ADFC: Jetzt muss der Bonner Stadtrat in Sachen Verkehr klare Entscheidungen treffen

28.09.20
Kategorie: Verkehrspolitik

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Ausbau der Pendlerrouten angehen – ADFC fordert Einspruch der Stadt gegen Tausendfüßler ohne Radschnellweg – Seilbahn muss Chefsache werden

Nach der Wahl der Grünen-Politikerin Katja Dörner zur neuen Bonner Oberbürgermeisterin gratuliert der ADFC Bonn/Rhein-Sieg der Bundestagsabgeordneten zur Wahl. „Der Vorstand des ADFC Bonn/Rhein-Sieg freut sich über den eindeutigen Wahlsieg für eine zukunftsfähige, klimafreundliche Verkehrswende“, so die ADFC-Vorsitzenden Annette Quaedvlieg und Bernhard Meier. „Die Themen Mobilität und Klimaschutz standen wie auch bei den Ratswahlen vor zwei Wochen bei den Wählerinnen und Wählern in Bonn klar im Vordergrund. Die Stimmung in Bonn steht für den Wechsel. Das Hin und Her des Bonner Stadtrates und auch des scheidenden Bonner Oberbürgermeisters Ashok Sridharan in Verkehrsfragen hat die Wähler nicht überzeugt“, so die ADFC-Vorsitzenden Quaedvlieg und Meier.

„Jetzt müssen die neue Ratsmehrheit und die neue OB liefern. In wenigen Wochen wird der neue Rat über das von über 20.000 Bonnerinnen und Bonnern unterzeichnete Bürgerbegehren Radentscheid abstimmen. Und wir hoffen, dass sich der Rat jetzt eindeutig für eine stärkere Förderung des Radverkehrs einsetzt“, so der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC in Bonn, Werner Böttcher. „Ein paar Pinselstriche genügen nicht mehr.“

Auch bei weiteren Themen setzt der ADFC auf klarere Positionen der Stadt. „Im Planfeststellungsverfahren zum Tausendfüßler hat der neue Rat die Gelegenheit, sich gegen den massiven Ausbau des Tausendfüßlers auf 40 Meter Breite und trotzdem ohne Radschnellweg zu positionieren. Das Einknicken der Ratsmehrheit vor Landesverkehrsminister Hendrik Wüst, der den Radschnellweg torpediert, hat sich nicht gelohnt. Die Verkehrswende steht jetzt auf der Tagesordnung, und wir wollen jetzt Taten sehen“, so Quaedvlieg und Meier.

Werner Böttcher nennt eine Reihe von Verkehrsprojekten, die jetzt beschleunigt werden sollten. „Die Planung zur neuen Seilbahn zwischen Beuel und dem Venusberg muss jetzt Chefsache werden. Wir haben schon zu viele Jahre verloren“, so Böttcher. Radpendlerrouten zwischen dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn müssten jetzt ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt werden, um Pendlern ein attraktives Angebot zu machen, um auch ohne Auto die Arbeitsplatzschwerpunkte in Bonn zu erreichen. Weiteres Thema sei die Erreichbarkeit der Bonner Innenstadt für Radfahrer. „Während dem Autoverkehr weiterhin der rote Teppich ausgerollt wurde durch neue Parkhäuser und neue Zufahrtsmöglichkeiten wie dem künftigen Rechtsabbieger auf der Viktoriabrücke, quält sich der Radverkehr trotz Lippenbekenntnissen und Fahrradhauptstadtträumen auf ungeeigneten Routen durch die Innenstadt.“

 

 


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