ADFC zeichnet 100. "Fahrradfreundlichen Arbeitgeber" in Deutschland aus

24.09.20
Kategorie: Presse, Kleve

Zertifikatsübergabe (v.l.): Martina Kocik (Vorstand ADFC NRW), Andreas K. Bittner (Auditor), Lotta (Hund), Detlef Timmer (Radverkehrskoordinator MERA), Felix Vos (Geschäftsführer MERA) (Foto: MERA)



Kevelaer am Niederrhein: auch schön für Radpilger (Foto: Andreas K. Bittner)



Detlef Timmer an der Service-Box, Radverkehrs-Koordinator von MERA und Vorstandsmitglied beim ADFC Kreisverband Kleve (Foto: Andreas K. Bittner)



Zertifikatsübergabe: links im Bild Emily Rutz, MERA, Marketing (Foto: MERA)



Lotta – mit dem Rad zur Arbeit (Foto: Andreas K. Bittner)



Radeln für zwei gute Zwecke: CO2-Ersparnis und Tierfutterspende (Screenshot: Facebook)



Fahrradfreundlicher Arbeitgeber – Zertifikat in Gold


Seit 2017 gibt es die EU-ADFC-Initiative „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“. Jetzt wurde der Hunde- und Katzennahrungshersteller MERA aus Kevelaer am Niederrhein als 100. Fahrradfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet ­– mit einem Zertifikat in Gold. Zur Übergabe brachte Radverkehrskoordinator Detlef Timmer seinen Hund Lotta im Anhänger mit.

 

Das mittelständische, in dritter Generation inhabergeführte Unternehmen MERA hat sich auf Hunde- und Katzenfutter spezialisiert. Von den 145 Mitarbeiterïnnen kommen rund 25 Prozent mit dem Rad zur Arbeit. Im Rahmen einer breit angelegten Nachhaltigkeitsstrategie – MERA produziert seit August 2020 klimaneutral und setzt ausschließlich auf Grünstrom – will das Unternehmen noch mehr Mitarbeiterïnnen für das Fahrradfahren in Alltag und Freizeit begeistern. Dabei wird die EU-weit gültige Zertifizierung in Gold durch den ADFC sicherlich helfen. „Eine schöne Anerkennung unserer Arbeit“, meint Emily Rutz, Marketingassistentin und zuständig für alle Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen

Wir haben von unseren Kollegen viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Radverkehrskoordinator Detlef Timmer, der auch im Kreisvorstand des ADFC Kleve aktiv ist.

Durch die Vorbereitung auf die Zertifizierung haben wir unsere betriebliche Radförderung überprüft – und verbessert. Wir freuen uns über die Auszeichnung als erstes Unternehmen am Niederrhein und werden für das Thema in der Region werben.“

Felix Vos, Geschäftsführer von MERA, ergänzt: „In den letzten Jahren konnten wir zusammen mit fahrradbegeisterten Mitarbeiterïnnen zahlreiche Maßnahmen umsetzen – und haben uns die Mobilitätsförderung auch etwas kosten lassen. Dass es auf Anhieb ein Gold-Zertifikat wurde, hat mich überrascht.

Andreas K. Bittner, der für den ADFC Bundesverband fahrradfreundliche Arbeitgeber berät und auditiert, übergab zusammen mit Martina Kocik, Vorstandsmitglied im nordrhein-westfälischen ADFC Landesverband, die Urkunde. Bittner stellt fest:

MERA beweist eindrucksvoll, dass für einen mittelständischen Betrieb im ländlichen Raum, der auf eine familiäre Arbeitsatmosphäre sowie hohe Qualitäts- und Umweltstandards Wert legt, nachhaltige Radverkehrsförderung eine wichtige Rolle spielen kann. Das wirkt sich auf die Zufriedenheit von Mitarbeiterïnnen und das Nachhaltigkeitsportfolio aus.“

Das Unternehmen punktet u. a. mit großzügigen, barrierefreien, überdachten und kameraüberwachten Abstellplätzen samt Betriebsumgebungsplan und Servicebox mit Werkzeug und Ersatzteilen sowie kostenfreie Stromversorgung für Pedelec-Akkus, Trockenmöglichkeiten für nassgewordene Bekleidung, duschen und Spinde sind selbstverständlich. Das Fahrrad wird im betrieblichen Mobilitätsmanagement intensiv beworben. Im Sommer 2020 sind MERA_Mitarbeiterïnnen knapp 16.000 km geradelt – die gefahrenen Kilometer wurden nicht nur in CO2-Ersparnis umgerechnet ( 2.294,38 kg CO2). Zusätzlich spendete das Unternehmen pro Fahrradkilometer auch für "Tiere in Not" so kamen 3 Tonnen Futter zusammen (siehe Facebook-Post).

Durch eine Kooperation mit einem großen regionalen Fahrradhändler gibt es Beratung, Wartung, Reparatur, ein Dienstrad-Leasingprogramm sowie Testtage und Weiterbildungsangebote wie „Fahrrad winterfit machen“ oder Pedelec-Sicherheitstrainings. (Alle fahrradfreundlichen Maßnahmen für die Zertifizierung sind – aufgeteilt in sechs Aktionsfelder und 55 Einzelmaßnahmen – in einem kostenlosen Handbuch nachzulesen.)

Martina Kocik, die im ADFC-Landesvorstand für die Themen „Vielfalt und Chancengleichheit“ zuständig ist, wunderte sich, dass viele Mitarbeiter*innen mit dem Rad und dem Hund zur Arbeit kommen. Radverkehrskoordinator Timmer brachte seine Lotta (ein Elo) gleich im Hundeanhänger zur Zertifikatsübergabe mit. Kocik sagte:

 „Mir war bekannt, dass die Menschen am Niederrhein viel mit dem Rad unterwegs sind. Mit MERA habe ich einen inklusiven, familienfreundlichen Betrieb kennengelernt, bei dem das Thema Fahrrad hohe Priorität in Alltag und Freizeit genießt. Schön, dass das von der Unternehmensleitung großzügig gefördert wird.“

Hintergrund Fahrradfreundlicher Arbeitgeber

„Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ ist eine Initiative des ADFC zur Radverkehrsförderung in Unternehmen in Deutschland. Firmen können durch Beratungsangebote und Workshops ihre Fahrradfreundlichkeit verbessern. Die Zertifizierung durch den ADFC erfolgt in drei Abstufungen (Bronze, Silber und Gold) und gilt für drei Jahre. Fahrradfreundliche Arbeitgeber sind attraktiv, vor allem für junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Positive Wirkungen

Unternehmen, die das Radfahren zur Arbeit fördern, fördern auch Fitness und Zufriedenheit unter den Beschäftigten. Davon profitieren sie: Laut einer Studie führt leichte körperliche Bewegung auf dem Weg zur Arbeit im Durchschnitt zu einem Drittel weniger Krankheitstage bei den Mitarbeiter*innen.

Das EU-weite Siegel „Zertifizierter Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ wird in Deutschland exklusiv vom ADFC vergeben. Zertifiziert wurden bereits Firmen und Organisationen wie Robert Bosch GmbH, das Universitätsklinikum Bonn, Alnatura, Universität Hohenheim, die Targobank, Alexander von Humboldt-Stiftung, die Städte Essen und Siegen sowie DAX-Unternehmen wie E.ON oder Infineon. (Hier eine Übersicht zu allen zertifizierten Arbeitgebern.)


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