Defizite bei der Fahrradprüfung - ADFC NRW fordert mehr sichere Radwege

07.08.18
Kategorie: Aktuelles, Presse, Verkehr

Foto: ADFC Lehmkühler


Radfahrprüfung - nicht bestanden. Immer mehr Kinder in Nordrhein-Westfalen können nicht sicher Fahrradfahren. Was fehlt, sind Beweglichkeit und Übung - aber auch sichere Radwege.

Wie die Rheinische Post am 06.08.2018 berichtete (Artikel: Immer mehr Kinder fallen durch die Fahrradprüfung), steigt in Nordrhein-Westfalen nach Einschätzung von Experten die Zahl der Kinder, die die Anforderungen der Fahrradprüfung nicht erfüllen. Während vor zehn Jahren im Durchschnitt zwei Kinder pro Klasse nachgeschult werden mussten, seien es mittlerweile fünf bis zehn, sagte der Direktor der Landesverkehrswacht NRW, Burkhard Nipper, im Gespräch mit der Rheinischen Post. Das sei besorgniserregend, denn die Kinder könnten so nicht sicher mit dem Fahrrad am Verkehr teilnehmen. Zudem bemängelte er, dass viele Kinder nicht beweglich genug seien und es ihnen an der nötigen Motorik fehle. 

In NRW finden die Fahrradprüfungen bei Grundschülern meist in der dritten oder vierten Klasse statt. Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Polizei und Verkehrswacht unterstützen die Grundschulen bei den Prüfungen. Auch der ADFC NRW ist vielerorts in diesem Bereich aktiv. Nach Angaben der Verkehrswacht nehmen mehr als 95 Prozent der Kinder an der Radfahrausbildung der Grundschulen teil.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in Nordrhein-Westfalen fordert angesichts dieser Entwicklung, dass das Thema Fahrradfahren wieder mehr in den Fokus rücken müsse. „Man könnte an Schulen Workshops rund ums Fahrrad anbieten – angefangen mit der Reparatur und dem Flicken eines Reifens“, sagte Daniel Wegerich vom ADFC-Landesverband.

Zudem gibt es vielerorts keine sicheren Radwege - das betrifft insbesondere den Weg zur Schule. «Grundsätzlich fehlt in vielen Städten eine gute Fahrrad-Infrastruktur – besonders für Kinder», kritisierte Daniel Wegerich.

Allerdings müsse nicht nur das Netz an sicheren Radwegen ausgebaut werden. Es sei auch ein Umdenken in der Radfahrerziehung erforderlich. «Da muss wieder eine Selbstverständlichkeit erarbeitet werden», sagte er. Viele Eltern seien so stark auf das Auto fokussiert, dass auch kurze Wege oft nicht mehr zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt würden. «Die Eltern können Radfahren wieder zum Thema machen, etwa durch gemeinsames Üben und durch Radausflüge an den Wochenenden», riet Wegerich im Interview mit der Deutschen Presseagentur.

 

 

 


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