NRW und Chicago kooperieren für Radverkehr

16.02.17
Kategorie: Presse, Aktuelles

Fotos: AGFS Tobias Vollmer (2)/Florian Bluhm (Aktionstag Köln)






(Krefeld) Nordrhein-Westfalen und die US-amerikanische Stadt Chicago kooperieren künftig bei der Förderung des Radverkehrs. Zu diesem Zweck unterzeichnen Vertreter des Landesverkehrsministeriums, der AGFS NRW und des ADFC, Bundesverband sowie Landesverband NRW, am Nachmittag auf dem AGFS-Kongress in Essen eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Chicago und der Active Transportation Alliance ebenfalls aus Chicago.

Die Partnerschaft soll in erster Linie dem Wissensaustausch zwischen allen Beteiligten dienen. Chicago hat innerhalb kurzer Zeit sehr viel Infrastruktur für Radfahrer geschaffen. Insbesondere durch den Bau von „protected bike lanes“, also geschützten Radspuren, ist die drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten national und weltweit zum Synonym für eine konsequente und schnelle Fahrradförderung geworden.

„Ich bin begeistert von dem Fahrradboom in Chicago und anderen amerikanischen Großstädten. Sie haben erkannt, dass immer mehr Menschen in lebenswerten und attraktiven Städten leben möchten und davon auch die Wahl ihres Arbeitsplatzes abhängig machen. Dazu kann das Radfahren einen maßgeblichen Beitrag leisten“, so Verkehrsminister Michael Groschek. Von Nordrhein-Westfalen erhoffen sich die Amerikaner, Wissen und Know-how zum Thema Radschnellwege zu bekommen.

Mit sieben geplanten Radschnellwegen weist NRW in Deutschland die höchste Dichte der Premiumradwege auf. Der Radschnellweg Ruhr (RS 1) zwischen Duisburg und Hamm, der nach seiner Fertigstellung eine Länge von über 100 km haben soll, ist das Leuchtturmprojekt in Deutschland und bundesweit der längste geplante Radschnellweg.

„Beide Seiten können von dieser Kooperation nur profitieren. Die Mitgliedskommunen der AGFS NRW verfügen über langjährige Erfahrung in der Entwicklung der Fahrradinfrastruktur. Von unseren Partnern aus Chicago können wir lernen, wie man Maßnahmen konsequent und schnell umsetzt“, freut sich Christine Fuchs, Vorstand der AGFS, auf den Austausch.

Thomas Semmelmann, Landesvorsitzender des ADFC NRW: "Das US-Modell der geschützten Radwege kann auch in NRW funktionieren. Das hat die Aktion des ADFC in Köln vergangenes Jahr gezeigt, als kurzerhand eine Autofahrbahn auf den Kölner Ringen in einen geschützten Radweg umgewandelt wurde. Wir hoffen, dass die Kooperation mit Chicago dieser innovativen Art von Verkehrsführung einen Schub verleiht."

Ausgangspunkt für die Partnerschaft war eine Delegationsreise von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek im Juni 2016 nach Chicago. Die positiven Eindrücke von der Reise hatten Groschek dazu veranlasst, den Kontakt weiter auszubauen und zu vertiefen.

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