ADFC-Fahrradsternfahrt NRW zeigt der Verkehrspolitik die Rote Karte

08.05.18

Bei der 18 km langen Abschlussrunde ging es durch die Düsseldorfer Innenstadt. Alle Fotos: ADFC Düsseldorf



Die Rote Karte stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Verkehrspolitik aus, für den schleppenen Ausbau des Radwegenetzes.



Auch die STERNchenfahrt freute sich über rege Beteiligung. 130 Kinder und Eltern fuhren eine 3 km langen Rundkurs am Rhein entlang.


"Stadt – Rad – Luft!" unter diesem Motto demonstrierten am 6. Mai rund viertausend Radfahrerinnen und Radfahrer für bessere Luft in NRWs Städten und zeigten Politik und Verwaltung die Rote Karte für den schleppenden Ausbau des Radverkehrs. Von Geldern bis Köln und von Mönchengladbach bis Dortmund waren Radbegeisterte aller Altersstufen dem Ruf des ADFC Düsseldorf an den Rhein gefolgt.

Auf dem Johannes Rau-Platz am Rein, Treffpunkt für die große Düsseldorfer Abschlussrunde, herrschten bei strahlendem Sonnenschein beste Laune und viel Aktionsbereitschaft. Anja Vorspel, Sternfahrt-Koordinatorin, und Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf, zogen eine positive Bilanz der landesweit größten Fahrrad-Demo: "Tausende Menschen, die mit ihrem Rad schon umweltfreundlich unterwegs sind, haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie endlich bessere Luft wollen! Das klappt nur mit dem konsequenten Ausbau des Radverkehrs. Gemeinsam haben wir Politik und Verwaltung die Rote Karte gezeigt: Dafür, dass sie beim Ausbau des Radverkehrs auf der Bremse stehen und dem Auto weiterhin den Vorrang einräumen“. Ein ausdrückliches Lob gab es für die gute Sternfahrt-Begleitung durch die Polizei.

Lastenräder und Rad-Entscheid im Fokus
Dass Lastenräder auch im professionellen Bereich absolut alltagstauglich sind, zeigten Schreinermeister Dirk Schmidt, Düsseldorf, und der Inhaber des Lammertzhofes Heinrich Hannen, Kaarst. Auf der Sternfahrt-Bühne erklärten beide anschaulich, wie sie ihren Fuhrpark nach und nach durch Lastenräder ergänzt und auch ersetzt haben – ob für Kundenfahrten mit einer Last bis zu 100 kg oder für die Auslieferung der „Öko-Kiste“ an schon mehr als 15% der Kunden. Neben einer größeren Wirtschaftlichkeit sorgen die CargoBikes auch für die Entlastung der Straßen von Stickoxiden, Feinstaub und Lärm. Wie kommen wir weiter mit der Verkehrswende in NRW? Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC NRW, und Dr. Ute Symanski, Vorsitzende der RADKOMM (Gemeinschaftsprojekt Verkehrsbewegter und Rad-Aktiven in Köln) waren sich einig: Wir brauchen den Aufbruch in ein modernes, bewegliches Land NRW und bis 2025 eine landesweite Erhöhung des Radverkehrs von derzeit ca. 8% auf 25%. Neun zentrale Maßnahmen wie die konsequente Ausrichtung der Verkehrsplanung an der "Vision Zero - Null Verkehrstote" oder der konsequente Ausbau von Radschnellwegen und Fahrradstraßen sollen in einem Fahrradgesetz NRW verankert werden. Viel Beifall gab es für die Nachricht, dass NRW am 16. Juni seinen eigenen Rad-Entscheid bekommt.

18 km langer Demozug durch die Düsseldorfer Innenstadt
Die Teilnehmenden der Fahrrad-Demo machten sich anschließend zur 18 km langen Abschlussrunde durch die Düsseldorfer Innenstadt auf. Lastenräder aller Art - darunter die "Schicke Ulla", die kostenlos über den ADFC Düsseldorf ausgeliehen werden kann, Falträder, tiefergelegte Bikes, Liegeräder, historische Liebhaberstücke und viele mehr zeigten die Vielfalt der Radbegeisterten. Bei bestem Wetter genossen sie die freien Wege über Bilker Bahnhof, rund um den Worringer Platz, über zwei Rheinbrücken mit beeindruckenden Blicken auf den Demo-Zug, die Kö und – als Highlight für alle – wieder durch den Rheinufertunnel.

Per Laufrad um den Landtag
Die SternCHENfahrt, das Pendant für Familien mit kleineren Kindern, erfreute sich ebenfalls viel Zuspruch: 130 teilnehmende Kinder von drei bis sieben Jahren, Eltern und Großeltern machten sich auf den Weg entlang der Rheinuferpromenade, um Landtag und den Medienhafen. Auf ihrem nun schon drei km langen Rundkurs fühlten sich die Kleinen, viele davon auf Laufrädern, ernst genommen und gefordert; dazu trugen sicher auch die beiden kinderfreundlichen Fahrrad-Polizisten bei. Nichts Wichtigeres und Schöneres als das Abschlussfoto mit den Urkunden.
Der Termin der nächsten Sternfahrt steht bereits fest: Sonntag, 5. Mai 2019.

13. Mai - Fahrrad-Sternfahrt Ruhr
Als Nächstes geht es ins Ruhgebiet. Die Fahrrad-Sternfahrt Ruhrgebiet führt am 13. Mai 2018 nach Bochum. Alle kleinen und großen Fahrradbegeisterten nah und fern der Ruhr sind herzlich eingeladen, sternförmig nach Bochum zu kommen und dann zusammen mit vielen Bochumer Radelnden durch die Stadt zu fahren. Engagierte Mitwirkende stehen an Treffpunkten zur Verfügung, um die Routen zu begleiten. Jedes Jahr rufen die Städte an der Ruhr dazu auf, im Verbund für bessere Bedingungen für Radfahrende zu demonstrieren. Alle Velonauten können dabei mit viel Phantasie auf Radfahr-Interessen aufmerksam machen, auf geschmückten Rädern, Kleidung, Anhängern oder mit Musik. „Mobil mit Fahrrad“ ist das Motto.

Start der Bochumer Hauptroute ist um 12 Uhr auf dem Gerard-Motier-Platz, Gewerkschaftshaus (Westpark), Alleestraße 80. Diese wird polizeilich begleitet und zeigt Bochum mal ganz anders. Als Abschluss-Highlight endet die Tour mit einer Würdigung beim Fahrradsommer der Industriekultur um etwa 13:30 Uhr. Rund um die Jahrhunderthalle gibt es dann viel Fahrrad-Programm für Groß und Klein, auch Kulinarisches zur Stärkung für die Rückfahrt. Weitere Informationen zur Fahrrad-Sternfahrt Ruhr


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