ausgezeichnet. Das Modell steht stellvertretend für die 85 Initiativen, die bundesweit 180 Lastenräder kostenfrei zur Verfügung stellen, denn die Idee, die 2013 in Köln gestartet ist, hat sich inzwischen in ganz Deutschland verbreitet.

In der Kategorie Infrastruktur wurde die Weiterentwicklung des Regionalen Radwegenetzes in der Metropole Ruhr mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Das Projekt will das bisherige Radnetz verbessern und alle Städte und Gemeinden der Region anbinden. In der Jury-Begründung beim Deutschen Fahrradpreis heißt es: "Aus einem touristisch geprägten Radverkehrsnetz soll für die Metropole Ruhr als größten Ballungsraum Deutschlands ein Radwegenetz für den Alltagsverkehr geschaffen werden. Für das künftige Netz mit rund 1.800 Kilometer gibt es bereits einen Bedarfsplan." Martin Tönnes, RVR-Beigeordneter für den Bereich Planung: "Bei Planung und Ausbau der Radwege sind wir erfolgreich, weil wir für das Ruhrgebiet mit den Städten und Kreisen an einem Strang ziehen. Mit breiter Unterstützung der Verbandsversammlung des RVR hat das Ruhrgebiet im bundesweiten Vergleich Maßstäbe in Sachen Radverkehr gesetzt." Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat mit Unterstützung des Planungskonsortiums Planersocietät, Dortmund, und Planungsbüro VIA, Köln, den Bedarfsplan für den künftigen Radverkehr im Ruhrgebiet erarbeitet. Das künftige Netz ist hierarchisch nach den drei Kategorien Radschnellverbindungen, Radhauptverbindungen und Radverbindungen aufgebaut. Mit breiter Zustimmung aus den Kommunen und Kreisen geht der Entwurf ab nächster Woche in die politischen Beratungen der RVR-Verbandsversammlung. Sie wird endgültig über das Regionale Radwegenetz als Bedarfsplan für den regionalen Alltagsverkehr beschließen und die Verwaltung beauftragen, die Weiterentwicklung, Umsetzung und Finanzierung voranzutreiben.

Den zweiten Platz in dieser Kategorie gab es für die Initiative "RadWelle" aus Oberhausen. Dort werden Radfahrende von mehreren Ampeln in der Stadt automatisch erkannt. Die Ampel werden dann so geschaltet, dass eine grüne Welle entsteht. Das verkürzt die Wartezeit und soll das Radeln sicherer machen, weil weniger Fahrradfahrer einfach bei Rot fahren.

 

 


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