Balkantrasse

20.09.19
Kategorie: Verkehrspolitik

Ende der Balkantrassenführung auf dem P&R Parkplatz Opladen

 

Offener Brief an den Herrn Oberbürgermeister, an die Beigeordnete Frau Deppe, an den Beigeordneten Herrn Lünenbach, an die Ratsparteien Bündnis90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD



Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Frau Deppe, sehr geehrter Herr Lünenbach,

sehr geehrte Damen und Herren,



es wurde versprochen, den Panoramaradweg „Balkantrasse“ über das Ende in Opladen hinaus mit dem internationalen Rheinradweg zu verbinden. Diese Planung wurde damals von allen einhellig begrüßt. Ziel war es, den fahrradfahrenden Pendlern eine angemessene Radpendlerroute aus dem Bergischen zu den Industriestandorten zu bieten. Darüber hinaus wurde als weiteres Ziel die touristische Erschließung des Bergischen Landes für die Rad fahrenden Touristen vom internationalen Rheinradweg zu den über 300 km Bahntrassen-Radwegen genannt. Der ADFC Leverkusen ist darüber enttäuscht, dass diese Versprechungen nicht eingehalten werden.

Schon im Frühjahr letzten Jahres mussten wir feststellen, dass mit dem Bau des P & R Parkplatz auf der Ostseite des Bahnhofs Leverkusen-Opladen Tatsachen gegen die Weiterführung der Balkantrasse zum Rheinradweg geschaffen wurden. Dieser Parkplatz wurde innerhalb kürzester Zeit gebaut. Da gab es, im Gegensatz zum letzten Bauabschnitt der Balkantrasse, keine ungeklärten Grundstücksfragen. Geplant, gebaut und belegt. So schafft man Tatsachen! Wurde den Planern nicht mitgeteilt, dass der Radweg am Ende der Balkantrasse weitergeführt werden sollte? Ist derjenigen Person, die letztendlich die Pläne zu kontrollieren und zu genehmigen hatte, nicht bekannt gewesen, dass der Radweg an der Bahn entlang geführt werden sollte? Wurde seitens der Verwaltung gegen diese Planung kein Einspruch erhoben?

Warum wurde der ADFC Leverkusen im Vorfeld der Planungen nicht eingebunden?

Der ADFC Leverkusen sieht Gesprächsbedarf zu diesem Thema und möchte mit den Verantwortlichen und beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung ein Gespräch führen. Das Gespräch sollte möglichst zeitnah, ab Oktober, stattfinden.

Der ADFC Leverkusen erkennt auch in den weiteren Planungen, was den Radverkehr angeht, ein großes Manko: Eine so genannte Raderlebnisschiene und ein „grünes Band“ in der nbso, beide für sonntägliche Ausflüge per Rad, eignen sich nicht für Radpendler.

Für Radpendler werden die so genannten RadPendlerRouten (RPR) geplant, von Leverkusen-Mitte und von den östlich von Köln gelegenen Kommunen nach Köln. Und, ganz wichtig, der Zubringer von Leverkusen-Opladen nach Leverkusen-Mitte. Dieser Zubringer soll von der Westseite des Bahnhofes in Opladen nach Leverkusen-Mitte führen. Aber die Verbindung von der Balkantrasse auf die Westseite, zum Startpunkt des Zubringers zur RPR, fehlt! Diese Verbindung ist sehr wichtig, weil viele Radpendler die Balkantrasse nutzen. Wie sieht es heute aus? Der Radpendler (und jeder andere Rad-Fahrende) muss am Ende der Balkantrasse vom Fahrrad absteigen (Ende des Radweges), kurz nach dem Schild wieder aufsteigen, links abbiegen auf die Lützenkirchener Straße, am Kreisverkehr eine rechte Spitzkehre vollziehend (Achtung Gegenverkehr!), über die Bahnhofsbrücke bergauf und bergab fahren, dann weiter in die Bahnhofstraße. Es ist sehr mühselig durch die Bauschikane (eine andere Bezeichnung habe ich nicht gefunden) am Ende der Brückenrampe zu radeln, jeden Morgen und jeden Abend, fünfmal die Woche! Wir haben Verständnis dafür, dass sich auf solch einer großen und umfassenden Baustelle die Verkehrsführung laufend ändert. Aber wir befürchten, dass keine Verbesserung in Sicht ist und die Radpendler bei all dem Rauf und Runter und um einsame Ecken und Kurven die Lust am Radfahren verlieren. Das darf nicht sein und deshalb muss etwas geschehen.

Das künftige Mobilitätskonzept zeigt in etwa auf, wohin die Radpendlerströme aus dem Umland nach Opladen fließen und weitergeführt werden nach Leverkusen-Mitte, Küppersteg, Rheindorf, Alkenrath und Schlebusch.

Aber wir können nicht warten, bis das Mobilitätskonzept vorgestellt, von der Politik in die Einzelteile zerlegt und anschließend als Schnipsel in die Schublade gelegt wird.

Jetzt wird gebaut. Jetzt werden Tatsachen geschaffen. Jetzt werden die Weichen für die Radweginfrastruktur gelegt. Jetzt muss etwas geschehen. Darum besteht der ADFC Leverkusen auf ein Gespräch mit der Stadtverwaltung.

Die Position des ADFC Leverkusen in Bezug auf die Weiterführung der Balkantrasse im östlichen Bereich des Bahnhofs Leverkusen-Opladen ist eindeutig:

Wir fordern die Weiterführung des Radweges über den P & R Parkplatz bis zur Werkstättenstraße. Dazu sind die bahnseitig gelegenen Parkplätze einzuziehen, um dort den Radweg von der Balkantrasse bis zur Werkstättenstraße weiterzuführen.

Wir fordern, dass die Abfahrt von der Campusbrücke in den westlichen Teil der nbso für die Radfahrerinnen und Radfahrer ungefährlich und sicher gebaut wird.

Wir fordern auf der Werkstättenstraße einen beidseitigen Schutzstreifen, durchgehend bis zum Ende der Campusallee am Kreisverkehr Quettingerstraße/Dieselstraße.

Alternativ befürwortet der ADFC Leverkusen, dass der gesamte Bereich der nbso zu einer 30 km/h-Zone wird. Denn in Zukunft werden sich auf dem neuen Campus viele Studenten bewegen, die vornehmlich das klimaneutrale Fahrrad benutzen. Neben adäquaten überdachten Fahrradabstellanlagen oder einer Radstation, sollte für die Stadtverwaltung die Sicherheit des Radverkehrs an erster Stelle stehen.

Der ADFC Leverkusen erwartet von Ihnen Terminvorschläge für ein gemeinsames Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Krefft
ADFC Leverkusen
Verkehrspolitischer Sprecher
E-Mail: kurt.krefft(..at..)adfc-lev.de
Tel.: 017653921614

 


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