Pilotversuch - Grüner Pfeil nur für Radfahrende

08.01.19
Kategorie: Aktuelles

Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen




Aus NRW nehmen Düsseldorf, Köln und Münster an dem Pilotversuch „Grüner Pfeil für Radfahrer“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur teil. Seit Januar soll Radfahrerinnen und Radfahrern testweise das Rechtsabbiegen bei Rotlicht ermöglicht werden.

In neun deutschen Großstädten soll die Einführung eines grünen Pfeils nur für Radfahrer geprüft werden. Derartige Verkehrsschilder werden an einigen Knotenpunkten in Bamberg, Darmstadt, Düsseldorf, Köln, Leipzig, München, Münster, Reutlingen und Stuttgart aufgestellt, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen mitteilte.

Bei Rot an Ampeln nach vorherigem Anhalten rechts abbiegen – dies erlaubt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), wenn rechts neben dem roten Lichtzeichen ein grüner Pfeil auf schwarzem Grund angebracht ist. Diese Regelung ist seit 1994 Bestandteil der bundesdeutschen StVO, in der DDR wurde der Grünpfeil bereits 1978 eingeführt. Die Bundesanstalt für Straßenwesen initiiert nun im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) einen Pilotversuch. Es darf nach vorherigem Anhalten auch bei Rot rechts abgebogen werden, wenn andere Verkehrsteilnehmer dabei nicht behindert oder gefährdet werden. Neu ist jedoch, dass diese Verkehrszeichen durch den Zusatz „nur Radverkehr“ dies ausschließlich Radfahrern gestatten.

Aus NRW nehmen Düsseldorf, Köln und Münster an dem Pilotversuch teil. Seit Januar 2019 wird an ausgewählten Standorten in der Stadt Radfahrerinnen und Radfahrern testweise das Rechtsabbiegen bei Rotlicht ermöglicht werden. Die Städte hatten sich für den Pilotversuch beworben. An den entsprechenden Ampeln wird ein Verkehrsschild angebracht, das in der Straßenverkehrsordnung (StVO) noch gar nicht vorgesehen ist. Für die Pilotphase soll aber das Schild mit dem bekannten, verkleinerten, Grünpfeil und der Einschränkung „nur“ über einem Fahrrad-Piktogramm offiziell freigegeben werden.

Der ADFC NRW begrüßt das Pilotprojekt. Er hat ein solches Verkehrszeichen zum freien Rechtsabbiegen bei Rot - als Baustein einer Verkehrswende pro Rad - seit Jahren gefordert, um einen besseren Verkehrsfluss im Stadtverkehr zu gewährleisten. Man müsse aber davon ausgehen, dass sich nicht alle Kreuzungen für diese Regelung eigneten. So seien etwa stark befahrene Straßen oder Stellen, an denen viele Fußgänger die Straße überqueren, weniger dafür geeignet, dass Radfahrer ohne Beschränkung nach rechts abbiegen. Wichtig ist dabei, dass Fußgänger nicht benachteiligt werden. Der Grüne Pfeil empfiehlt sich vor allem für weniger stark befahrene Verkehrsadern und Nebenstraßen. In anderen europäischen Ländern gibt es diese Regelung bereits.

Nach einer Eingewöhnungsphase für Radfahrerinnen und Radfahrer von Januar bis Ende April sind dann von Mai bis Juli so genannte Nachher-Erhebungen durch die TU-Dresden und einem Ingenieurbüro im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen geplant. Die „Vorher-Erhebungen“ sind während der Standortauswahl gelaufen. Die Einführung der Grünpfeilregelung an weiteren Standorten ist an positive Ergebnisse der Auswertung des Pilotprojektes und die Aufnahme des Grünen Pfeils für Radfahrende in die StVO gebunden.

Im Jahr 2020 soll auf Basis der gewonnenen Erfahrungen beschlossen werden, ob die StVO sowie die Anforderungen in der zugehörigen Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (VwV-StVO) entsprechend angepasst werden.





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