ADFC NRW kritisiert die Nichtberücksichtigung des Radschnellweg 1 (RS1) im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030

05.04.16
Kategorie: Aktuelles, Presse

Der erste überregionale Radschnellweg in Deutschland soll auf 101 km von Duisburg bis Hamm quer durch das Ruhrgebiet führen. Das Pionierprojekt hat bereits auf internationaler Ebene Vorzeigecharakter und steht für moderne Verkehrspolitik. Doch die Finanzierung bleibt ungeklärt.

Unterschreiben Sie noch bis zum 02. Mai 2016, 23:59 Uhr, die Online-Petition zur Aufnahme des RS1 in den neue Bundesverkehrswegeplan 2030 unter: http://adfc.nrw/rs1

[Düsseldorf] Bei der Eröffnung des ersten Teilstücks des RS1 am 27.11.2015 hatte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek die bundesweite Strahlkraft des Projekts betont und den RS1 als "Wegbereiter für eine moderne, umweltschonende, gesunde und nachhaltige Mobilität" bezeichnet. Aus dieser Überzeugung heraus hatte sich Groschek auch im Bund dafür eingesetzt, das Projekt Radschnellweg 1 in den Bundesverkehrswegeplan mit aufzunehmen, dem zentralen Plan zum Neu- und Ausbau überregionaler Verkehrswege in Deutschland.

Doch als Verkehrsminister Dobrindt den ersten Referentenentwurf am 16.03.2016 der Öffentlichkeit vorstellte, kam der RS1 darin nicht vor. Wie passt das zu Dobrindts Aussage, mit dem Plan könne man "unsere Verkehrswege modernisieren, unsere Infrastruktur vernetzen und Mobilität in Deutschland beschleunigen"?

"Der Bund verpasst damit eine Chance, ein innovatives Projekt zu unterstützen" kritisiert Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC Landesverbands NRW die Nichtberücksichtigung des RS1 im Bundesverkehrswegeplan 2030. "Da Radschnellwege komfortables und zügiges Fahren über längere Distanzen erlauben, sind sie auch attraktiv für Pedelecs und E-Bikes. Auf diese neuen Entwicklungen reagiert der Bund nicht, sondern setzt weiter auf den Ausbau des Autoverkehrs." Schaut man zum Nachbarn in die Niederlande, so werden dort Radschnellwege seit einigen Jahren zur Stauvermeidung eingesetzt und mit hohen Investitionen stark vorangetrieben. Betrachtet man, dass der RS1 parallel zu den Ost-West-Autobahnen A2, A40 und A42 im Ballungsraum Ruhrgebiet verläuft, ist die Parallelität zu Bundesfernstraßen und das Argument zur Stauentlastung gegeben.

Die Autoren der Machbarkeitsstudie, die vom Bundesverkehrsministerium finanziert wurde, gehen nach Ausbau des RS1 von täglich 52.000 weniger Autofahrten aus. "Dies ist ein enormes Entlastungspotential für die Straßen im Ruhrgebiet, welches vom Bund nicht wahrgenommen wird", sagt Semmelmann. "Der Bund entzieht sich hier seiner Verantwortung".

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