Bürgerbegehren Radentscheid Marl ist zulässig: 65-Millionen-Euro Investition für den Radverkehr

01.07.20
Kategorie: Aktionen, Radentscheid

Mitglieder der Initiative Radler-Stammtisch Marl mit Bürgermeister Werner Arndt (3. v.r.) und Vertretern der Ratsfraktionen; Foto: Radler-Stammtisch Marl


Der Marler Rat hat am Donnerstag, den 25. Juni 2020, das Bürgerbegehren "Radentscheid Marl" für zulässig erklärt und zugleich die neun Forderungen übernommen. Das Bürgerbegehren in Marl ist damit bereits der dritte erfolgreiche Radentscheid in NRW. In Bielefeld wurde wenige Tage zuvor ein gemeinsamer Vertrag zwischen Radentscheid und der Stadt Bielefeld durch den Stadtrat verabschiedet.

Die Initiative "Radler-Stammtisch-Marl" hatte das erforderliche Quorum von 4.160 Unterschriften auf dem Höhepunkt der Corona-Kontaktsperre trotz schwieriger kontaktloser Sammlung im Rekordtempo von nur vier Wochen um mehr als 2.000 übertroffen. 
 
Der Marler Stadtrat machte sich die von der Initiative geforderten neun Ziele für eine bessere Fahrradinfrastruktur und einen klimaschonende Mobilität zu eigen und beauftragte die Verwaltung, in den kommenden acht Jahren 65 Millionen in den Radverkehr zu investieren.  
 
Damit ist Marl die erste Stadt im Ruhrgebiet und in einer Mittelstadt unter 100.000 Einwohnern, die die Verkehrswende durch den Druck der Bürger einleitet.  
 
Die Initiatoren Eva Lück, Heinz Borgmann und Ludger Vortmann dankten den Ratspolitikern für ihren Mut und rollten gemeinsam mit den Mitgliedern des RadlerStammtischs vor der Ratssitzung einen roten Teppich aus - als Symbol für die Investitionen in sichere und komfortable Radwege.  
 
Ludger Vortmann: "Wir danken vor allem den Bürgerinnen und Bürgern in Marl, die uns mit ihrer Unterschrift unterstützt haben. Es ist sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass wir zwar die 6.275 Unterschriften sehen. Unsichtbar bleiben die tausenden Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren in den Familien, die nicht unterschreiben durften, das aber gerne getan hätten."   
 
Heinz Borgmann: "Vom Umbau unserer Stadt in eine Fahrradstadt werden alle profitieren. Die Bürger, die in einer lebenswerten Stadt gerne wohnen, aber auch der Einzelhandel, weil die Aufenthaltsqualität weiter steigen wird."    
 
Eva Lück: "Es ist ein wichtiges Signal für viele andere Städte in Deutschland, wo die Menschen bereit sind, ihre Mobilität zu verändern, aber die Infrastruktur nicht mitkommt."   Die Investition in den Radverkehr in Marl ist umso beeindruckender, weil Marl nun an alte Zeiten anknüpfen kann. Die ursprüngliche Fahrradpionierin und Mitgründerin der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte (AGFS-NRW) wurde von der AGFS 2014 ausgeschlossen, weil kaum noch in den Radverkehr investiert wurde und die Radwege verfielen.


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