BMVI stellt Fördermittel für Radschnellwege bereit

05.10.18
Kategorie: Aktuelles, Presse

Foto: Christoph Mischke


Ab sofort können Bundesländer Fördermittel für Radschnellwege beim Bundesverkehrsministerium abrufen. Die Länder haben den dafür erforderlichen Förderkriterien zugestimmt.

Der Bund stellt insgesamt eine Summe von 25 Millionen bereit und beteiligt sich mit durchschnittlich 75 Prozent an den Kosten für die Planung und den Bau von Radschnellwegen. Gefördert werden auch der Umbau von Kreuzungspunkten sowie die Sicherheitsausstattung der Wege inklusive Beleuchtung. Interessierte Gemeinden können beim jeweiligen Land Anträge stellen. Dieses beantragt dann die Bundesförderung.

Einige Bundesländer haben bereits Machbarkeitsstudien erstellt, auf deren Basis schnell Finanzhilfen für die Gemeinden beantragt werden können. Um den Bau von Radschnellwegen in der Baulast der Länder und Kommunen ermöglichen zu können, hat der Bund das Bundesfernstraßengesetz geändert. Nachdem nun alle Bundesländer den gemeinsam erarbeiteten Förderkriterien zugestimmt haben, sind die Mittel frei.

Ab sofort (5. Oktober 2018) können die Länder die Mittel abrufen und verbauen.
Die Radschnellwege müssen für eine Förderung folgende Forderungen erfüllen:

  •     sind mindestens 10 Kilometer lang;
  •     haben prognostiziert 2000 Fahrradfahrten täglich;
  •     sind mindestens zwischen 3 Metern (einspurig) und 4 Metern (zweispurig) breit;
  •     sind von anderen Verkehrsmitteln getrennt;
  •     haben sichere und komfortable Kreuzungspunkte;
  •     haben eine hohe Belagsqualität und eine geringe Steigung.

Radschnellwege rechnen sich 5-fach
In der Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg Ruhr (RS1), der über 101 Kilometer zwischen Duisburg und Hamm für Verkehrsentlastung im Ruhrgebiet sorgen soll, wurde ein Return on Invest von 4,8 errechnet. Das bedeutet, dass der rechnerische Nutzen – durch verbesserte Gesundheit und verringerte Unfallzahlen – fast fünfmal so hoch ist, wie die Kosten. Premiumradwege gibt es nicht zum Nulltarif, aber sie sind im Verhältnis zum konventionellen Straßenbau immer noch günstig. Ein Kilometer Autobahn ohne Tunnel und Brücken kostet überschlägig 10 Millionen Euro – ein Kilometer RS1 weniger als ein Fünftel – nämlich etwa 1,8 Millionen Euro.  Durchschnittlich kostet ein Kilometer Radschnellweg zwischen einer halben und zwei Millionen Euro.

Radschnellwege besonders interessant für Pendler
Radschnellwege sind vom Autoverkehr getrennt geführte Premium-Radwege, die das zügige, unterbrechungsfreie und komfortable Radfahren auch über längere Distanzen ermöglichen. Sie sollen als asphaltierte Zweirichtungsradwege mindestens 4 Meter breit sein (2 Meter pro Fahrtrichtung), als straßenbegleitende Einrichtungsradwege mindestens 3 Meter breit, mindestens fünf Kilometer lang, steigungsarm, innerorts beleuchtet und hindernisfrei. Rad- und Fußverkehr sollen getrennt werden. Weitere Kriterien sind die regelmäßige Reinigung der Wege und ein Winterdienst. Kreuzungen mit dem Autoverkehr sollen durch Unter- oder Überführungen vermieden werden. An Knotenpunkten sollen Radler Vorfahrt haben.

In den Niederlanden erprobtes Modell
Radschnellwege haben enormes Potenzial, Staus, Lärm und Schadstoffemissionen zu reduzieren und Berufspendler zum Umsteigen zu bewegen. In den Niederlanden hat sich das Konzept bereits seit langem erfolgreich bewährt. Dort werden 25 Prozent der Wege zur Arbeit mit dem Rad zurückgelegt – in Deutschland sind es nur 11 Prozent.

Weitere Informationen gibt es Verwaltungsvereinbarung unter nachfolgendem Link: www.bmvi.de/Radschnellwege

Kontakt - ADFC Landesverband NRW

Christina Wolff
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