ADFC fordert in Bielefeld mehr Tempo beim Ausbau sicherer Radverkehrsinfrastruktur

17.07.20
Kategorie: Aktionen, Aktuelles, Bielefeld, Rad in den Medien, Radentscheid, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik, Verkehr

Foto: ADFC


Anlässlich der aktuellen Untersuchung der Unfallkasse der Versicherer (UDV) hat der Stadtverband Bielefeld des Allgemeinen Deutsche Fahrrad Clubs (ADFC) von der Stadt Bielefeld mehr Tempo beim Bau sicherer Radverkehrsanlagen gefordert. "Die Daten waren für uns nicht neu", so der ADFC in einer Pressemitteilung. "Unsere bereits 2015 vorgelegte Untersuchung von knapp 50.000 Unfällen der Jahre 2002-2013 in Bielefeld, davon knapp 5.000 mit Radverkehrsbeteiligung, zeigt z.B. 138 Unfälle
mit parkenden KFZ" führt der ADFC weiter aus.


Die UDV-Studie erwähnt, dass an Kreuzungen parkende KFZ zu
verschlechterten Sichtbeziehungen zwischen KFZ- und Radverkehr führen.
"Tatsächlich passieren auch in Bielefeld die deutlich meisten Unfälle
zwischen KFZ- und Radverkehr an Kreuzungen und Einmündungen." Der ADFC
fordert daher, gerade beim aktuell laufenden Umbau des Stadtringes und
dem demnächst anstehenden Umbau der Heeper Straße, die großen Kreuzungen
nach holländischem Vorbild entsprechend des Prinzips der "geschützten
Kreuzungen" auszuführen. Um Unfälle mit sich öffnenden Autotüren ("Dooring") zu vermeiden, solle auf Schutzstreifen komplett verzichtet werden und wenn Radfahrstreifen angelegt werden, dann mit einem Sicherheitsabstand zu Parkplätzen, der so breit sei, dass eine vollständig geöffnete Autotür kein Hindernis mehr bedeute.

"Die Artur-Ladebeck-Straße und die Heeper Straße haben sich in unserer
Untersuchung als  Unfallschwerpunkte in Bielefeld erwiesen", schreibt
der ADFC in seiner Stellungnahme. Dass der Umbau der Heeper Straße vor
diesem Hintergrund erst für 2023 geplant ist, ist für den ADFC nicht
nachvollziehbar. Er fordert, diesen Umbau deutlich vorzuziehen. "Für die
Artur-Ladebeck-Straße hatte das Amt für Verkehr bereits eine Vorplanung
mit einer attraktiven, besonders breiten nur für den Radverkehr
gedachten Spur durchgeführt", erinnert der ADFC weiter und fordert,
"dass die Politik das Amt für Verkehr jetzt beauftragt, diese Planung
umzusetzen", um den Bielefelder Bürgerinnen und Bürgen eine attraktive
Pendelverbindung zwischen den südlichen Stadtteilen und der Innenstadt
zu ermöglichen.


"Wenn man über Unfallzahlen spricht, sollte man aber immer auch darauf
hinweisen: Radfahren verlängert im Durchschnitt das Leben", weist der
ADFC auf einen wichtigen Aspekt hin. Das größte gesundheitliche Problem
besonders in entwickelten Staaten sei nach allen bekannten
Untersuchungen Bewegungsmangel und die damit verbundenen
Folgeerkrankungen. Das Risiko, an solchen vermeidbaren Erkrankungen zu
versterben, sei um ein Vielfaches höher als das Unfallrisiko im
Straßenverkehr.


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