"Mehr Platz fürs Rad": Die erfolgreiche ADFC-Kampagne geht 2020 in die nächste Runde!

18.12.19
Kategorie: Presse, Kreisverbände, Rad in den Medien, Verkehr, Aktionen, Aktuelles

Lokale Poolnudel Aktion der Kampagne #mehrPlatzfürsRad


Mit seiner bundesweiten Kampagne „Mehr Platz fürs Rad“ macht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) auf die Platzdebatte im Straßenraum aufmerksam – und trifft damit den Nerv der Zeit. Symbolische Aktionen vor Ort in NRW werden auch in diesem Jahr zeigen, dass eine Umverteilung des Raumes notwendig ist.

2020 geht die Kampagne weiter und mit ihr die Forderungen des Landesverbandes nach einem Fahrradgesetz, das den Ansprüchen einer Mobilitätswende gerecht wird. Kilometerlange Staus, verstopfte Städte, dicke Luft: Dass der Radverkehr die Probleme vieler Orte und Städte lösen kann, ist kein Geheimnis mehr. Mit seiner bundesweiten Kampagne „Mehr Platz fürs Rad“ sensibilisiert der ADFC für das Thema und zeigt durch Aktionen vor Ort, wie eine Umverteilung des Straßenraums funktionieren kann – und wie man freigewordene Flächen fürs Rad, für gute Radwege und Radfahrbedingungen nutzen kann. Die Kampagne wird 2020 fortgeführt, auch um den aktuellen Entwicklungen Sorge zu tragen.

Dreiviertel der Deutschen fahren Rad
Der Radverkehr ist in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen, ohne dass die Infrastruktur mitgewachsen ist. Laut der aktuellen, repräsentativen Bevölkerungsumfrage „Fahrradmonitor 2019“ steigen immer mehr Menschen aufs Rad: In 76 Prozent der deutschen Haushalte gibt es mindestens ein Fahrrad und fast die Hälfte der Deutschen nutzt es regelmäßig."Insbesondere diejenigen, die schon mal mit dem Rad gefahren sind, tuen dies nun auch immer regelmäßiger im Alltag. Diese steigende Nachfrage muss daher nun auch von der Infrastruktur abgedeckt werden. Wir brauchen daher dringend mehr Platz für gute Radwege, sichere Kreuzungen und mehr Fahrradstellplätze“, so Thomas Semmelmann vom AFDC Landesvorstand Nordrhein-Westfalen (NRW).

Schwimmnudeln und Sprühkreide
In NRW gehen im Rahmen der ADFC-Kampagne regelmäßig verschiedene Kreis- und Ortsverbände auf die Straße und machen durch ihre Aktionen Radfahrbedingungen sichtbar und erlebbar: Zweckentfremdete, 1,50 Meter lange und am Fahrrad befestigte Schwimmnudeln zeigen etwa, wie groß der Überholabstand von PKW zu Fahrrädern sein sollte. Vielerorts wurden an großen, viel befahrenen Straßen temporär „Protected Bikelanes“ errichtet – vom Autoverkehr getrennte, rote Radfahrstreifen, die zeigen, wie eine sichere und fahrradfreundliche Infrastruktur aussehen kann. Mit ADFC-Brötchentüten bedankte man sich bei Radpendlern, dass sie trotz widriger Bedingungen das Rad nutzen, markierte gefährliche Stellen mit Sprühkreide und zeigte am internationalen Parking Day im September, wie Parkplätze sinnvoll anders genutzt werden können. Das kostenlose Kampagnenmaterial des ADFC kann auch 2020 für weitere Aktionen genutzt werden, dafür wurde das Material für zusätzliche Aktionsmöglichkeiten erweitert. Menschen, die sich etwa für die Hauptstraße in ihrem Stadtviertel einen sicheren Radweg wünschen, können mithilfe der ADFC-Aktiven vor Ort eine Aktion starten.

Mobilitätswende ist noch fern
Der ADFC wertet die Kampagne als Erfolg: „Wir haben die Menschen, aber auch die Politik erreicht.“ so Semmelmann. Alleine die Erhöhung des Bundes-Etats für den Radverkehr um 900 Millionen Euro auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro bis 2023 sei ein sehr positives Zeichen. Die Verankerung des Mindestüberholabstandes von 1,50 Metern in die Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) spricht ebenfalls dafür. Und auch auf Landesebene tut sich etwas: Die Schwarz-Gelbe Koalition hat auf die Forderungen der erfolgreichen Volksinitiative 'Aufbruch Fahrrad' reagiert und die Ausarbeitung eines Fahrradgesetzes bis 2022 in Auftrag gegeben. Der ADFC Landesverband NRW war einer der führenden Akteure dieser Kampagne.  Das sind gute Zeichen, dennoch bleibt der Weg hin zur Mobilitätswende steinig, denn die Regierung hat schon verkündet, die Forderungen der Initiative zwar 'aufgreifen' aber nicht 'übernehmen' zu wollen. "Im neuen Jahr wird der ADFC die NRW-Landesregierung daher bei der Ausarbeitung des Fahrradgesetzes unterstützen, um ein kritisches Auge auf Qualität und Wirksamkeit des Gesetzes zu haben. Wir wollen in NRW die richtigen Weichen für eine gerechte Flächenverteilung im Straßenverkehr setzen", so Semmelmann.


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