Auf dem RS 1 mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst

25.10.18
Kategorie: Aktuelles, Aufbruch Fahrrad

Foto: Christina Wolff, ADFC NRW


Wie ist der aktuelle Stand beim RS 1? Bei seiner Mobilitätstour, die NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst durch Essen entlang des RS 1 unternommen hat, war auch der ADFC NRW dabei.

Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC NRW, nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Verkehrsminister Wüst. Dabei ging es vor allem das Thema „Radschnellwege“ und die Frage: Wie und wann geht es mit dem Radschnellweg Ruhr (RS 1) im Essener Stadtgebiet weiter?

Volksinitiative Aufbruch Fahrrad
Kurz konnte Semmelmann mit dem Minister auch über die Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" sprechen. "Der Minister ist durchaus gesprächsbereit, was eine gesetzliche Festschreibung der Forderungen für den Radverkehr angeht", konnte Semmelmann am Rande erfahren. 

Weiterbau des bundesweiten Vorzeigeprojektes stockt

Essens Stadtdirektor Hans-Jürgen Best erläuterte im Vorfeld der Fahrradtour mit dem Minister entlang eines Teilstücks des RS 1 den aktuellen Stand der Planungen und wies auf zwei große Baustellen hin, die den RS 1-Ausbau in Essen zum Stocken bringen. Derzeit endet die Trasse im Universitätsviertel. Grund sei das Bebauungsplanverfahren im Eltingviertel und die Diskussion mit dem Essener Unternehmen Evonik um einen Gleisanschluss aus Richtung Gladbecker Straße. Das Eisenbahnrecht würde den Lückenschluss des Radschnellwegs ausbremsen. Bei beiden Verfahren (Bebauung und Bahn) sei nicht mit einer schnellen Lösung zu rechnen. Ganz im Gegenteil. Von Seiten der Stadt rechne man damit, dass sich der Bau des RS 1 im Essener Stadtgebiet um 5 bis 6 Jahre verzögern wird. 

Auf der Suche nach einer Übergangslösung?
Der momentane Zustand ist bitter: Der Radschnellweg RS 1, immerhin ein bundesweites Vorzeigeprojekt in puncto zukunftsweisende Mobilität, bleibt in Essen vermutlich bis auf weiteres ein Stückwerk. Denn bis Radfahrer durchs Eltingviertel radeln können, werden vermutlich noch Jahre vergehen. Vor dem Hintergrund, dass die Machbarkeitsstudie 2020 als Fertigstellungstermin des RS 1 in Aussicht gestellt hatte, macht sich mittlerweile in Essen Ärger und Ungeduld in Sachen Radschnellweg breit. Sollte der Lückenschluss noch lange auf sich warten lassen, plädiert der ADFC NRW für eine Übergangslösung, denn Radschnellwege haben enormes Potenzial, Staus, Lärm und Schadstoffemissionen zu reduzieren und Berufspendler zum Umsteigen aufs Rad zu bewegen.   

Neue Hoffnung durch Machbarkeitsstudie
Der Rat der Stadt Essen hat Anfang September eine neue Machbarkeitsstudie der BEG vorgestellt. Darin geht es um eine machbare Version mit überschaubarem Aufwand und überschaubaren Kosten. Das Bahn-Verfahren ließe sich demnach einfacher lösen als gedacht: Die Bahngleise könnten so verlegt werden, dass der Zug, der Chemie für Evonik liefert (morgens rein - abends raus), direkt vom Bf Essen Kray-Nord fährt – statt rangieren zu müssen - wie derzeit bis zur Schützenbahn. 20 Querträger der Starkstromleitungen würde die Bahn jetzt schon umbauen, 24 weitere müssten dann noch unterfahrbar gesichert werden. Auch für die rechlichen Probleme mit Straßen.NRW gäbe es eine Lösung: DB-Netzagentur bleibt Eigner, gestattet aber den Radweg. Es bleibt Abzuwarten wie es angesichts der Machbarkeitsstudie auf der Suche nach einer Lösung für den RS 1 weitergeht.

Bürger und Fahrrad-Aktivisten treffen sich zum Trassenfrühstück
Nicht länger warten, können und wollen die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer. Die Forderung nach einem zügigen Ausbau wird auch vom Essener Arbeitskreis BürgerRadweg immer wieder thematisiert. Dessen Vertreterin Claudia Harfst überreichte dem NRW-Verkehrsminister im Zuge der Mobilitätstour eine Einladung zum geplanten 2. Trassen-Frühstück am 3. November 2018. Mit dieser Aktion (11-13 Uhr an der Brücke Altenessener Straße) wollen Bürger gemeinsam mit Radfahrer- und Verkehrs-Verbänden erneut auf die Dringlichkeit des RS1-Weiterbaus hinweisen.

 

 


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