„Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern sind vermeidbar“

02.06.15
Kategorie: Verkehr

Fußgänger und Radfahrer werden in Münster oft in Konflikte getrieben, während dem PKW-Verkehr übermäßig Verkehrsraum zur Verfügung steht.


„Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern sind vermeidbar.“ Unter dieser Überschrift veröffentlichte der Landesverband Hessen des ADFC eine gemeinsame Presseerklärung zusammen mit FUSS e. V., dem Interessenverband von Fußgängerinnen und Fußgängern in diesem Bundesland. Die Fachgruppe Radverkehr des ADFC Münster unterstützt die Initiative aus Hessen und wird sich darum bemühen, dass auch in Münster Fußgänger und Radfahrer gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn es geht wie in Hessen darum, öffentlichen Verkehrsraum für Menschen ohne Auto zurückzugewinnen.

Am 21. Mai 2015 veröffentlichten ADFC Hessen und FUSS e V. eine gemeinsame Presseerklärung zur Konfliktsituation zwischen Fußgängern und Radfahrern auf Fuß/Radweg-Kombinationen. Zentrale Forderung: Es muss endlich Schluss damit sein, dass Fahrräder von der Fahrbahn in Fußgänger-Bereiche gedrängt werden. Die Privilegierung und die Dominanz des Autos, das den Löwenanteil der Verkehrsflächen beanspruche, habe in den vergangenen Jahrzehnten zur Verdrängung der Fußgänger und Radfahrer an den schmalen Rand der Straßen - und dort zu Konflikten geführt. Das Fahrrad gehöre aber auf die Fahrbahn, so die beiden Verbände. Für die Gestaltung einer menschengerechten und lebenswerten Umwelt, insbesondere in den Städten, müsse in Zukunft die tatsächliche und die subjektiv empfundene Sicherheit der Radfahrenden gegenüber dem Autoverkehr gesteigert werden. Erforderlich dazu seien Tempo 30 in Städten und ausreichende Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, die Fußgänger nicht behindern. Sinnvoll sei die Markierung von Schutz- oder Radfahrstreifen auf der Fahrbahn, sofern sie sowohl gegenüber dem fahrenden als auch dem parkenden Autoverkehr ausreichend große Sicherheitsabstände aufweisen. Die derzeit überall anzutreffenden Bordsteinradwege seien für Fußgänger wie für Radfahrende mit erheblichen Nachteilen und Gefahren verbunden. Beide Verbände bekräftigen, dass die Entwicklung des Radverkehrs nicht auf Kosten der Fußgänger gehen dürfe und wollen dafür ihre Zusammenarbeit auf verschiedenen Themengebieten verstärken.

Der ADFC Münster unterstützt diese Initiative und bemüht sich auch für Münster, ein breites Bündnis zur Förderung des Umweltverbundes (zu Fuß, per Fahrrad, per Bus und Bahn) voranzubringen.

 

„Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern sind vermeidbar.“ Pressemitteilung des Landesverbandes Hessen des ADFC mit FUSS e. V.:  
http://www.adfc-hessen.de/archiv/pressemitteilungen/2015_05_21.html

 


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